nensch - Ehrlich währt. Man muß manchmal von einem Menschen fortgehen, um ihn zu finden.
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New Orleans: Der Leviathan ist los (Gesellschaft)
Frage von Genevieve Schmitz, veröffentlicht am 2.9.2005 um 20:39:54

Wenige Tage nachdem Katrina über New Orleans wütete, scheint die Stadt im Chaos zu versinken. Der Mob ist los. Rettungshubschrauber wurden beschossen, nicht nur Plünderungen, sondern auch Vergewaltigungen sind mittlerweile an der Tagesordnung. 20% der städtischen Ordnungshüter haben den Dienst quittiert aus Angst um ihre eigene Sicherheit und ihr Leben.  

Das sind beängstigende Fakten, wenn man an das Sozialwesen, an das Kulturwesen Mensch denkt. Spricht das für jede Form rigider Aufrechterhaltung der Ordnung, weil die Menschen ansonsten unweigerlich im Chaos versänken, weil sich unweigerlich das Recht des Stärkeren Bahn bräche?

Interessanterweise haben uns nach dem Tsunami in Südostasien letztes Jahr keine solchen Meldungen erreicht. Im Gegenteil: in den Bürgerkriegsgebieten von Sri Lanka und Indonesien haben die verfeindeten Seiten sogar für Monate einen Waffenstillstand beschlossen.

Das schliesst für mich nicht nur eine, sondern mehrere Fragen an, über die ich mit den Nenschen gern diskutieren würde, weil ich sonst angesichts der Bilder aus New Orleans an der Menschheit verzweifle:

Hat man uns im Tsunami-Gebiet einfach nur die Bilder von Plünderungen in den Medien vorenthalten? Gab es schlicht und ergreifend nichts zu plündern?

Ist die Unterschicht in den USA – und das sind nun einmal diejenigen, die in NO zurückgeblieben sind, die anderen sind ja rechtzeitig geflohen – dermassen verroht, dass, sobald die Ordnung ausser Kraft gesetzt ist, das Faustrecht in seiner schlimmsten Form zurückkehrt?
Hat die allgemeine Bewaffnung hierfür Mitschuld?

Oder ist das ein Phänomen ansonsten eher reicher Länder, dass sich der Mob austobt, sobald er losgelassen ist? Könnte das so auch in Europa passieren?

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New Orleans: Der Leviathan ist los | 288 Kommentare (282 inhaltlich, 6 redaktionell, 4 versteckt)
Trivia und Gedankensplitter (5.00/7) (#78)
von Eckhard Pecher
verfasst am 4.9.2005 um 09:34:25

New Orleans vor zwei Jahren - das Kongresszentrum war riesig,  aber die Teilnehmerzahl des jährlichen Kongresses der „American Diabetes Association” auch (fünfstellig), also ging es immer noch eng gedrängt zu. Das Wetter schwül und teilweise  schwer erträglich, man war froh, sobald man die klimatisierten Gebäude erreicht hatte. Hinter dem Kongresszentum der zweistöckige verglaste „River Walkway” mit Geschäften und Cafés, dahinter der Mississippi, an dem man von alter sumpfiger Tennessee-Raddampferidylle phantasieren konnte.
Das „French Quarter” ließ einen europäisch-koloniale Luft schnuppern, ein ganzes Viertel noch weitgehend im originalen Zustand, so etwas hat man sonst nicht in den USA. Selbst im gediegenen Restaurant war die Atmosphäre vergleichsweise unamerikanisch (dafür gab es Alligatorwurst und andere regionaltypische Gerichte).

Die Bilder von damals kann ich nur schwer mit den Nachrichten von heute zusammenbringen: Das French Quarter vielleicht verloren. Im Kongresszentrum ist auch jetzt wieder eine fünfstellige Zahl von Menschen versammelt, aber unter Bedingungen wie in einer von der Versorgung abgeschnittenen belagerten Stadt, geben Hilferufe per Satellitentelefon: „Alle paar Meter sind Leichen”. Es fragt sich, was die wenigen Leute von vor Ort jetzt wohl machen, an die ich mich noch erinnere: Das schüchterne schwarze Zimmermädchen, das abends den „turn-down-service” im Hotelzimmer verrichteten, die Studentinnen, die in lächerlichen Bakterienkostümen Werbung für irgend eine Arzneimittelfirma machen mussten, den Priester mit der heiseren Stimme, der in der französischen Kathedrale die Messe abhielt.

Was mich beim deutschen Blick auf die Katastrophe stört:
Die oft überhebliche Arroganz, mit der ein „ihr seid ja selbst schuld mit Eurer Klimapolitik, und endlich merkt Ihr, dass Eure Gesellschaft zu blöd ist, um mit so einer Katastrophe fertig zu werden”.
Ich wüsste nicht, in welcher Weise sich diese Haltung von der Arroganz der Bush-Administration und des rechten Republikaner-Flügels abhöbe, als sie die Europäer und die UNO noch nicht zu glauben brauchte. Beides ist vom gleichen Kaliber. Die Katastrophe, die eine Fläche fast so groß wie die alte Bundesrepublik verwüstet, sollte hier in Europa erst einmal vorkommen … Bin gespannt, wie es dann in Hamburg aussähe.
Danach kann man sich über den Anteil am Schadensausmaß unterhalten, der menschengemacht ist. (Unser guter Bundesumweltminister hätte also lieber 1-2 Monate gewartet mit seiner geschwinden Ursachenforschung, selbst wenn die überspitzt formulierten Argumente im Kern richtig sein mögen).

Wenn mancher Europäer nach der Bush-Wut der letzten Jahre eine heimliche Schadenfreude empfinden mag, so könnte es wiederum Amerikaner vom fundamentalistisch-religiösen Flügel geben, die aus umgekehrter Sicht es genauso sehen - schließlich gab es in den USA kaum einen schlimmeren liberalen Sündenpfuhl als New Orleans, man denke nur an den Mardi Gras!




Replik (4.83/6) (#82)
von Eric Schumacher
verfasst am 4.9.2005 um 12:36:35

Ich glaube nicht, dass man in Europa angesichts dieser Katastrophe klammheimlich Schadenfreude empfindet, dass man den Amerikanern unterstellt, sie seien zu „blöde”, mit einer solchen Katastrophe „fertig” zu werden (fertig werden? - ein befremdlicher Ausdruck in diesem Zusammenhang). Gerade die letzten 24 Stunden zeigen ja in beeindruckender Weise, dass sie es logistisch durchaus sind.

Bush-Bashing a la Michael Moore ist en vogue und mittlerweile Allgemeingut im phraseologischen Satzbaukasten eines jeden durchschnittlich intelligenten Mitteleuropäers, aber das ist hier nicht der Punkt.

Die Diskussion um die verfehlte Klimapolitik der USA ist hier auch eher ein Randaspekt (ist es das wirklich? Kann ich auf jeden Fall nicht beurteilen), obgleich die präventiven Schutzmassnahmen in New Orleans mangels Budget in den letzten Jahren sträflich vernachlässigt wurden (aber sowas soll ja auch in Bayern verkommen).

Man kann jetzt endlos darüber spekulieren, in wie weit ein Land wie Deutschland oder Frankreich mit einer vergleichbaren Katastrophe umgegangen wäre - wahrscheinlich auch Chaos pur, Kompetenzengerangel ohne Ende, viel Hilflosigkeit, ins Leere laufender Aktionismus, Klugscheißerkommentare vom Spiegel, etc. … dennoch bin ich der festen Überzeugung, es wäre nie zu solchen menschenverachtenden Szenen wie in New Orleans gekommen.  

Und wenn wir jetzt davon reden, dass riesige Landflächen von der Katastrophe heimgesucht wurden, so in durchaus unterschiedlichen Ausmassen, soweit ich das beurteilen kann. Es gibt offensichtlich eindeutig Brennpunkte der Katastrophe, die Innenstadt von New Orleans oder die Küstenstadt Biloxi beispielsweise. Was ich sagen will, ist, dass die gigantischen Ausmasse der Katastrophe die US-Administration nicht frei sprechen, von ihrem ebenso gigantischem Versagen.

Um noch mal auf den sozialpolitischen Aspekt zurückzukommen, hier eine interessante Wortmeldung eines New Orleanian (Quelle Telepolis):

Nein, niemand aus New Orleans ist überrascht, dass die Stadt nun unter Wasser ist. Aber die Schüsse auf Rettungshubschrauber machen alle sprachlos.

In den letzten Tagen ist viel davon gesprochen worden, dass diese Katastrophe das Schlimmste aus manchen Menschen hervorgerufen hat. In der Tat ist der Vergleich zum sozialen Zusammenhalt in New York City nach dem 11.9.2001 niederschmetternd.

Ich mache diesen Menschen, die auf Rettungshubschrauber schießen und Läden plündern (auch wenn die zwei Taten nicht in einen Topf zu werfen sind), jedoch keine Vorwürfe. Ich möchte nicht mit ihnen tauschen. Wir New Orleanians müssen uns die Frage stellen, wie wir es so weit haben kommen lassen können. Warum haben wir so viele Menschen unter uns, die so wenig zu verlieren haben - die Spaß daran finden, Chaos in der Katastrophe zu stiften?

New Orleans hat schlechte Schulen, schlechte Jobs, eine schlechte Infrastruktur. Zu viele New Orleanians haben mehr Waffen als Hoffnungen. Wir haben es vorgezogen, die Steuern zu senken, damit wir unsere Kinder in gute, privilegierte, private Schulen schicken können. Die öffentlichen Schulen haben wir verkümmern lassen. Ich bin ein Produkt dieser privilegierten Schulen.

Wir haben gewusst, was wir getan haben, als wir die Steuern senkten, damit wir uns Schwimmbäder im Garten leisten konnten - wir wollten nicht mit diesem Gesindel in öffentlichen Bädern schwimmen, die sowieso bald mangels Finanzierung schließen mussten. Heute hat die private Tulane University eine riesige Sportanlage mit Olympischem Pool, Gewichte-Raum, Solarium, usw. Aber da kommt keiner rein, der nicht eingeschrieben ist.

New Orleans bekommt nicht nur die Rechnung für den übermäßigen Energiekonsum und die Missachtung des Klimaschutzes. Die Sniper sind die Rechnung für die Missachtung der eigenen Landsleute. Wir lange können wir uns diese Ausgrenzung leisten?



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Zwei Seiten der gleichen ... (keine/1) (#84)
von Eckhard Pecher
verfasst am 4.9.2005 um 13:33:00

Volle Zustimmung in allen Sachfragen, es ging mir eher um die Stilfrage; für die Ursachenforschung haben wir genügend Zeit, was mich nervt sind diejenigen, bei denen besserwisserische Fingerzeigerei der Wahrnehmung der Katastrophe an sich übergeordnet zu sein scheint; darin zeigen sich eher europäische Minderwertigkeitskomplexe als kulturelle Überlegenheit. (Und das Trittinsche Beispiel zeigt eben, dass derlei existiert)

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Trittin, Bush, Nixon, Stoiber (4.50/4) (#80)
von Bjoern Laczay
verfasst am 4.9.2005 um 11:44:22

Ich wüsste nicht, in welcher Weise sich diese Haltung von der Arroganz der Bush-Administration und des rechten Republikaner-Flügels abhöbe

Da sprichst Du mir absolut aus der Seele. Was darüberhinaus unseren Bundesumweltminister betrifft, dessen erklärter Fan ich ja ansonsten bin: Abgesehen von seiner Taktlosigkeit hat er ja noch nicht mal richtig recht. Beim Klimawandel handelt es sich um eine, jedenfalls gemessen in Legislaturperioden, arg langfristige Entwicklung. Selbst mit der besten Klimapolitik der Welt hätte George W. Bush an der derzeitigen Situation auf die Schnelle nichts Wesentliches verbessern können. Da müsste man schon eher Nixon verantwortlich machen.

Bush könnte freilich dafür sorgen, dass die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass so etwas noch einmal passiert. In ein paar Jahrzehnten. Und sowieso hätte er mehr für den Hochwasserschutz tun können. Aber da sind europäische Politiker auch nicht besser, man denke nur an den Stoiber Edi (der obendrein noch nicht mal einen Krieg zu führen hatte).

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Unterschied (keine/2) (#87)
von Joscha Bach
verfasst am 4.9.2005 um 19:55:51

Was mich beim deutschen Blick auf die Katastrophe stört:
Die oft überhebliche Arroganz, mit der ein „ihr seid ja selbst schuld mit Eurer Klimapolitik, und endlich merkt Ihr, dass Eure Gesellschaft zu blöd ist, um mit so einer Katastrophe fertig zu werden”.
Ich wüsste nicht, in welcher Weise sich diese Haltung von der Arroganz der Bush-Administration und des rechten Republikaner-Flügels abhöbe, als sie die Europäer und die UNO noch nicht zu glauben brauchte. Beides ist vom gleichen Kaliber.

Da gibt es massive Unterschiede: Lies doch mal ernsthaft den Artikel in der FR. Er ist vom Montag (vor den Dammbrüchen, vor den Meldungen über zahlreiche Tote - als man noch davon ausging, alles wäre mit großen Sachschäden, aber einigermaßen glimpflich abgegangen. Und schau, was Trittin wirklich sagt, nicht, was SpOn oder die Anti-Klimaschutz-Lobby ihm in den Mund legt.
Und vergleiche das mit den öffentlichen Äußerungen und Pressestimmen im Zuge des Irakkrieges.

Übrigens fiel auf, daß nach jeder Flut in Deutschland ziemlich nüchtern darüber diskutiert wird, welche Fehler bei den Flußbegradigungen gemacht wurden, und welchen Einfluß das Klima hat, während sich die Aufgeregtheit in den USA erstaunlicherweise vor allem gegen den Klimaschutz zu richten scheint.

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Hätten Sie's gewußt? (5.00/3) (#123)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 5.9.2005 um 16:19:06

Im „Scientific American” erschien 2001 ein Artikel mit dem Titel „Drowning New Orleans”, in dem das Problem und ein Lösungsweg beschrieben wird (online verfügbare Version).

