Natürlich bin ich auch fassungslos, wenn jemand ernsthaft behauptet, das die Gedächtniskirche ohne Te geschrieben wird und daraus ein existentielles Drama sondergleichen inszeniert; ich frage mich ernsthaft, was ist da sozialisationsmäßig / biografisch schief gelaufen. Wo steht dieser Mensch? Ist diesem Menschen noch zu helfen?
Andererseits fand ich persönlich diesen Thread sehr amüsant, nettes Kontrastprogramm, kurzweiliges Kabarett, eine Don Quichotterie erster Güte. Wie da jemand gegen Windmühlen kämpft. Mit wieviel Leidenschaft, mit wieviel manischer Stupidität!
Nun, so ab dem 100. oder 120. oder 140. Kommentar wurde es allerdings langsam öde.
Ich glaube aber auch, dass seine Mitkombattanten (das erschließt sich zumindest auch aus deren Kommentaren, mich eingeschlossen) anfangs ihren Spaß hatten.
Dann empfand ich es auch zunehmend wie die Vorführung eines „Dorfdeppen”; das bekommt dann leicht einen faden Beigeschmack.
Ich empfinde es auch als überflüssig, Schubert geistige Behinderung und dergleichen zu unterstellen; Das ist also Euer Niveau! Was ist denn das für ein unschönes Menschenbild (und das sage ich nicht als eingetragenes Mitglied der Herz-Jesu-Fraktion; ich bin absolut Anti-Herz-Jesu). Ich bin ja auch kein Kind von Traurigkeit, aber so was geht entschieden zu weit.
Und ob das Niveau von Nensch durch die Beträge und Kommentare (auch hinsichtlich einer Außenwirkung auf den Rest der Menschheit, die natürlich nichts wichtigeres zu tun hat, als in minütlichen Intervallen seismografische Niveaumessungen von
Nensch durchzuführen) von Schubert ernsthaft Schaden nimmt; nun ja… ich frage mich bei einigen anderen Tagebucheinträgen, wo es um so spannende Themen wie entlaufene Katzen, Verschnupfungswehleidigkeiten, Berlinimpressionen, die sich auf den Satz beschränken, dass Berlin sich schon irgendwie in den letzten Jahren verändert habe - muss das sein, ist das Niveau? … aber es sind halt Tagebucheinträge, (semi)private Ergüsse… so what …
Im übrigen hat Schubert auch einige durchaus (teil)gelungene Texte veröffentlicht; ich denke da an seine Reiseberichte aus Ägypten oder seine Krankenhausgeschichte.
Ok, seine Filmrezensionen sind lausig und sein Verschwörungstheoriengestrüpp… da kann ihm wohl auch niemand mehr heraushelfen…
Also gebt ihm sein Rederecht zurück, laßt ihn weiter rumpoltern; für mich sind seine Beschimpfungsorgien Pawlowsche Reflexe (ungefähr so wie auf einem ungleich höheren Niveau bei T. Bernhard); von daher besteht überhaupt kein Grund so was persönlich zu nehmen; diese Beschimpfungen sind ein anonymisiertes Grundrauschen: Gegenstand und Adressat sind austauschbar; ich denke Anweisungen, wie man darauf zu reagieren habe, wurden genug genannt. Alle wissen, was sie von ihm zu halten haben. Als Neuling kriegt man es auch ziemlich schnell mit; also ein Abschreckungsfaktor ist keineswegs gegeben.
Er gehört dazu.
Er ist eine Institution.
Nensch braucht Schubert und vor allem Schubert braucht Nensch.
Immerhin ist er auch der Einzige, bei dem man zwingend davon ausgehen kann, wenn man ihn kommentiert, man postwendend eine Antwort erhält - eine leider immer seltener geübte Tugend - und das schöne daran: man weiß bereits im voraus um den Inhalt der Antwort.