Ausschnitte:

Then Hurricane Georges arrived in September 1998. Its fiercely circulating winds built a wall of water 17 feet high topped with driven waves, which threatened to surge into Lake Pontchartrain and wash into New Orleans. This was the very beast that L.S.U.'s early models had warned about, and it was headed right for the city. Luckily, just before Georges made landfall, it slowed and turned a scant two degrees to the east. The surge collapsed under suddenly chaotic winds.
With no action, one million people could be trapped.
When Allison, the first tropical storm of the 2001 hurricane season, dumped five inches of rain a day on New Orleans for a week in June, it nearly maxed out the pumping system. Maestri spent his nights in a flood-proof command bunker built underground to evade storm winds; from there he dispatched police, EMTs, firefighters and National Guardsmen. It was only rain, yet it stressed the response teams. „Any significant water that comes into this city is a dangerous threat,” he says. "Even though I have to plan for it, I don't even want to think about the loss of life a huge hurricane would cause."

(Letzte Hervorhebung von mir)



Wie war es in Grimma, Döbeln, Pirna, Bad Schandau? (4.88/9) (#71)
von Olaf Piecho
verfasst am 3.9.2005 um 18:30:29

2002 im August, Deutschland erlebt eine sächsische Überschwemmung, der Kanzler hilft von Berlin aus, der  Bundespräsident fliegt mit dem Helikopter 30 Minuten. Ein deutscher Microkosmos, die niedliche Elbe mit dem Mississippi zu vergleichen ist zu gewagt.

Was können wir uns nicht vorstellen? Zum Beispiel, dass das Wasser nicht abfließt. Das dauerte in Döbeln 2 Tage, dann war es weg und die Hilfsmannschaften konnten in die Stadt. Zum Beispiel, dass es Waffen in den Städten gibt. Vieles ist völlig anders, wir sollten nichts von NO mit Deutschland vergleichen.

Und doch: Ich habe eine unbändige Wut auf die Medien. Auf NTV, auf N24, auf uns, die hier einfach Dahergeplappertes als Wahrheiten wiedergeben. Vergewaltigungen? So. Und wer hat sie vor der Katastrophe gezählt? In den Familien? In den dunklen Straßen einer schwarzen Stadt? Tun wir doch bitte nicht so, als ob Vergewaltigungen etwas mit dieser Katastrophe zu tun hätten. Ja, Vergewaltigungen wurden schon immer als Kriegsmittel eingesetzt, Es waren Römer, Schweden, Deutsche, Russen, Serben.....die vergewaltigt haben. Aber ich weigere mich etwas anzuerkennen, was man vom Hörensagen zur Wahrheit dreht.

Plünderungen? Wo ist die Grenze zwischen Mundraub und Plünderung? Was wäre in Döbeln passiert, wenn das Wasser nicht abgeflossen wäre und die Menschen nicht Hilfe erfahren hätten? Aber schon diese Fragen stellen sich nicht, weil wir keine Amerikaner sind (Vorsicht: Satire)

Was wird so sein, wie immer? Die Medien werden in einer Woche zu anderen Brennpunkten schwenken, in vier Wochen wird das Thema verschwunden sein (das Wasser aus NO noch nicht) und wir werden uns erinnern: Plünderungen und Vergewaltigungen. Ah, das waren doch Schwarze, oder? Die Weißen…bzw. die Reichen waren ja nicht in der Stadt…

Und das ist, nach allen menschlichen Leid, das Schlimme. Wir sind die Medienzombis.



Zwangsevakuierungen (4.83/6) (#74)
von Frank Sommer
verfasst am 4.9.2005 um 01:26:02

UI, die Stimmung geht ja hier wieder maechtig hoch (auch wenn ich den thread noch nicht in allen Einzelheiten gelesen habe…)

Ich moechte aber an dieser Stelle zunaechst die Gelegenheit nutzen, aus erster Hand von „unserer” Ueberschwemmung in Dresden zu erzaehlen wahrscheinlich gibts da doch einige Gemeinsamkeiten, vielleicht nicht vom Ausmass, aber von den Effekten her…

  1. Die Evakuierung. Ja, auch hier wollten viele Menschen ihr Haus nicht verlassen. Wir sind mit unseren LKW (Sandsaecke) durch Strassen gefahren, das Wasser stand nen Meter hoch. Die Polizei kam uns schon in Booten entgegen - und aus den Fenstern der Haeuser schauten die Menschen interessiert dem lustigen Treiben zu, keine Spur von Angst. Sie mussten wirklich zwangsweise gerettet werden.

  2. Medienberichte. Ich will nicht die Lage in NO verharmlosen. Wirklich nicht. Aber ich bin ueberzeugt davon, dass das Drama nicht so gross ist, wie in den Medien dargestellt. Natuerlich wird im TV nur das Medienwirksamste gezeigt. Ich habs in Dresden gesehen. Da war auch von einer schlimmen Katastrophe die Rede. Klar, s war schlimm, entsetzlich. Aber nicht nur, und nicht ueberall. Wir haben auch Sandsaecke geschleppt, quer durch ein Grundstueck, um eine Tiefgarage zu sichern. Und im Garten sassen dort die Eigentuemer und haben gegrillt… (ich mag jetzt nicht beschreiben, welche Wut das in uns, die wir 48 Stunden auf dem Auto waren, erzeugt hat). Nur so viel: vor Ort ist es anders als in den Medien.

  3. Warum keine organisierte Hilfe? Ja, auch das hatten wir in Dresden. Alle Organisationen, Feuerwehr, Katastrophenschutz und Bundeswehr haben zwar ihr Bestes gegeben, aber sie haben sich gegenseitig behindert und sind daran gescheitert, dass es keine einheitliche Fuehrung gab. Jeder wusste es genauer. Es fehlt einfach an einem vorbereiteten Einsatzplan fuer solche Faelle. Ich wuerde da Rassismus und so einfach mal weglassen, es sind eher die ganz einfachen organisatorischen Maengel, die ein geordnetes Helfen ermoeglichen wuerden. Chaos eben.

  4. Kriminalitaet. Weiss nicht, gabs nach unserem Hochwasser wohl nicht so uebertrieben. Aber wahrscheinlich kann man in diesem Fall die Umstaende auch nicht ganz so vergleichen.

Ihr sagt jetzt sowieso, unser Hochwasser kann man nicht mit den Zustaenden in NO vergleichen. Sicher nicht. Aber, so ein wenig sehe ich doch Gemeinsamkeiten. Das wollte ich nur mal anmerkeln.



Kein Vergleich (4.50/4) (#76)
von Joscha Bach
verfasst am 4.9.2005 um 02:26:58

Die Oder-Flut hat keine Orte dem Erdboden gleich gemacht, sondern nur einzelne Gebäude und Straßen fortgespült. Einige kleinere Küstenstädte in den USA sind hingegen nahezu von der Landkarte gewischt worden.
In New Orleans stehen fast nur Holzhäuser, es ist schwül und heiß. Der Grundwasserspiegel liegt über dem Niveau der Stadt, und nun steht das Wasser im Großteil der Stadt nicht etwa für einige Tage im Parterre, sondern für Wochen bis zum Dach.
Dazu kommt, daß Deutschland einen gut organisierten Katastrophenschutz, im Vergleich zu den USA relativ wenig durch generationenlange Armut verursachte soziale Probleme hat (in Dresden war nicht mit marodierenden Gangs zu rechnen).
Selbstverständlich sind die Medien auf möglichst dramatisch herausgeputzte Katastrophenbilder fixiert, da hast Du ganz recht. Aber wenn Du Berichte der Anwohner suchst, dann schau mal in die Weblogs…

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Und noch ein Unterschied... (keine/1) (#77)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 4.9.2005 um 09:07:57

Das von Katrina betroffene Gebiet hat die flächenmäßige Ausdehnung von Großbrittanien. Es gibt da schon quantitative Unterschiede, die irgendwann qualitativ werden. Und wenn ich hier im Thread von „hundert Bussen” lese, wundere ich mich auch etwas. Da scheint sich jemand über die Größenordnung keine Gedanken gemacht zu haben.

Auch wenn das nicht die unglaubliche Fahrlässigkeit erklärt oder entschuldigt, mit der die US-Regierung hier Krisenmanagement betreibt.

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leichter Einspruch (keine/2) (#79)
von Eric Schumacher
verfasst am 4.9.2005 um 09:53:06

natürlich kann niemand bestreiten, dass die Katastrophe größenmässig in keinsterlei Weise vergleichbar ist mit Naturkatastrophen in Europa  … der Vergleich mit der Oderkatastrophe hat mich eher befremdet … auch der Hinweis auf die Berichterstattung und dem anfallartigen, mediengeilen Katastrophenexibitionismus der Üblichen Verdächtigen (gerade auch hier zu Lande) … aber das ist mir noch zig mal lieber, als totale Gleichgültigkeit, totales Ignorieren und totales Wegschauen… ich glaube, wenn Politiker sich vor Ort ein Bild machen (egal mit welch fragwürdigen Hintergedanken), hinterläßt dies zwangsläufig einen bleibenden Eindruck, der möglicherweise zu forcierten Hilfsmassnahmen führen kann (selbst bei G. Bush war das wohl letztendlich der Fall) … und diese „paar 100 Busse” bezogen sich auf einen konkreten Hilferuf des Bürgermeisters von New Orleans, um die Innenstadt, insbesondere das Kongresszentrum und den Superdome zu räumen … das was sich da abspielte, war für jeden sichtbar… und nach sage und schreibe 5 oder 6 Tagen passiert endlich das, was schon nach 2 Tagen hätte passieren müssen/ können … das ist nicht grob fahrlässig, da bleibt einem fast nichts anderes mehr übrig, als Vorsatz zu unterstellen … gespeist aus Gleichgültigkeit und Menschenverachtung (aber ich wiederhole mich) … was das betroffene Hinterland betrifft, so glaube, wird es noch seine Zeit dauern, bis das wahre Ausmass der Katastrophe erkennbar wird…            

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Nur mal zum Vergleich der Weltjugendtag in Köln... (4.33/3) (#104)
von Michael Krämer
verfasst am 5.9.2005 um 12:59:38

Beim Weltjugendtag vor etwa zwei Wochen wurden an jeweils einem halben Tag eine Million Leute zum Marienfeld und zurück gebracht. Außerdem sind sie dort für einen Tag versorgt worden. Die Vorbereitungszeit war lang und die Umstände in keiner Weise mit dem Katastrophengebiet um New Orleans zu vergleichen. Dennoch frage ich mich, warum man für ein Zehntel der Leute, unter zugegeben widrigen Bedingungen, fast eine Woche braucht.

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Unvergleichbares (keine/2) (#111)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 5.9.2005 um 14:47:38

Nun, Du sagst ja selbst, dass die Ausgangslage eine andere war. Wenn man alles nebeneinander stellt, sieht man in der Tat, dass der Vergleich schlicht nicht gültig ist.

  • In Köln hatte man eine gigantische Vorbereitungszeit.
  • In Köln hatte man gesunde Leute mit höchstens einem Rucksack zu transportieren.
  • In Köln war die Zielgruppe kooperativ.
  • In Köln gab es Benzin.
  • In Köln waren die Transportwege in der 15+X km-Größenordnung.
  • Die Straßen wahren befahrbar.
Dennoch mussten Viele Strecken >10km gehen, die Wartezeiten bei der Abfahrt betrugen bis zu acht Stunden. Viele kamen nicht in den Genuss des Cateringservices (für den sie bezahlt hatten).

Im Katastrophengebiet hatte man mit ca. 1 Mio Obdachlosen (nicht nur 50.000) zu tun. Viele von denen waren verletzt, entkräftet, hatten nichts zu trinken, nichts zu essen, waren extrem seelisch belastet. Viele mussten einzeln mit Äxten aus ihren Hausern befreit werden, vom Hubschrauber aus. Marodierende Banden streifen umher, schießen auf Rettungshubschrauber. Triagesituation: Eher Verwundete retten oder eher „Gesunde” aus dem Superdome evakuieren? Kein Treibstoff, Straßen nicht befahrbar. Auffanglager in Texas quellen über, das gesamte Evakuierungsgebiet so groß wie die BRD, nicht nur zwischen Köln und Kerpen…

All dies soll natürlich die massiven und mannigfachen Fehler nicht wegeskamottieren. Aber das „wir können das besser”, das hier bisweilen durch die Kommentare schimmert, schmeckt mir gar nicht…

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Ja, es ist unvergleichbar, (keine/2) (#116)
von Michael Krämer
verfasst am 5.9.2005 um 15:42:24

was ich ja selbst auch geschrieben habe, aber ich denke es ist dennoch für eine Abschätzung gut zu gebrauchen. In Teilen muß ich Deinem Kommentar widersprechen:

  1. ) Die gigantische Vorbereitungszeit hat geholfen, die Dixie-Häuschen und die Wasserversorgung zur Verfügung zu stellen. Sie ist eher nicht so wichtig, zum Transport der Leute. Auch in den USA hätte man bei entschiedenem Handeln viele Busse, LKWs oder auch Privatwagen (ja, Amerikaner sind in der Regel äußerst hilfsbereit) aus der „näheren” Umgebung zusammenziehen können.

  2. ) In New Orleans galt es, das Leben der Leute zu retten. Einen Rucksack haben die wenigsten. Und es wurden ja nicht einmal die Gesunden rausgeholt.

Mit den anderen Argumenten hast Du recht. Nur waren es in New Orleans nicht eine Million Obdachlose, sondern nach mir bekannten Schätzungen 100.000 (NO hatte ja „nur” 600.000 Einwohner), also etwa 1/10 dessen, was beim WJT in 12 Stunden transportiert wurde.

Klar, man konnte nicht mit dem Bus vor den Super-Dome fahren, die Verhältnisse waren und sind widrig. Aber die 30.000 im Super-Dome mussten nicht mit Äxten rausgeholt werden und verletzt, entkräftet, ohne Essen und Trinken und extrem seelisch belastet waren sie auch erst nach vier oder fünf Tagen.

Natürlich weiß ich, daß von weitem alles einfacher aussieht. Daher empfehle ich, die Berichte derer zu lesen, die „vor Ort” sind, beispielsweise im Forum der New York Times. Die dort vorherrschende Meinung ist vorsichtig ausgedrückt die, daß sich die Verantwortlichen nicht mit Ruhm bekleckert haben. Viele sind der Meinung, daß alles ganz anders gelaufen wäre, wenn es sich um die weiße Mittelklasse, statt um Farbige und Arme gehandelt hätte. Es gibt auch viele, die den Rücktritt des Präsidenten verlangen.

Und was den "wir können das besser"-Vorwurf angeht, so glaube ich sogar, daß die Amerikaner das besser können. Schließlich hat deren Präsident selbst die Leistung als „völlig inakzeptabel” bezeichnet. Ich glaube, er hat recht.

[ Bezug ]



Nun, da sind wir ziemlich einig. (keine/1) (#119)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 5.9.2005 um 16:01:43

Was die Anzahl der Obdachlosen angeht, so stammt „meine” Million von der Tagesschau und bezieht sich auf Obdachlose in den betroffenen drei Staaten, nicht nur auf NO.

Und ja: Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass es sich um ein geradezu groteskes Versagen des Krisenmanagements handelt. Mit immer noch bestehenden bürokratischen Hemungen. Die Blogs sprechen eine deutliche Sprache.

Und ein Artikel eines Australiers auf Kuro5hin resümiert:

We get the uneasy feeling that this is a microcosm of American society, that you have so plundered and devalued the social contract that the USA can no longer be called a truly civilised country. We see George Bush smirking and playing the guitar, vowing his friend's beachfront mansion will be rebuilt and we wonder what has happened to the USA we used to know


[ Bezug ]


Die Amerikaner können es besser? (keine/1) (#120)
von Ralf Poschmann
verfasst am 5.9.2005 um 16:03:34

Ich wäre mir nicht sicher, ob es die Amerikaner besser können. Wenn ich zum Beispiel lese, dass ein Kommandeur seinen Unterstellten befehlen musste, die Waffen zu senken, „weil man nicht mehr im Irak sei”, dann gefriert mir das Blut in den Adern. Eine solche Denkweise kann ich mir nicht mal bei den abgedrehtesten Kommißköpfen in Deutschland vorstellen.

(Natürlich gilt auch hier wieder der Vorbehalt, dass nicht alles, was es bis in die deutschen Medien geschafft hat, sich auch tatsächlich so abgespielt haben muss.)

[ Bezug ]



Paar Hundert. (keine/1) (#85)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 4.9.2005 um 16:23:32

Nun, allein für die Leite im Superdome hätte man mehr als 700 Busse gebraucht, für das gesamte Krisengebiet mehr als 7000.
Ungeklärt, wie die Busse durch die Fluten kommen, woher sie Sprit kriegen, wie Kämpfe um die ersten Plätze zu verhindern wären etc…

Aber ich gebe Dir recht: Was man an Augenzeugenberichten hört oder liest, ist gruselig, und macht die These von bloßer Fahrlässigkeit schwer zu verteidigen.

[ Bezug ]



Oder oder Elbe (keine/1) (#100)
von Frank Sommer
verfasst am 5.9.2005 um 11:30:52

Von der Oderflut kann ich nichts berichten, ich wollte speyiell einige persoenliche Erfahrungen, die ich beim Hochwasser der Elbe gesammelt hatte, reflektieren.

Natuerlich sind die Ereignisse von NO und Dresden nicht yu vergleichen. Speyiell die Auswirkungen nicht. Sollte der Eindruck entstanden sein, entschuldige ich mich fuer die missverstaendlichen Formulierungen.

[ Bezug ]



In Kürze nur ein paar Thesen (4.75/12) (#7)
von Hartwig Kinder
verfasst am 2.9.2005 um 21:27:52

  • Das Verhalten einer Gesellschaft gegenüber ihren Ärmsten ist das Maß, an dem sich in Extremsituationen, in denen jegliche Ordnung zerfällt, das Normal-Null-Level orientiert. Denn dies ist „Das Schlimmste, was passieren kann”

  • Waffenläden allüberall, die Plünderern freistehen

  • Schon vor der Krise eine der höchsten Mordraten der USA (250-450 p.A. bei 500.000 Menschen urban), d.h. eine „Normaloität der Gewalt”

  • Alle, die zur Oberschicht, Mittelschicht und fahrtüchtigen Unterschicht gehören, sind weg, ein jahrhundertealtes Grundgefühl der erlebten Ausbeutung und Chancenlosigkeit kann mit der Waffe in der Hand beantwortet werden, dazu auch dies

  • Relativ freie Verfügbarkeit von übelsten Drogen.

  • Geblieben sind Opfer, Misstrauer, Täter, Gangs and Bandits

  • Es herrscht ein psychologisch gut nachgewiesenes Prinzip: Je größer die Unordnung, desto geringer die Hemmschwelle vor dem Verstärken dieser.

  • Dehydration, Hunger, Verzweiflung, Endzeitstimmung, nervenzerreissende Erlebnisse senken jede Hemmschwelle

  • Keinerlei Wertgrenze mehr ziehbar zwischen Mundraub, Beschaffungs- und Bereicherungskriminalität

  • „Herr der Fliegen Prinzipien”, ohne die erlebte Wirksamkeit überlieferter Werte und Grenzen bricht sich sofort das Recht des Stärkeren Bahn

(In Europa? So nicht.)

-



Drei Anmerkungen (3.83/6) (#17)
von Bjoern Laczay
verfasst am 2.9.2005 um 22:58:40

Relativ freie Verfügbarkeit von übelsten Drogen.

Es fällt mir schwer, hier den Zusammenhang zu sehen. Ich weiß nicht, was genau die „übelsten” Drogen in diesem Kontext wären. Sachen, die eher sedierend wirken, dürften der Gewalt logischerweise eher entgegenwirken, aber auch ein Kokain- oder Amphetaminrausch führt nicht automatisch zu Gewaltexzessen. Abgesehen davon, dass es in dem Chaos eher schwerer als vorher sein dürfte, an den Stoff heranzukommen.

Geblieben sind Opfer, Misstrauer, Täter, Gangs and Bandits

Woher kommt die Information, dass ausgerechnet die Mittel- und Oberschicht sich rechtzeitig geschlossen davon gemacht hat? Ich würde vermuten, dass ganz einfach alle noch da sind, die nicht rechtzeitig weggekommen sind. Das kann gut auch eine ganze Menge Wohlhabende betreffen, deren SUVs abgesoffen und deren Schlauchboote entlüftet im Keller liegen. Kann sein, dass ich irgendein Faktum verpasst habe, aber nachdem die ganze Stadt unter Wasser steht, kann man wohl nicht mal mit einer bestimmten Sozialstruktur des Überschwemmungsgebiets argumentieren.

(In Europa? So nicht.)

Dieser These würde ich zustimmen, aber nicht aus einem Gefühl kultureller Überlegenheit heraus. Es ist eine höchst respektable Eigenschaft des europäischen und besonders des deutschen Denkens, nach komplexen Erklärungen zu suchen, aber in diesem Fall kann man sich, glaube ich, die transatlantischen Charakterstudien sparen. Die Menschen in New Orleans unterscheiden sich zivilisatorisch nicht wesentlich von den Einwohnern europäischer Großstädte; was sie aber von uns unterscheidet, ist die weite Verbreitung von Feuerwaffen.

Plünderungen und Gewaltexzesse würde es genauso in Europa geben, aber sie wären wesentlich leichter unter Kontrolle zu halten, da das Gewaltmonopol der Sicherheitskräfte nicht nur juristisch, sondern auch faktisch besteht. Ein deutscher oder französischer Plünderer wäre mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit höchstens mit einem Küchenmesser bewaffnet. In den USA stand die Polizei dagegen von Anfang an auf verlorenem Posten gegen die eigene, hochgerüstete Bevölkerung. Und alle wussten das. So mussten selbst die „braven” Bürger selbst zur Waffe greifen, um ihr Hab und Gut zu verteidigen - für solche Zwecke sind die liberalen Waffengesetze ja auch gedacht, aber es ist nun mal eine Situation, in der man leicht das moralische Augenmaß verliert.

Aber wenn man irgendwo in Europa genügend Schusswaffen verteilt, läuft das ganz genauso. Jede Wette.

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Zweifel (4.88/9) (#41)
von Ralf Poschmann
verfasst am 3.9.2005 um 08:38:25

an der Aussage bezüglich der Waffen habe ich nicht. Man kann die Freigabe von Schusswaffen aber nicht von allen anderen gesellschaftlichen Ansichten trennen. Die Vorstellungen, wie eine Gesellschaft aufzubauen ist, unterscheiden sich in Europa von denen der USA. Im Endeffekt ist das jetzt ein Lehrstück, wo eine Gesellschaft hinkommen kann, in der der Freiheitsbegriff so interpretiert wird, dass der Einzelne im Zweifelsfall auch in Armut verrecken darf, damit andere Teile der Gesellschaft mehr Freiheiten bei der persönlichen Bereicherung haben.

Wenn es in Europa vielleicht besser laufen würde, dann eher aufgrund der ersten Aussage von Hartwig. Wenn man die sozialen Gegensätze nicht so weit auseinander laufen lässt, dann liegt das zivilisatorische Grundniveau höher, der Drang, sich für vorangegangene Ungerechtigkeiten zu rächen, ist nicht so groß.

Andererseits bezweifle ich aber, dass die Behörden es in Europa besser hin bekommen würden. Katastrophen dieser Größenordnung kann man nicht trainieren. Da ist jeder überfordert.

Ob der Reichtum der USA ihnen bei der Bewältigung der Katastrophe tatsächlich etwas nützen wird, ist auch zweifelhaft. Denn dieser Reichtum befindet sich überwiegend in privater Hand und nicht in der des Staates, der sein Geld lieber im Ausland fürs Militär verpulvert.

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Schusswaffen (5.00/3) (#89)
von Klaus Betke
verfasst am 4.9.2005 um 21:18:32

Man kann die Freigabe von Schusswaffen aber nicht von allen anderen gesellschaftlichen Ansichten trennen.

Ja, einzig an der leichten Verfügbarkeit von Waffen liegt es vielleicht doch nicht. Wieder mal die Schweiz: Sogar Repetiergewehre können dort ohne Genehmigung gekauft werden, und für etliches, was darüber hinaus geht, braucht man nur einen „Waffenerwerbsschein”, was aber eine einfache Formalität ist, wenn man nicht z.B. vorbestraft ist. In über 40% der Haushalte soll es Schusswaffen geben, was vergleichbar mit den USA ist.

Nun hat es in der Schweiz kaum je Ausnahmesituationen wie jetzt in New Orleans gegeben, aber als Indiz für, hm, Schießfreudigkeit kann man ja mal die Anzahl der Gewaltverbrechen mit Schusswaffen bezogen auf die Einwohnerzahl zu „normalen” Zeiten betrachten, und die ist in den USA um ein Vielfaches höher (wobei es aber offenbar große regionale Unterschiede gibt).

Allerdings wird so eine Argumentation, vereinfachend etwa „wir Waffenbesitzer sind besonders verantwortungsbewusste Menschen”, auch unablässig von der Waffenlobby angeführt, z.B. bei Forderungen nach Liberalisierung bzw. Nicht-Verschärfung des Waffenrechts. Siehe dazu auch diese bekannten Seiten aus Österreich und Deutschland.

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40% der Haushalte? (keine/0) (#90)
von Soenke Greimann
verfasst am 4.9.2005 um 23:17:44

…soweit ich weiß sind es deutlich mehr, nimmt man als Ausgangsgröße die autochthone schweizerische Bevölkerung. Schließlich nehmen die ja (immer noch?) nach abgeleistetem Wehrdienst ihr Sturmgewehr mit nach Hause, nebst eingeschweißter Munition…

Hab' ich mal gehört…

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40 Prozent (keine/0) (#101)
von Klaus Betke
verfasst am 5.9.2005 um 11:39:45

Die spezielle Militärdienstpflicht in der Schweiz mag ein Grund für die hohe Zahl sein. Beim Googeln habe ich Werte zwischen 35% und 42% gefunden; für die USA bis 48%.

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Zitat: Bürgermeister von New Orleans (4.66/9) (#42)
von Krischan Lehmann
verfasst am 3.9.2005 um 10:49:46

And one of the things people -- nobody's talked about this. Drugs flowed in and out of New Orleans and the surrounding metropolitan area so freely it was scary to me, and that's why we were having the escalation in murders. People don't want to talk about this, but I'm going to talk about it.

You have drug addicts that are now walking around this city looking for a fix, and that's that reason why they were breaking in hospitals and drug stores. They're looking for something to take the edge off of their jones, if you will.

And right now, they don't have anything to take the edge off. And they've probably found guns. So what you're seeing is drug- starving crazy addicts, drug addicts, that are wrecking havoc. And we don't have the manpower to adequately deal with it. We can only target certain sections of the city and form a perimeter around them and hope to God that we're not overrun.

[ Bezug ]



deutlicher und klarer hätte meine diesbezügli (keine/0) (#70)
von Hartwig Kinder
verfasst am 3.9.2005 um 17:41:53

che These nicht widerlegt werden können. Vollgepumpt mit den falschen Drogen, nämlich Alkohol plus den Amphetaminen, die man so in Apotheken bekommt, kommt zum Entzug auch noch die Wut plus der Umgang mit unbekannten Mischungen.

[ Bezug ]


Geschlossene Gesellschaft (4.50/6) (#30)
von Martin von Arndt
verfasst am 2.9.2005 um 23:35:10

Woher kommt die Information, dass ausgerechnet die Mittel- und Oberschicht sich rechtzeitig geschlossen davon gemacht hat?

Das kann ich Dir erklären: aus der Tagespresse i.e. den Printmedien. Amerikanischen, deutschen, britischen, französischen, das Internet macht's einem heute ja leicht, dergleichen zu recherchieren.
Rundfunk und Fernsehen stießen übrigens ins selbe Horn. Dem kann man nun glauben oder nicht.

Von 'geschlossen' hat übrigens vor Dir niemand geschrieben.

[ Bezug ]



Tatsächlich sind wir alle völlig aufgewühlt, (4.25/4) (#26)
von Hartwig Kinder
verfasst am 2.9.2005 um 23:23:40

und ich bitte Dich um Entschuldigung.

Ich werde jetzt und hier nicht auf Deine klugen und überlegten Überlegungen antworten, weil meine Erregbarkeits- und Betroffenheitsstufe ein wenig abseits von wohlfeilen Formulierungen steht. Also nimms hin, ich habe mich daneben benommen und leiste Abbitte.

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Hyper (keine/0) (#8)
von Willi Wamser
verfasst am 2.9.2005 um 22:02:11

precis

[ Bezug ]


Last Exit New Orleans (4.75/8) (#55)
von Eric Schumacher
verfasst am 3.9.2005 um 13:15:27

bevor ich mich vom Acker mache, will ich es vielleicht noch mal mit etwas weniger Emotion versuchen - auch wenn es mir sehr schwer fällt.

Folgende Replik steht im Raume:

soso, plündern würdest du. dann würdest du auch vergewaltigen, denn wer ahörnchen sagt, muss auch behörnchen sagen?
weißt du, es gibt da einen kleinen unterschied zwischen sich was zu fressen holen und leute gegen ihren willen ficken, oder andere ins jenseits zu befördern. das ist eine lustige kasperlpose, mit der du da laborierst. würde mich interessieren, ob du sie im ernstfall auch noch auslebst, wenn du was faselst von wegen geknechteter menschheit und dir einer mit einer hacke einmal kurz und achtlos alle vorderzähne ausschlägt.

Also wer plündert in New Orleans? Kriminelle, Drogensüchtige auf Entzug, Asoziale, Mobster - einerseits.
Also wer vergewaltigt, mordet in New Orleans? Kriminelle, Drogensüchtige auf Entzug, Asoziale, Mobster - einerseits.

Meinte ich die? Mit Sicherheit nicht.

Also wer plündert noch? Verzweifelte, normale, unbescholtene von ihrer Regierung aufs Widerwärtigste im Stich gelassene Leute, die alles verloren haben, Leute, die nichts zu Fressen haben, denen man nicht mal die rudimentärste Hilfe zubilligt, entmenschlicht, entwürdigt, vegetierend…

Die meine ich selbstredend !!! Die dürfen das, denen bleibt keine andere Wahl, die hat man dazu gebracht …weil die Administration, das Krisenmanagement, das keines war, komplett versagt haben.  

Es wurde argumentiert, dass an dem Ausmass der Katastrophe jedes andere Land logistisch ebenso gescheitert wäre und versagt hätte…ist das wirklich so? Nein! Hunderttausendmal nein! Das Ausmass der Katastrophe hätte durch eine halbwegs veranwortungsbewußte Administration, durch ein halbwegs zupackendes Krisenmanagement spürbar eingedämmt werden können.  

"Zunächst hatten lokale Behörden viele der Flutopfer angewiesen, sich im Messezentrum zu versammeln. Dort gab es aber keine Hilfskräfte, kein Essen, kein Wasser. Noch am Donnerstag patrouillierten Fahrzeuge der Polizei und der Nationalgarde am Messezentrum vorbei, ohne auch nur ein Wort an die Gestrandeten zu richten. Kamerateams verbreiteten die Wut der so grausam im Stich Gelassenen. Da klagte eine ältere Frau: „Im Irak schaffen sie es doch auch, Nahrung und Wasser von Flugzeugen abzuwerfen. Warum können sie das nicht für ihre eigene Bevölkerung tun?”
Damit nicht genug. Wer versuchte, der Situation zu Fuß zu entkommen, wurde von Truppen der Nationalgarde wieder zurückgeschickt. Als einige Verzweifelte die Küche des Messezentrums aufbrachen, wurden sie von Nationalgardisten zurückgedrängt, die ihnen mit Sturmgewehren im Anschlag drohten."
(Quelle Süddeutsche)

Ist es wirklich so schwierig, ein paar Hundert Busse zu requirieren, ein paar Tonnen Lebensmittel, Decken, Zelte, sanitäre Einrichtungen bereitzustellen - und sei es für 100000 Menschen - und von A nach B zu befördern… wohlgemerkt, wir reden von den USA … aber Rettung naht ja jetzt aus dem Ausland… sogar Sri Lanka hat 25.000 $ gespendet … das muss man sich mal vorstellen…  

Es ist ein Spiegelbild der Amerikanischen Gesellschaft! Es ist ein Spiegelbild, wie Amerika mit seinem vermeintlichen „Bodensatz” umgeht. Spiegelbild der Gleichgültigkeit, der sozialen Kälte, der Menschenverachtung, einer Gesellschaft, in der sich der Wert eines menschlichen Individuum ausschliesslich aus der Höhe seines Kontostandes ableitet. Ok, das hört sich jetzt alles ziemlich platt und agitpropmäßig an - aber zu mehr Differenzierung bin ich aktuell nicht in der Lage (möge es dafür Einser hageln).  

Ich bin zutiefst erschüttert, ob dieser Bilder! Es hätte verhindert werden können! Ein Land mit diesen Ressourcen, mit diesem Reichtum!  

Und ich hoffe, dieser Schock wird ein heilsamer sein, ich hoffe, dass - pathetisch gesprochen - Amerika zurückfindet zu seinen eigentlichen Werten - nach innen und nach außen…

Anekdote am Rande:

"US-Außenministerin Condoleezza Rice ist wegen ihres Verhaltens während der andauernden Flutkatastrophe im Süden der USA in die Kritik geraten. „Während der Süden ertrinkt, entspannt Rice in New York”, titelte die Tageszeitung Daily News. Genau wie Präsident George W. Bush sei Rice trotz der Katastrophe im Urlaub gewesen. Ihr Verhalten trage zu dem Gefühl bei, dass die Regierung in Washington die Dinge einfach habe laufen lassen, schrieb das New Yorker Boulevardblatt weiter.
Die Blog-Internetseite Gawker.com berichtete, Rice sei während eines Luxusshoppings in New York in einem Schuhladen von einer anderen Kundin verbal attackiert worden. Rice habe gerade Schuhe im Wert von mehreren tausend Dollar gekauft, als die Frau sie angeschrieen habe: „Wie können sie es wagen, Schuhe zu kaufen, während tausende Menschen sterben und auf der Straße stehen?” Rice habe die Frau daraufhin von Sicherheitsbeamten vor die Tür schaffen lassen."
(Quelle Süddeutsche)

Nein, sowas wäre in Europa nicht möglich!




Hier (4.40/5) (#57)
von Willi Wamser
verfasst am 3.9.2005 um 13:47:04

in dieser Formulierung

Ach ja ist das so? Der Mob ist los! Der Leviathan! Ja und? Möge er wachsen und wachsen und wachsen! Möge er sinnlos, zerstörerisch wüten ohne Ende!

liegt die Möglichkeit, den Kommentar so zu lesen, dass er „exzessive Begleitaktionen” gutheißt und herbeiwünscht. Eric betont nun - präzisierender oder korrigierender Weise - das Recht auf Lebensmittel in einer extremen Notsituation.

Dass Menschen ein Recht darauf haben, in einer „Verhungersituation ohne ausreichende Hilfe” sich Lebensmittel zu „stehlen”, ist wohl in diesem Forum kaum strittig.

[ Bezug ]



also noch mal: (4.75/4) (#65)
von Eric Schumacher
verfasst am 3.9.2005 um 15:23:27

Die kritische Passage ist ja wohl diese:

Der Mob ist los! Der Leviathan! Ja und? Möge er wachsen und wachsen und wachsen! Möge er sinnlos, zerstörerisch wüten ohne Ende! Ich begrüße ihn - diese Kreaturen des Neoliberalismus, diese kadaverselige Zombiefraktion! He wacht mal auf! Diese Weltordnung ist krank, pervers! Wenn ihr nichts habt, dann müßt ihr es euch holen! Ist ja genug da. Das ist das Gesetz des Kapitalismus, des Dschungels.

Es ist mir absolut klar (heute mehr als gestern), dass diese Passage von einem Außenstehenden so gelesen werden kann, wie Willi es angedeutet hat (trotzdem hab ich da vom Grundsatz her nichts zu korrigieren)  … nur, ich hätte es vielleicht nicht so singulär stehen lassen sollen … war demnach wohl mit Ansage, dass es so missverständlich rüberkam … natürlich sollte es provozieren und natürlich bin ich umgekehrt auch kein grenzdebiler Sesselfurzer-Apologet der Gewalt, sinnloser Zerstörungsorgien… ich wollte ungefähr folgendes ausdrücken: seht her, soweit habt ihr es kommen lassen, das ist von eurer schönen heilen verlogenen Welt übriggeblieben… von Bushs hohler Compassion-Phraselogie… eine ganze Stadt in ihrem unbeschreiblichen Elend verotten lassen… die Show ist eröffnet, aber diesmal ist es blutiger Ernst … seht her, das ist die hässliche Fratze Amerikas … das ist Amerika… dieses Plündern, Morden, Vergewaltigen, dieser Drogenirrsinn… und all das war ja schon vorher da … das ist ja nicht über Nacht entstanden … das ist eure Realität… das ist die Welt, in der ihr lebt… nur dass ihr beflissentlich drüber hinweg schaut, es ausblendet, es verdrängt … und wie bereits vorher formuliert, hoffe ich, dass diese schrecklichen semiapokalytischen Bilder einen heilsamen Schock evozieren, neue, reine, Gefühle der Solidarität, einen Neuen Geist, einen gesellschaftlichen, sozialpolitischen New Deal schaffen… allein, ich fürchte - … der 11.09. hat ja gezeigt, wie schnell sowas wieder verpufft resp. in falsche Bahnen gelenkt wird…    

Ich musste angesichts dieser Bilder und Szenen immer wieder an ein Spiegel-Interview mit George A. Romero anlässlich seines neuen Zombie-Films „Land of the Dead” denken.

SPIEGEL ONLINE: Der Zombie dient also als Metapher für die gesellschaftlichen Probleme der USA?

Romero: Auch. Das ist ja das, worum es heutzutage geht in Bushs Amerika. Die Regierung baut sich eine schöne, kleine Welt auf, in der sie verdrängt, was ihr nicht gefällt. Die denken, wenn sie ein Problem ignorieren, dann verschwindet es von selbst. Sie kapseln sich ab von der Realität, sie drehen ihr den Rücken zu und hoffen, dass das ausreicht. In „Land of the Dead” wird genau das beschrieben: Die Elite der Restmenschheit lebt in einem hohen Glasturm, während alle anderen keine Chance auf einen sozialen Aufstieg haben und in verfallenen Häusern leben. Auf der untersten Stufe stehen dann die Zombies, die nicht umsonst wie Obdachlose angezogen sind. Aber ich glaube, wenn der Film im Weißen Haus gezeigt würde, würde ihn niemand verstehen.

Ja, so ungefähr hab ich es gemeint … ist mir wichtig, dass noch mal klarzustellen… außerdem hat es mich geärgert, wie teilweise über diese Katastrophe diskutiert wurde… als wäre der marodierende Mob das eigentliche Problem … nein, es geht hier um konkretes politisches Versagen… der wahre, der unsichtbare Mob, das ist die US-Administration… jetzt werde ich wieder pathetisch… anyway, außerdem über andere Dinge geärgert … ein bisserl zuviel Alkohol… überhaupt gestern: Scheißtag … dünnhäutig ohne Ende… so genug davon, von meiner Seite … gehabt euch wohl!    

[ Bezug ]



Schau, (keine/0) (#66)
von Willi Wamser
verfasst am 3.9.2005 um 15:42:00

dass Du wiederkommst:
Gebraucht wird der sensible  Pachy- und Leptoderme.

[ Bezug ]


Ja, das war die Lesart (keine/1) (#58)
von Martin von Arndt
verfasst am 3.9.2005 um 14:11:21

liegt die Möglichkeit, den Kommentar so zu lesen, dass er „exzessive Begleitaktionen” gutheißt und herbeiwünscht.

So hab ich's auch gelesen, und offenbar nicht nur ich. Wenn's tatsächlich nur ein Verleser war, ist's bedauerlich, daß die Emotionen mal wieder 20 Minuten sinnlos hochkochten.

Dass Menschen ein Recht darauf haben, in einer „Verhungersituation ohne ausreichende Hilfe” sich Lebensmittel zu „stehlen”, ist wohl in diesem Forum kaum strittig.

Absolut.

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Hallo Eric, (keine/1) (#60)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 3.9.2005 um 14:26:27

nur kurz von mir:

Wir sind hier, um zu diskutieren. Verbale Entgleisungen, schlechte Formulierungen und böse Kommentarbewertungen sind reversibel. Kein Grund, die Fliege zu machen.

Auch ich habe Deinen Kommentar so gelesen, wie Willi es andeutet. Dann bin ich vielleicht blind oder Dein Kommentar schlecht formuliert, oder vielleicht gibt es wirklich einen Dissens. Der lässt sich ggf. klären, oder?

[ Bezug ]



Späte Lupe (keine/2) (#72)
von Boris Lavicka
verfasst am 3.9.2005 um 18:37:32

Es ist leider so, dass sich die Menschen in demokratischen Systemen am eigenen Riechfortsatz packen müssen, denn die Leute am Ruder werden schließlich von ihnen dorthin gewählt, auch wenn diese sie dann nicht ins Boot lassen. „Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten”, wie es ein Weiser aus dem Abendland einmal in anderem Zusammenhang so trefflich diagnostizierte. Und wenn eine verbrecherische Partie Egozentriker, deren Weitblick nicht mal bis zum eigenen Kopfbrett reicht, herangeht und dem Aufziehpüppchen von Papas Gnaden in die Eselsohren bläst, er möge doch bitte rasch die Steuern senken, dann merkt das nicht nur das Sozial- und Bildungswesen, sondern auch die eine oder andere Kommune. New Orleans z.B., dessen Verwaltung infolgedessen kein Geld hat, um veraltetes Equipment (Pumpen, Stauanlagen etc.) zu erneuern oder zumindest zu sanieren. Und flugs beginnt des Teufels liebstes Spiralspiel, das bekanntlich keine Regeln kennt…
Blöd nur, dass es stets eines Wirbelsturms oder einer ähnlichen Katastrophe bedarf, um schärfer sehen zu können.

[ Bezug ]


Salute Sascha, (4.75/4) (#103)
von Willi Wamser
verfasst am 5.9.2005 um 11:50:38

Salute Sascha,

vielleicht noch mal ein Klärungsversuch aus meiner Perspektive

(1) Ausgangspunkt

Lothar meint im Kommentar #4:
Warum hat man die Gefahr unterschätzt? Warum hat man keine Zwangsevakuierungen vorgenommen?

Du erwiderst  auf diesen Vorwurf gegenüber den Behörden, dass es eine Zwangevakuierung gab. Dies aber nicht von jeden Einwohner befolgt wurde.

Die Stoßrichtung ist klar, es gibt - falls eine „Zwangsevakuierung” vorlag - eine gewisse Teilschuld derjenigen, die nicht „mitmachten” und eine gewisse Entlastung der Behörden.

(2) Semantik

Was nun folgt und bei Sören die heftigsten polemischen Spitzen auslöst, hat ein sprachliches Untergrundproblem:

(2.1) Deutscher Begriff

In der deutschen Sprache ist eine „Zwangsevakuierung”

  • der von einer staatlichen Instanz organisierte Transport aus einem wie immer gearteten Krisengebiet (a1),
  • der Transport erfolgt mittels  von der staatlichen Instanz bereitgestellten Verkehrsmitteln(a2),
  • die zu evakuierende  Gruppe wird - soweit sie dies nicht freiwillig tut - gezwungen, sich wegtransportieren zu lassen (a3).
  • eher ungebräuchlich  im deutschen Sprache ist eine von der Bevölkerung selbst vorgenommene, durch eigene Verkehrsmittel erfolgende „Evakuierung” (b).

(2.2) Englischer Begriff

In der englischen Sprache aber ist der Begriff in mehrfacher  Hinsicht „offener”, er umgasst neben der „harten” deutschen Bedeutung auch noch eine „weiche Bedeutung”:

„to evacuate” meint „jemanden aussiedeln” (a), „ein Gebiet als Betroffener aktiv räumen (b) und/oder das Gebiet von Betroffenen räumen (c)”  oder "ein Gebiet verlassen"(d).

Die Bedeutung (d) und die Bedeutung (b) heben auf ein eigengesteuertes Verlassen ab. Die restlichen Bedeutungen auf das „harte” fremdgestuerte Verlassen. vgl z.b. leo oder pons

(2.3) Amerikanischer Begriff - Federal Emergency Management Agency

Die in die Kritik geratene amerikanische Behörde Fema
gibt folgende Definitionen:

 Mandatory evacuation

This is a warning to persons within the designated area that an imminent threat to life and property exists and individuals MUST evacuate in accordance with the instructions of local officials (FEMA definition). Synonym: directed evacuation. See also evacuation.

Ein Gefahrenhinweis kombiniert mit einem Sollhinweis, das betreffende Gelände zu verlassen. Die Frage der Bereitstellung fremder Transportmittel ist hier ausgespart. Wie überhaupt der organisatorische Modus des Vorgangs relativ offen bleibt.

 Evacuation

Organized, phased, and supervised dispersal of people from dangerous or potentially dangerous areas (FEMA definition).

Auch im Begriff des „dispersal” ist wieder eine passive Evakuierung der Bevölkerung durch andere wie eine aktive Selbstevakuierung durch Eigenmittel abgedeckt.

 Evacuees

All persons removed or moving from areas threatened or struck by a disaster.

Auch in dieser FEMA-Definition ist die Bedeutung offensichtlich sehr viel offener als im deutschen Begriffsgebrauch.

(2.4) Spiegelübersetzung

Fazit: Die Spiegelübersetzung ist absolut missverständlich.

Da der deutsche Begriff „Evakuierung” eine „fremdbestimmte Aussiedlung” meint, ist ein eigenbestimmtes Verlassen nicht mitgemeint. Und ein „ordered” im Sinne von „angeordnet” ist dann wegen dieser Grundbedeutung des zweiten Wortes automatisch als „zwangsweise” , „von einer Außeninstanz” bestimmt zu verstehen.

Das ist - sieht man von den polemischen Zutaten ab - der sachliche Kern in Sörens Diskursversuch.

(3) Der wunde Punkt

Was in der ersten Phase des Sturmgeschehens faktisch kam, war - das ist in Amerika - unstrittig,  die weiche Variante der Mandatory evacuation:

  • ein Warnhinweis an die Bevölkerung,
  • kombiniert mit der dringenden Aufforderung das Gebiet zu verlassen.

Was nicht ablief, war die harte Form  einer „Mandatory evacuation”.

Und hier trifft denn auch amerikanische Selbstkritik: Man ist - sieht man in die amerikanische Presslandschaft - wütend über Behörden und den Präsidenten.

Nach dem 11. September gab es verbissenen Patriotismus trotz der  Diskussion über die nachlässige Nonchalance, die vor den Anschlägen gegenüber der Terrorgefahr geherrscht hatte. Der Schulterschluss mit der Regierung war auch dadurch bedingt, dass die Terroranschläge  Arme und Reiche, Schwarze und Weiße gleichermaßen trafen.

Diesmal geht es um Rasse und Klasse. Darum also, ich drücke es möglichst vorsichtig aus,

  • dass diejenigen, die kein Auto und kein Geld hatten zu fliehen, die zu krank waren oder geistig zu unbeweglich, dem heranwirbelnden Unheil einfach überlassen wurden.
  • sicher auch deswegen, weil man sich behördlicherseits fahrlässig in der Hoffnung wiegte, es werde nicht so schlimm, und weil die Organisation einer „harten” "orderer evacation" eine Mammutaufgabe war.
  • Natürlich gab es auch Leute, die reich genug waren und Autos besaßen, aber trotzdem blieben, auch sie  mit der zutiefst verständlichen Hoffnung, dass es schon alles nicht so schlimm werden dürfte.

Als die Katastrophe dann da war, wurde zwar Hilfe versprochen,  aber tagelang kam sie nicht. Schwarze Kongressabgeordnete sprechen offen von Rassismus, und sie machen den Präsidenten dafür verantwortlich.  Viel hängt davon ab, wie die Regierung  in den kommenden Tagen und Wochen reagieren wird. Ob sie zeigen kann, dass Hautfarbe und Herkunft und Klasse im Amerika des 21. Jahrhunderts nicht mehr entscheiden dürfen, wer welche Überlebenschance hat.

Dass mit Sörens heftiger Polemik ein Feuerwerk aufzog, dass alte Wikipedia- und mostanzeiger-Scharmützel die Atmosphäre bestimmen, dass alte Verwundungen aufbrechen, all dies ist natürlich ärgerlich und frustrierend.

Ich würde mir trotzdem wünschen, dear Sascha, Du bleibst mit Deinen Argumentationsfähigkeiten und der Suche nach fairen vielstimmigen Diskursen  (in atlantischer und nonatlantischer Richtung) dem Forum erhalten.



Genau, Friedhelm!... (keine/0) (#105)
von Soenke Greimann
verfasst am 5.9.2005 um 13:04:47

…Hihi, konnte ich mir nach „Sören” nicht verkneifen.

Eine „mandatory evacuation” bringe ich gefühlsmäßig mit einem Sollen in Verbindung. Eine Zwangsevakuierung hingegen, würde vielleicht besser als „forced evacuation” übersetzt…

[ Bezug ]



hui, Soerenke (keine/0) (#107)
von Willi Wamser
verfasst am 5.9.2005 um 13:54:36

ne, is schon so,

(1) mandatory evacuation

der Terminus „mandatory  evacuation” deckt eine harte und eine weiche Variante
im FEMA-Code ab, und auch in der Normalsprache.

Die „forced evacuation” als Begriff ist - wie Du schon einmal gesagt hast - etwa bei den israelischen Siedlern eingesetzt worden. Und in diesem Bereich wird er auch angemessen gebraucht. Oder hier. Er scheint dann vollumfänglich anwendbar, wenn es um Zwang geht,

  • der als „feindlich” empfundenen wird
  • nicht unmittelbar an  Rettung aus Gefahr orientiert ist.

Der Bürgermeister von N.O. hat eine „mandatory evacuation” deklariert
Die harte Variante wurde nicht verkündet, die für die Durchführung der harten Variante notwendigen Transportmittel waren nicht in ausreichendem Maße da. Umgekehrt war wohl auch klar, dass es eine bestimmte Teilgruppe kaum hätte schaffen können, selbst wenn sie gewollt hätte.

Die „harte Variante” wäre vielleicht als Verwaltungsakt  angemessen und auch nötig gewesen - bedenkt man die Warnungslage und die Resourcen.

Die Spiegelübersetzung des Begriffes ist absolut missverständlich: aufgrund der deutschen Codierung liegt die Vermutung der harten Variante nahe. Allerdings - das hast Du schon erwähnt - der Kontext spricht im Artikel dagegen, die Faktenlage spricht dagegen, dass dies gemeint sein kann. Es kann sich nicht darum gehandelt haben, dass eine Gruppe mit oder gegen ihren Willen von einer Instanz mit Hilfsmitteln der Instanz aus einem Krisengebiet befördert wird.

(2) Friedhelm

Was den Friedhelm angeht:

Gestern habe ich am Stachus
meinen alten Lehrer getroffen.
Da haben wir gestritten,
wer ich bin.

[ Bezug ]



Richtig, popichtig... (keine/0) (#112)
von Soenke Greimann
verfasst am 5.9.2005 um 15:03:46

…dann irrte ich auch dort. Allerdings wundert mich dann die schiere Fülle an Falschinformationen im Spiegel-Online-Artikel ich muß auch ehrlich gestehen, daß ich gar nicht weiß, woraus Meister bluerisk hier das große Problem stilisieren mußte. Fürchtet er um eine Hauptargumentationsquelle?

[ Bezug ]


Ne, fürchtet er nicht (keine/0) (#114)
von Willi Wamser
verfasst am 5.9.2005 um 15:26:04

#27
Lothar hat meine Einwand gelesen, diesem widersprochen und einen Sternartikel als Beleg verlinkt.

Weiter:

Die Bilder der abfahrenden Mittel- und Oberschichten, die konvoiähnlich die Stadt in ihren Autos verließen, waren vor der Katastrophe; aber sie war „freiwillig”.
#36

Auf die Aussage hin, dass die Evakuierung freiwillig erfolgte, habe ich dann einen Spiegelartikel zitiert, der von einer Zwangsevakuierung sprach. So hatte ich es auch zuvor in den Nachrichten gehört. Ich war nämlich von diesen Kolonnen recht beeindruckt. Eine Evakuierung dieser Größenordnung habe ich im TV noch nicht verfolgen können.

  • Der Opponent zu Lothars These braucht einen Beleg dafür, dass keine „freiwillige Evakuierung” vorlag. Dieser Beleg ist gegeben mit dem - allerdings fehlerhaften und missverständlichen - Begriff aus dem Spiegel: „Zwangsevakuierung”.

  • Immerhin: Dieser Begriff hat auch dann noch argumentative Kraft, wenn man nachweist, dass eine angeordnete, von den Behörden verlangte Eigenevakuierung der Bürger vorlag. Insofern ist das Beharren auf dem Spiegelartikel durchaus nachvollziehbar. Eine „freiwilige E.” liegt nicht vor.

  • Nicht markiert vom Opponenten: Eine Vollform der „mandatory evacuation” wäre wohl angesichts der Informationslage angemessen. Es mag dem Opponenten aber klar gewesen sein, dass die technischen und informatorischen Möglichkeiten angesichts einer solchen  Mammutaufgabe sehr beschränkt sind. Als Atlantiker wird man dann in den Postings versuchen, eine amerikakritische Tendenz zu entschärfen.

Angesichts des polemischen Flic-Flacs jetzt und in früheren Feuerwerken verbeißt man sich sehr in Details und kann sich mit dem Gegner kaum mehr auf die Grundlinien verständigen.

Leuchtet? Ein bisschen?

[ Bezug ]



Leuchtet... ein bißchen... (keine/0) (#115)
von Soenke Greimann
verfasst am 5.9.2005 um 15:39:51

…aber es funzelt nur sehr schwach, einen Artikel zu bemühen, der einerseits von „Empfehlungen” spricht, und diese dann als „Zwangsevakuierung” bezeichnet… Und noch schwächer glimmt das Lämplein, wenn man dann statt richtigen Argumenten dann nur ad verecundiam herumeiert.

Und jetzt wirft der antlantische Mann sich auch noch in Opferkontortionen? Die sind ja alle sooo gemein zu mir? Und zum Spiegel? Noja, wenn einer noch nichtmal von der Grundlinie spielen kann/will, verstehe ich nicht, wieso er ans Netz rennt…

[ Bezug ]



Soenke-Schelte (keine/0) (#118)
von Willi Wamser
verfasst am 5.9.2005 um 16:00:18

Nochmal nein, alter Brausekopf:

(1) Schon sinnvolle Strategie

Der Soenke-Opponent muss belegen, dass keine „freiwillige Evakuierung” vorlag.

Er tut dies durch Hinweis auf die Komponente „angeordnet” u.ä. so:

a) Es lag eine „mandatory evacuation” vor.
b) Diese ist „stärker”  als eine „Empfehlung” und - vielleicht - weniger stark als ein „Zwang” -
c) und damit ein Beleg dafür, dass keine „freiwillige Evakuierung” vorlag.
d) Somit ist dann auch egal, ob der Spiegelartikel irgendwo den Begriff „Empfehlung” enthält oder mit der Begriffsexplizierung „Zwangsevakuierung” (von „mandantory ..”) eine Fehlleistung liefert.

mandatory:
adj. 1. jur. vorschreiben, Muss…: ~regulation Mussvorschrift f; to make s.th. ~ upon s.o. j-m et. vorschreiben; 2. obligatorisch, verbindlich, zwangsweise; […]

Aber da ihr schon den Duden zum Witz erklärt habt, wirst du mir auch erklären, dass der Langenscheidt Verlag nur Mist produziert, und ich das Wörterbuch getrost in die Tonnen kloppen darf.
Greimann der Nensch hat gesprochen.

Die anderen, die bereit sind den Spiegel, den Duden oder was auch immer getrennt von meiner Person zu betrachten, mögen ihr eigenes Urteil bilden, ob es legitim ist mandatory evacuation mit Zwangsevakuierung zu übersetzen.

Es wurde jedenfalls von der Bürgermeisterin am 28. August einen Evakuierung angeordnet, aber Anordnung konnte nie und nimmer in der Zeit mit den erforderlichen Mitteln erzwungen werden.
Es war aber keinesfalls optional die Stadt zu verlassen. Die Leute gingen nicht freiwillig, sondern leisteten einer Anordnung folge.

Anordnung: Eine behördliche Entscheidung zur Durchsetzung der öffentliche Sicherheit und Ordnung

Link

(2) Ego-Kitzel

Ungläubig-erstaunte Doppel-Frage:

  • Wurde Dein Ego nicht schon genug gekitzelt?

  • Hier?


[ Bezug ]


Geschenkt! (keine/1) (#122)
von Soenke Greimann
verfasst am 5.9.2005 um 16:18:34

…daß der Exodus von 80% der Bevölkerung vollkommen freiwillig geschah, habe ich doch nie mit Ernst behauptet. Auch daß von einer „mandatory evacuation” die Rede war, nahm ich gern zur Kenntnis. Ich bin und war allerdings der Meinung, daß der zitierte Artikel des SpON offenbar mit unverstandenen und/oder (im Kontext) falsch übersetzten Begriffen hantiert. Dies geht übrigens völlig kondom mit Deiner Einschätzung, daß man „mandatory evacuation” in zwei Varianten lesen kann, was der Jurist vielleicht langatmig als „Anordnung der verpflichteten Evakuierung” und als „Anordnung der verpflichteten Evakuierung mit Androhung der Vollziehung durch unmittelbaren Zwang für den Fall der Nichtbefolgung” beschreiben könnte. Just hierum ging es mir bei der Auslegung des Begriffs „Zwangsevakuierung”.

Das Problem mit dem widersprüchlichen Inhalt des SpON-Artikels ist seine Verwertbarkeit zur Untermauerung eigener Argumente. Man muß ja erstmal seinen Inhalt und seine Aussage kennen, um ihn in Beziehung zur eigenen Argumentation zu setzen. Ansonsten kommt die Verwendung solcher Quellen einem intellektuellen Blindzitat gleich. So als zitiere man Spr. 22,27,obgleich man eigentlich Spr. 27,22 meint.

Mein Ego ist übrigens zu groß, um kitzlig zu sein. Ab und zu hilft es allerdings, wenn einer das Ventil öffnet und die heiße Luft herausläßt… Höhö!

[ Bezug ]



Na (keine/1) (#124)
von Willi Wamser
verfasst am 5.9.2005 um 16:31:58

dann ein Kitzel für Soenke, den heißluftaffinen Diabolischen

Escape from Fort Bravo

starring:
  Soenke ( als Hauptmann Holden)
  William (als Leutnant Newell)

Hauptmann Holden (in Richtung feindliche Linien blickend):
Wenn ich nicht zurückkomme ....

William:
Sie kommen zurück, Hauptmann,
nur die Guten sterben jung.

Hauptmann Holden:
Dann habe ich ja noch eine Menge Zeit.

William:
Ich würde sagen, ewig …

[ Bezug ]



FEMA (keine/0) (#109)
von Willi Wamser
verfasst am 5.9.2005 um 14:17:37

„Die haben das Notfall-Management den Notfall-Managern abgenommen”, beschwerte sich Morrie Goodman, der ehemalige Fema-Sprecher unter der Regierung Clinton. „Diese Einsätze werden von Leuten geführt, die Amateure in dem sind, was sie tun”, sagte Goodman der „Los Angeles Times.”

Trotz der Kritik scheinen manche Rettungsmaßnahmen noch immer an bürokratischen Hürden zu scheitern. Der Bürgermeister der ebenfalls vom Sturm getroffenen Stadt Hattiesburg, Johnny DuPree sagte, die Fema halte einen Lastwagen-Konvoi mit 50 Fahrzeugen zurück, die Wasser und Eis transportierten. „Die sitzen gerade in Camp Shelby herum, weil eine Person von der Fema nicht anruft und sagt 'Schickt die Laster los'.”

Spiegel

[ Bezug ]



Fürchterlicher Verdacht (4.54/11) (#4)
von Lothar Struck
verfasst am 2.9.2005 um 20:10:55

Die Katastrophe fand in den Südstaaten der USA statt. Hauptbetroffene sind diejenigen, die kein Auto und kein Geld hatten, rechtzeitig aus dem Krisengebiet zu fliehen. Es sind viele Schwarze und arme Leute.

Beides nicht unbedingt die Wählerklientel von Bush und seinen republikanischen Freunden. Man vergleiche den Furor nach dem 11.9.2001 mit den Aktivitäten jetzt.

Warum hat man die Gefahr unterschätzt? Warum hat man keine Zwangsevakulierungen vorgenommen?

Plünderungen und Gewalt sehe ich auch als Produkt ausbleibender Hilfe und dem bisher totalen Versagen der politischen Klasse. Statt zu helfen verkündet man, dass Plünderer erschossen werden. Wenn so weitergemacht wird, haben sie keine Alternative mehr.



Harte Worte (keine/1) (#6)
von Hildegard K. Thies
verfasst am 2.9.2005 um 21:25:34

So deutliche Worte habe ich schon lange nicht mehr in unseren Nachrichten gehört. Die Rettungsleute tauchten vor allem im Gefolge des Präsidenten auf, dort wo die internationale Presse sie filmen kann. Andernorts, wo selbst noch Pressefahrzeuge durchkommen, sei weit und breit kein Rettungsfahrzeug in Sicht. Befragte Katastrophenopfer äußerten den Verdacht, dass hier Rassismus im Spiel ist: wäre die Mehrheit der Bevölkerung in NO weiß und nicht schwarz, wären längst bessere Aktionen organisiert.  Und wo sind die Soldaten, die hier dringend benötigt würden: sie sind im Irak!

[ Bezug ]


Tom aus Alabama (keine/0) (#13)
von Sascha Rouven Simon
verfasst am 2.9.2005 um 22:36:28

Auf den Kommentar:

And don't even ask where the Louisiana & Mississippi National Guards are.
,  

folgende Antwort:

I hate to break this to you and spoil your anti-iraq war rant, however not all national guard units are deployed to iraq. I sense that you do not have a clue how they are deployed. They are already out in force for this storm in alabama, mississipi, and Lousiana.
.

[ Bezug ]


Meines Wissens (keine/0) (#12)
von Sascha Rouven Simon
verfasst am 2.9.2005 um 22:32:49

handelte es sich um eine Zwangsevakuierung, nur, wie so oft, gab es auch hier Leute die sich dieser widersetzt haben: „Ich lebe  seit 40 Jahren hier. Von so einem Stürmchen lass' ich mich doch nicht verjagend. Die Regierung kann mich mal!” (sinngemäß)

[ Bezug ]


Ich lese das überall anders (keine/0) (#27)
von Lothar Struck
verfasst am 2.9.2005 um 23:25:26

Beispielsweise hier. Demnach wurde erst nach Katrina die Evakuierung angeordnet.

Die Bilder der abfahrenden Mittel- und Oberschichten, die konvoiähnlich die Stadt in ihren Autos verliessen, waren vor der Katastrophe; aber sie war „freiwillig”.

[ Bezug ]



Aus dem Spiegel: (keine/0) (#36)
von Sascha Rouven Simon
verfasst am 3.9.2005 um 00:39:59

80 Prozent der Einwohner waren dem Aufruf der Behörden gefolgt und hatten ihre Stadt gestern verlassen - es war die erste Zwangsevakuierung in der Geschichte von New Orleans. Die verbliebenen Einwohner suchten in Notunterkünften Zuflucht, etwa 9000 waren es im Footballstadion Superdome. Schon Stunden, bevor das zerstörerische Zentrum des Hurrikans erwartet wurde, rissen Windböen Löcher in das Dach der Arena, und es regnete hinein. Das Ausmaß einer möglichen Gefährdung war zunächst nicht absehbar. Ein Stromausfall führte dazu, dass die Klimaanlage des Stadions ausfiel. Zudem gab es nur eine Notbeleuchtung.

Der ganze Artikel:

http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,372104,00.html


[ Bezug ]



Ach sooo... (keine/1) (#38)
von Soenke Greimann
verfasst am 3.9.2005 um 01:14:20

…nur weil irgendein Schreiberling beim Spiegel-Online es als „Zwangevakuierung” in die Tastatur hackt, war es auch eine? Wo er doch schon vorher geschrieben hat, daß einerseits nicht alle, sondern 80% (also wohl bestenfalls nur eine Teilevakuierung) der Bewohner einem Aufruf der Behörden Folge geleistet hatten? Ich bitte Dich. Das ist bestenfalls schlechter Journalismus und es wundert mich, daß Du Dich überhaupt entblödest diesen Teil des Geschreibes als Nachweis zu bemühen.

Im Gazastreifen sah mir das jedenfalls irgendwie mehr nach „Zwangsevakuierung” aus, aber vielleicht sehe ich das auch falsch. Nein, ich glaube doch eher nicht.

[ Bezug ]



Ja, (4.00/3) (#39)
von Sascha Rouven Simon
verfasst am 3.9.2005 um 03:15:01

der Spiegel ist mir als  Nachrichtenmagazin seriös genug. Nur weil man die Leute nicht mit Waffengewalt aus der Stadt gejagt hat, heißt das nicht, dass es keine Zwangsevakuierung war.

Der Gazastreifen ist zudem kaum mit dieser Situation vergleichbar. Bei New Orleans hatte man weder die Zeit, noch die Mittel die Evakuierung mit unmittelbaren Zwang durchzuführen.

Beim Gazastreifen hat sich die Regierung die Deadline selbst gesetzt. Des Weiteren  hatte man eine monatelange Planungsphase und ist auch nicht sofort mit dem Gewehr ins Hausgefallen, sondern hat trotz Überschreitung der Deadline verhandelt.

Im bayerischen Flutgebiet hat man ebenfalls Evakuierungen angeordnet, und auch dort haben sich die Bewohner teilweise geweigert der Anordnung folge zu leisten.

Was hätte  die Regierung denn tun sollen? Mit Waffengewalt gegen den zivilen Ungehorsam vorgehen? Das hättest du wohl gerne: „Bush lässt Flutopfer zusammenschießen!”

http://de.news.yahoo.com/050828/12/4nyx4.html

AP = Associated Press

Ach weist du, wenn man will kann man alles in Frage stellen oder in den Dreck ziehen.

Aber ja, das Wort diese „Schreiberlings”, der im Zweifel ein Journalist ist, und dessen Artikel durch eine Redaktion ging, zählt für mich mehr als dein Wort.

[ Bezug ]



Seriosität vom Spiegel (5.00/4) (#81)
von Ralf Poschmann
verfasst am 4.9.2005 um 11:48:47

Mein Glauben an die Objektivität des Spiegel und von Spiegel Online hat sich spätestens mit der aktuellen Berichterstattung über die Linkspartei, die PDS und die WASG erledigt. Was die Herren Redakteure dort an Häme, Falschmeldungen und billiger Polemik abgelassen haben, das unterscheidet sich nur noch in der Größe der Buchstaben der Überschriften von der Bildzeitung.

 

[ Bezug ]



Letzer Versuch (4.80/5) (#86)
von Sascha Rouven Simon
verfasst am 4.9.2005 um 19:29:33

Nun Ralf, eine kleine Chronik:

Lothar meint im Kommentar #4:

Warum hat man die Gefahr unterschätzt? Warum hat man keine Zwangsevakuierungen vorgenommen?

Ich werden von nun an jeweils die Nummer des betreffenden Kommentars voranstellen:

#12
Ich erwiderte auf diesen Vorwurf gegenüber den Behörden, dass es meines Wissens eine Zwangevakuierung gab.
Dies aber nicht von jeden Einwohner befolgt wurde. Ich habe dann weiter in einem fiktiven Zitat Mentalitätsgründe dafür verantwortlich gemacht.

#69
In dem Spiegelinterview mit dem Schriftsteller R. Ford, und dieser war nicht(!) dabei, denn es heißt gleich zu Anfang:

SPIEGEL:

Herr Ford, Sie und Ihre Frau haben bis ins vorige Jahr hinein in New Orleans gelebt.
,

drückt Ford es unter anderem so aus:

Jeder, der in dieser Stadt lebt, war sich stets ihrer sehr gefährlichen geografischen Lage bewusst. Jeder hat eine stillschweigende Übereinkunft getroffen, die Bedrohung durch die Natur zu ignorieren. […] Die ständige Gefährdung hat zu einer besonderen Mentalität der Menschen von New Orleans geführt, die auch ihre guten Seiten hat. Aber sie hat auch zu einem gewissen Fatalismus geführt, wie sich beim Versuch der Evakuierung gezeigt hat.

Weiter gibt er bei den Armen den Motivationsgrund an, dass sie ihren wenigen Habseligkeiten nicht aufgeben wollten.

#27
Lothar hat meine Einwand gelesen, diesem widersprochen und einen Sternartikel als Beleg verlinkt.

Weiter:

Die Bilder der abfahrenden Mittel- und Oberschichten, die konvoiähnlich die Stadt in ihren Autos verließen, waren vor der Katastrophe; aber sie war „freiwillig”.

#36

Auf die Aussage hin, dass die Evakuierung freiwillig erfolgte, habe ich dann einen Spiegelartikel zitiert, der von einer Zwangsevakuierung sprach. So hatte ich es auch zuvor in den Nachrichten gehört. Ich war nämlich von diesen Kolonnen recht beeindruckt. Eine Evakuierung dieser Größenordnung habe ich im TV noch nicht verfolgen können.

Nun einige Erläuterungen:

Der Spiegel war nicht meine erste Quelle, sonder TV-nachrichten. Diese kann man aber schlecht als Kommentar posten.
Also habe ich  mich dazu entschieden diese Quelle anzugeben. Ich habe später dann noch zwei weitere Quellen angegeben.

Ohne euch zu nahe treten zu wollen, aber ihr legt nicht fest, ob der Spiegel seriös ist oder nicht. Im Übrigen hat Deutschland lediglich zwei Nachrichtenmagazine.

Jedenfalls sprach der Spiegel von einer Zwangsevakuierung.

Auch ist es eine verzerrte Darstellung der Tatsache, das  nur die weiße Mittel- und Oberschicht geflohen sei.

NO hat mit den höchsten afroamerikanischen Bevölkerungsanteil aller amerikanischen Großstädte. So sind ca. dreiviertel aller Einwohner schwarz. Selbst wenn man davon ausginge, dass alle anderen Ethnien geflohen wären, obwohl es dort auch weiße Arme gibt, oder andere die sich aus Mentalitätsgründen geweigert haben der Anordnung folge zu leisten, wären drei von vier Fahrern dieser Pkws schwarz und nicht weiß gewesen.
Tatsächlich gibt es aber auch Weiße, die aus den verschiedensten Gründen die Stadt nicht verlassen haben.

Und nun beginnt es, denn bisher war es ein sachlicher Diskurs:

#38

Greimann tituliert den Spiegelreporter erst einmal als Schreiberling, was bestenfalls despektierlich ist.
Dann spricht er von einer Teilevakuierung auf Grund eines Aufrufes und hebt diese Wort hervor.

Fakt ist jedoch:

Ray Nagin ordered a citywide evacuation on August 28.

Schlägt man nun das Verb order nach, so erhält man folgende Übersetzungen:

www.leo.org:

anordnen, anweisen, aufbauen, beauftragen, befehlen, beordern, bestellen, gliedern, ordern, verfügen

Langenscheidt:

Befehlen, anordnen, schicken, beordern, bestellen, regeln, leiten, führen

www.pons.de:

befehlen, anordnen, verordnen (for someone jemandem), (Leben) ordnen, bestellen, ordern, bestellen

So groß die Auswahl auch ist, aufrufen ist nicht dabei.

Selbst wenn man ordered in ein Substantive transformiert, wäre wohl Anordnung die treffendere Übersetzung.

Ein Aufruf ist eine nachdrückliche Bitte, eine Anordnung hingegen eine behördliche Entscheidung zur Durchsetzung der öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Also hier hat Greimann meines Erachtens den ersten Übersetzungsfehler begangen.

Dann vergleicht Greimann die Situation in NO mit dem Gazastreifen.

#39

Von der Wortwahl Greimann beeinflusst:

Schreiberling, in die Tastatur hackt, schlechter Journalismus - wobei der Reporter im Zweifel einen Agenturmeldung übernommen hat -, aber vor allem:

daß Du Dich überhaupt entblödest diesen Teil des Geschreibes als Nachweis zu bemühen.

Stelle ich zuerst klar, dass für mich dieser Journalist seriös genug ist.

Quintessenz des restlichen Postings für die weitere Entwicklung:

  1. )    Definition von Zwang
  2. )    Was ist eine seriöse Quelle

Denn in

#43

Absatz eins: Spiegel Online taugt nix
Absatz zwei : Definition von Zwang nach Greimann (falsch)
Absatz drei: Du bist ein Idiot wie gerade bewiesen
Absatz vier: Einführung des Begriff „mandatory evacuation” zur Untermauerung der eigenen These

Zu eins: Interessiert mich nicht. Ich entscheide selbst, welche Quellen ich als seriös genug betrachte und welche nicht. Der von mir zitierte Artikel war seit mehreren Tagen eingestellt.
Und mir ging es allein um die Zwangsevakuierung. Dies wird ja indirekt mit Absatz vier eingeräumt.
Es ist jedenfalls ein typisches Verhalten die Quelle zu diskreditieren, wenn  man argumentativ nicht mehr weiter kommt

Zu zwei: Greimann sollte sich evtl. mal die Differenzierung zwischen Zwang (nicht freiwillig, darum ging es nur bei dem anfangs rein sachlichen Diskurs mit Lothar) und unmittelbaren Zwang, also der Ausübung direkter physischer Gewalt. Bei Wikipedia findet man einen schönen Artikel zum unmittelbaren Zwang, aber wer Wikipedia zum Witz erklärt, dem bleibt dieses Wissen natürlich verschlossen.

Ich sprach von Zwang, nicht von unmittelbaren Zwang. Zudem sprachen die Medien die ich kenne: Tagesschau, Spiegel, AP etc., ebenfalls von einer Zwangevakuierung.

Auch Wikipedia sprach von einer, ich zitiere:

In anticipation of destruction caused by Hurricane Katrina, New Orleans mayor Ray Nagin ordered a citywide evacuation on August 28 […]

The mandatory evacuation was the first ever to occur in the city. In the interest of protecting residents who remained in town, several „refuges of last resort” were established, including the massive Superdome, which housed over 9,000 people along with 550 National Guard troops as Katrina came ashore. […]

Der Bürger hat nicht zu einer freiwilligen  Evakuierung aufgerufen, das passt auch  nicht mit einer „mandatory evacuation” zusammen, sondern eine Anordnung erlassen.

Und wie die dt. Medien übersetze ich „mandatory” mit Zwang.

Wenn ich dann lese:

Mag sein, daß „zwangsweise” auch dazugehört, aber es ist wohlweislich erst unter Punkt 2. gruppiert und auch dort erst als dritte Alternative. Also kennt auch Langenscheidt Übersetzungsmöglichkeiten, die treffender sind, als die von Dir so beharrlich vertretene. Da wird die Luft aber dann auch wieder dünn, nicht wahr?

Dann weiß ich auch nicht:

  1. Zuerst wurde das Wort in seiner Verbindung mit Substantiven aufgelistet: ~ regulation = Mussvorschrift, und erst dann unter 2 als reines Adjektiv.

  2. Noch besser ist der Einwand der dritten Alternative: Bei Pons steht zwangsweise nämlich an erster Stelle.

Von mir aus kannst du jenes Wörterbuch nebst Verlag als unseriös verdammen, welches deiner Aussage widerspricht.

Das ist schon keine Spitzfindigkeit mehr.

Bei Lothar ging es nur darum, ob die Behörden reagiert haben oder nicht, und ob sie Maßnahmen angeordnet haben. Ich sage ja. Es wurde eine Zwangsevakuierung angeordnet.

Ich frag mich was Greimann also wirklich will.

Zu drei: Seine Stilblüten habe ich ja schon zitiert. Denn Unterschied zwischen Zwang und unmittelbaren Zwang kann er ja noch nachschlagen.
Ich bleibe dabei: Da mandatory unter anderem zwangsweise heißt, halte ich es, auch unter den Umständen für berechtigt von einer Zwangsevakuierung zu sprechen. Zuletzt gehe ich damit auch in Kongruenz zu den meisten Medien. Wer „ordered” mit Aufruf übersetzt und dies dann auch noch textlich hervorhebt, sollte sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen.

Zu vier: Sorry, aber das ist ein Eigentor. Wenn die Originalquellen von einer „mandatory evacuation” sprechen, dann war es offensichtlich keine freiwillige Evakuierung.

Zum dritten oder vierten mal:

Darum ging es: War die Evakuierung freiwillig, oder doch eine angeordnete Maßnahme der Behörden.

Greimann 0, Bluerisk 1

#44

Dann noch ein Einschub vom Lavicka, dass diese Zwangsevakuierung  eine Idee war.

Quelle: Inzwischen überall.

Das ist natürlich noch besser als den Spiegel oder AP zu bemühen.

Ich schreibe jetzt am besten auch am Ende: „…und Gott war mein Zeuge!”

#49

Greimann:

Eben
…was mir allerdings nicht in den Kopp will, ist, wie man obstinat auf seinem Unfug beharren kann, wenn man Buch, Vers und Kapitel vorgebetet bekommen hat, daß es halt Unfug gewesen ist.

Naja, vielleicht muß man auch einfach nur lange genug bei GIGATM gewesen sein…

Natürlich ist es Unfug, dass es zwischen Zwang und unmittelbarem Zwang eine Differenzierung gibt, dass mandatory zwangsweise heißt, oder dass der Bürgermeister eine Evakuierung veranlasst hat, die nicht den Charakter der Freiwilligkeit inne hatte.

Das man diese Evakuierung nicht mit unmittelbaren Zwang durchsetzen konnte stand hier nicht zur Debatte:

Zitat Bluerisk:

#39

Bei New Orleans hatte man weder die Zeit, noch die Mittel die Evakuierung mit unmittelbaren Zwang durchzuführen.

#51

Nun wird mir vorgeworfen mir gingen die Argumente aus, und ich werde ausfallen.
Wie ungezogen von mir eine abweichende Meinung zu haben und Widerworte zu geben.

Dann habe ich Artikel zitiert, die sich widersprechen - Did I?

Allein, ich habe nur den Spiegel zitiert, einmal. Und auch nur um auf die Zwangsevakuierung aufmerksam zu machen. Ich habe dann spätr noch Yahoo.de zitiert, die selbst wiederum AP als Quelle angeben.

Es ging mir um den Charakter der Evakuierung, ob sie nun freiwillig war oder nicht. Und auch darum, ob die Behörden diese Evakuierung veranlasst haben.

Ich sehe mich auch jetzt noch in beiden Punkten bestätigt.

Zitat letzter Abschnitt:

Aber da man sich offenbar schon dafür entschuldigen muß, ein weitergehendes Vokabular zu gebrauchen (siehe Joschas Kommentare zu jenem Thema), ist es nur ein kleiner Schritt, sich dafür zu entschuldigen, daß man weder schlampig liest, schreibt, noch argumentiert und somit für Leute, die das tun, für „spitzfindig” gehalten wird. Dafür Dir gegenüber meine aufrichtige Entschuldigung.

Wenn man der Ansicht ist, dass ein Übersetzung ungültig ist, weil das Wort als dritte und nicht als erste Alternative genannt wird, aber dies auch nur, weil es keine Rangfolge gibt, und daher ein anderes Wörterbuch es dann prompt als erste und nicht als dritte Alternative anbietet, dann halte ich das für mehr als nur spitzfindig.

Ich kann mir nur wiederholen:

Mandatory - unter anderem zwangsweise, unabdingbar, verpflichtend…aber keinesfalls: freiwillig, optional, wenn einem die Muse küsst.

Der Bürgermeister hat meines Erachtens eine Anordnung erlassen, und mitnichten einen Aufruf gestartet.

Und zuletzt: Zwang ist etwas anders, als der unmittelbare Zwang.

Langendscheidt:

obligatorisch, verbindlich, zwangsweise

Pons:

zwingend, verbindlich, obligatorisch

Bei Ponds werden im Gegensatz zu Langenscheidt nur die reinen Adjektive angegeben.

Leo bietet z.B. ein dutzend Möglichkeiten an.

#52

Ich habe die Schnauze voll, gebe Greimann Recht und denke mir meinen Teil.

[ Bezug ]



Gelassenheit (keine/0) (#88)
von Joscha Bach
verfasst am 4.9.2005 um 20:07:25

Reite Dich doch nicht so rein. Diskussionen funktionieren in der Schriftform nicht nach dem Prinzip „wer hält am längsten durch”, auch wenn es sich für die Beteiligten so anfühlt. Es wird auch nie gelingen, einem anderen in einer geschriebenen Diskussion den Arm so weit auf den Rücken zu drehen, daß er Zugeständnisse machen muß.
Die Argumente sprechen letztlich für sich, es genügt, sie aufzustellen. Möglichst kurz. Sönke oder Du haben genau dann recht, wenn Ihr durch die besseren Argumente überzeugt.

Ob Ihr Euch irgendwelche Teile denkt oder Euch anbrüllt, ist schnurz.

[ Bezug ]



Im Übrigen... (keine/0) (#91)
von Soenke Greimann
verfasst am 4.9.2005 um 23:28:27

…verdreht er die Fakten. Ich habe zwar den Autoren des Spiegel-Online-Artikels als „Schreiberling” despektierlich bezeichnet, aber keinesfalls einen Spiegel-Redakteur.

Sollte es sich beim Ersteren um einen Letzteren gehandelt haben, was ich aber angesichts der Trennung zwischen SpiegelNet GmbH und der Redaktion der Printpublikation kaum für plausibel halte, würde Sascha vielleicht Grund zu seiner Behauptung haben, aber offenbar scheint er die Vorteile einer genauen Argumentation noch immer nicht zu schätzen und pumpt lieber seine Polemik-Propaganda für seine Proselyten ins Phorum (Pardon, die Alliteration mußte einfach sein)…

Der Punkt ist… es gab keine Zwangsevakuierung. Die Quellen, die das angeblich „belegen” sind falsch. Auch wenn man anordnet, daß alle Leute die Stadt zu verlassen haben, ist das keine „Zwangsevakuierung” (die ist nämlich ein Vorgang!), sondern eine Evakuierungsanordnung.

Soviel Deutsch sollte Sascha doch können, oder?

[ Bezug ]



Tatsächlich (keine/0) (#93)
von Sascha Rouven Simon
verfasst am 5.9.2005 um 01:43:30

habe ich  den Begriff Spiegel-Redakteur nicht verwandt, geschweige denn irgendwie in Bezug zu Greimann gesetzt.

Belege mir, Greimann, dass ich im Kommentar # 86 exakt(!) von einem Spiegel-Redakteur schrieb, über den du dich despektierlich geäußert haben sollst.

Andernfalls könnte man dich glatt der Lüge bezichtigen, wie du einst Schubi.

Ich bin den Text überflogen und konnte nur den Begriff Spiegelreporter ausmachen, nicht aber Spiegel-Redakteur.
Wäre schön, wenn der Beleg das nächste mal direkt beigefügt wird. Denn dann könnten wir uns das hier sparen.

Aber selbst falls es  ein Redakteur war, gilt doch dein Angriff auch dem Magazin selbst, und damit allen die dort arbeiten.
So ist das halt bei Rundumschlägen und fehlenden Differenzierungen.

Dass ich den Spiegel als eine journalistische Institution auffasse ist dir doch nicht entgangen.
Auch Ralf bezog sich wie du auf Print- und Onlineausgabe, was den Qualitätsverfall angeht.

Für mich vorerst ein misslungenes Ablenkungsmanöver. Aber warten wir erst auf deinen Beleg.

Ich sprach jedenfalls von eine Spiegelreporter, wobei Reporter die engl. Entsprechung zum Journalisten ist.

Ich leg' mal vor:

Aber ja, das Wort dieses „Schreiberlings”, der im Zweifel ein Journalist ist, und dessen Artikel durch eine Redaktion ging […].

wurde von Greimann mit den folgenden Worten bedacht:

[…]welchen Standard „der Spiegel” als Nachrichtenmagazin hat, und noch mehr davon, welchen Standard seine Online-Dependance wohl besitzen mag…
.

Daher galt ja der eigentlich Rundumschlag dem Spiegel generell. Auch kein Wort des Widerspruch als ich vom Journalisten sprach.
Ich habe nämlich von Anfang an keine Differenzierung getroffen.
Ich weiß nur, dass dieser Journalist für den Spiegel arbeitet. Also kann ich auch nur das wiedergeben. Du schreibst ja selbst, dass es dir unwahrscheinlich erscheint, aber dass heißt auch, dass es nicht unmöglich ist. Zumal auch Artikel der Printausgabe online gestellt werden, bzw. Beiträge im Magazin ohne Namen gedruckt werden.

Also lege mir keine Begriffe in den Mund, die nicht von mir sind! Denn auch Journalist/Reporter und Redakteur sind zwei verschiedenen Dinge.
Von letzterem war meines Wissens nie die Rede.

Die Anordnung der Zwangsevakuierung - „mandatory evacuation” - am 28.08 durch den Bürgermeister von NO ist Fakt.

Du selbst hast mir vorgeworfen, dass die Originalquellen von einer „mandatory evacuation” sprechen. Wie gesagt, ein klassisches Eigentor.

Die Evakuierung wurde angeordnet, und von 80%  befolgt. Der Vorgang waren diese Kilometer langen Kolonnen aus der Stadt.

Wäre die Evakuierung nur angeordnet worden, und keiner hätte sie umgesetzt, befolgt, hättet es keinen Vorgang gegeben, es würden sich noch 500.000 Menschen in NO befinden.
Denn freiwillig sind die Leute nicht ins Auto gestiegen.

Unmittelbarer Zwang:

Unmittelbarer Zwang (UZ) ist die Anwendung und Einwirkung auf Personen oder Sachen durch:

körperliche Gewalt
Hilfsmittel der körperlichen Gewalt
Waffen

Körperliche Gewalt ist jede unmittelbare körperliche Einwirkung auf Personen oder Sachen. Hilfsmittel der körperlichen Gewalt sind insbesondere Fesseln, Wasserwerfer, technische Sperren, Diensthunde, Dienstpferde und Dienstfahrzeuge. Waffen sind dienstlich zugelassene Hieb- und Schusswaffen, Reizstoffe und Explosivmittel. Diese und weitere Einzelheiten sind im Gesetz über den unmittelbaren Zwang geregelt.

Der Grund für die Anwendung unmittelbaren Zwangs kann strafverfolgendes (repressives) oder gefahrenabwehrendes (präventives) - jeweils hoheitliches - Handeln sein. Unmittelbarer Zwang ist regelmäßig eine Maßnahme zur Durchsetzung einer vorhergehenden Maßnahme, mithin eine Folgemaßnahme.

Unmittelbarer Zwang muss, soweit möglich, angedroht werden. Dies kann verbal geschehen. Die Androhung des Schusswaffengebrauches kann durch Abgabe eines Warnschusses erfolgen.

Die Anwendung des unmittelbaren Zwanges außerhalb der originären Zuständigkeiten des Bundes richtet sich dabei nach den Vorschriften des Gesetzes über den unmittelbaren Zwang des Bundeslandes, in dem der unmittelbare Zwang angewandt werden soll. Die Ermächtigungsgrundlage für die Anwendung unmittelbaren Zwangs ergibt sich grundsätzlich nicht aus dem jeweiligen Zwangsgesetz, sondern aus der StPO bzw. den Gefahrenabwehrgesetzen (Polizeigesetzen) in Verbindung mit dem Verwaltungsvollstreckungsgesetz

Der unmittelbare Zwang wäre eine Folgemaßnahme  für den Fall gewesen, dass der Zwangsevakuierung nicht folge geleistet worden wäre.

Allein, für die finale Durchsetzung der Zwangsevakuierung, Zwang als Gegensatz zur Freiheit, zur Möglichkeit der Wahl, blieb nicht mehr die notwendige Zeit.

Hätte man diese Zwangsevakuierung früher angeordnet, hätte man auf den Zwang, den unmittelbaren Zwang folgen lassen.

Aber du kapierst  noch immer nicht:

Lothar hat von einer  freiwilliger Evakuierung gesprochen, ich von einer erzwungenen Evakuierung.

---------------------------------------------

Aber darum geht es dir doch nicht.
Der Junior der Clique prescht mal wieder nach vorne…

Sei froh, Schubi ist bald aus dem Urlaub zurück, und ich habe die Schnauze von Nensch nebst Schattenforum und Clique voll.

Aber schon im ersten Posting vor ca. einem Jahr hat man deine Unsicherheit gemerkt. Die aus dem Kontext gerissenen Zitat von Schubi hast du anfangs  relativiert, erst als Martin und DHK auf mich eingeprügelt haben: „Hohlkopf” etc., hast die deine Meinung gedreht, und auch verbal losgetreten.
Dabei kannte mich keiner Bei Nensch.
Dann hat DHK sogar ein Experiment gestartet, aber das ist ein anderes Kapitel.

Also erzähl  mir nicht, dass du und deine Konsorten mir gegenüber je  neutral, sachlich, und unvoreingenommen ward.

Mann kann ja exakt an den Bewertungen abschätzen, wer zur Clique gehört, und wer dich daher hier protegiert.

Und das Gejammer um diese Meta-Diskussionen:

Eure Clique, die Schattenforen, die Angriffe, Demütigungen, Beleidigungen und Kränkungen gegenüber anderen Mitgliedern, produzieren in fast periodischen Abständen Meta-Wellen. Die Leute wehren sich gegen euer mobbing. Jeder der  nicht euer wohlwollen besitt wird über kurz oder lang Ziel eures Spott. Bei Nensch wohlformulieren, aber nicht minder verletzend, wie die Entgleisungen in den Schattenforen, wo nicht mal vor der Fäkalsprache zurückgeschreckt wird.

Es ist wie in der Schule, wenn einem die Mütze vom Kopf gerissen wird, und sechs Leute sie sich johlend und feixend zuwerfen. Das Opfer hat keine Chance.

Zwei Zitate aus alten Tagen:

30.11.04

Nensch entwickelt sich immer mehr zum Vomitivum.

Das Hinterbänklergekichere erweist sich doch als bösartiges Treiben.

Genauso wie es „folie a deux” gibt, werden offensichtlich auch Gruppen von psychischen Störungen befallen. Es erübrigt sich wohl zu erwähnen, daß sich diese Klique für geistig absolut gesund hält.

12.04.04

Es gibt keine Satire des Stärkeren, genauso wie es keine Satire von rechts gibt. Satire ist dem Schwächeren vorbehalten, sonst ist es bloß eine menschenverachtende Mischung aus Bosheit, Spott und Zynismus, die der Stärkere zu seiner persönlichen Belustigung einsetzt. Dann darf er sich jedoch nicht wundern, wenn ihm niederträchtiges Verhalten vorgeworfen wird.

Noch etwas. „Hauptsache lustig” als Qualitätsmerkmal oder gar Zweck der Satire anzusehen, ist einfach falsch. Satire ist mehr als nur Unterhaltung.

Der Altmeister Tucholsky (wie praktisch, einen Toten in den Zeugenstand zu rufen, der kann sich ja nicht wehren) wird immer wieder mit seinem Spruch „Satire darf alles” zitiert. Jawohl. So lange es Satire bleibt.

Paul Melian

Aber nur weiter so, mich braucht es ja nicht mehr zu kümmern.

Mehr als 50 Leute wird Nensch wohl auch nie zum inneren Zirkel zählen dürfen, dafür werden die „Platzhirsche” schon sorgen.

Sofern Schubi mich in Zukunft außen vorlässt, war es das für mich.

Ohne Gruß

Bluerisk

PS: Damit erledigt sich natürlich auch der Beleg, Greimann.

Tatsächlich hat der Spiegel Online eine Redaktion und auch eine Büroleiter: Claus Christian Malzahn.

[ Bezug ]



Hrmpf (keine/2) (#94)
von Joscha Bach
verfasst am 5.9.2005 um 02:49:30

So richtig gut finde ich das nicht, wenn Du weggehst, Sascha. Einfach deswegen, weil Du eigene Ansichten hast, sie ernsthaft vertrittst und prinzipiell bereit bist, dabei auf andere Rücksicht zu nehmen und einzugehen.

Wie Du weißt, ist unsere inhaltliche und politische Berührungsfläche kleiner als die Berührungsfläche eines Wasserläufers mit der Ostsee. Aber das ist nicht wichtig; wenn man nett und gelassen miteinander umgeht und ernsthaft neugierig bleibt, dann kann man viel lernen, sobald da etwas fremd ist.

Sönke kann durchaus sehr einsichtig sein, aber ist nicht nachsichtig, wenn er ein Argument blödsinnig findet, und am meisten scheint ihn zu nerven, wenn jemand auf aus seiner Sicht verlorenem Posten nicht einlenkt, sondern auch noch ausfällig wird. Aber glaub mir: ein ausgesprochener angenehmer Zeitgenosse verbirgt sich hinter seinem Groll und Spott!

Bitte schlaf noch mal drüber und schau, ob es einen Blickwinkel gibt, aus dem Sönke recht haben könnte. Trenn die Diskussion von Deiner Person, sondern schau nur auf den Inhalt. Wenn Du immer noch meinst, daß er unrecht hat, dann schau, ob Du alle wesentlichen Argumente, die das unterstützen, in möglichst knapper und ausgeglichener Form dargelegt hast, und wenn ja: You've made your point! Du kannst zum nächsten Thema übergehen, egal ob der andere Sturkopf einlenkt. Und möglicherweise sieht man selbst die Diskussion später anders.

[ Bezug ]



Und jetzt eine noch saublöde Frage (2.40/5) (#95)
von Marcus Eckert
verfasst am 5.9.2005 um 03:57:26

Ist es in Anbetracht der vorliegenden Situation überhaupt wichtig ob „zwangsevakuiert” wurde oder nicht und wenn ja, für wen? Ach, da wäre ja vielleicht die Konsequenz für den Präsidenten, die mir einfiele.

Nee, Freund Josha, hier bin ich nicht bei dir, wenn du den schwarzen Peter so zu verteilen zu gedenkst. Überhaupt, Schwarzer Peter habe ich nur in meiner Kindheit gespielt oder mit Kindern, jep. - Wehe du ziehst dir jetzt den Schuh an, dir passt er nämlich nicht, dazu hast du viel zu kleine Füße;-)

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Verstehe kein Wort. (keine/2) (#117)
von Joscha Bach
verfasst am 5.9.2005 um 15:59:17

Darauf, daß das inhaltliche Kernkrümelchen des Gesprächs schon lang vom Streit um die Integrität der Egos der Protagonisten überschattet war, habe ich ja gerade hinweisen wollen. (Außerdem ist der Dissenz auch klar entschieden.) Schwarze Peter habe ich nicht verteilt (wozu? - machen die beiden ganz allein). Sönke reagiert angefressen-belustigt, und Sascha ist wütend - das ist inzwischen das Sujet der Transaktionen, und offenbar ist es ungeeignet, um weiterzukommen. Die Ursachen und Struktur des Konflikts liegen völlig offen ausgebreitet, für jeden, der sich sowas anschauen mag; jedes Schuldzugeweise ist überflüssig und außerdem nicht zielführend. Nun wäre es gut, weise zu nicken und zum nächsten Punkt überzugehen.

Ich bin Dir nicht böse und verstehe auch nicht so ganz, warum man Dich schlecht oder gut bewertet - ich verstehe nämlich absolut nicht, was Du gerade mitzuteilen versuchst. Aber vielleicht ist das nicht schlimm.

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Mögliche Erklärung (keine/0) (#121)
von Boris Lavicka
verfasst am 5.9.2005 um 16:14:11

Die differenten Bewertungen irritieren in der Tat. Es könnte aber eventuell sein, dass einige der Beobachtungsschärfe und dem Geist verpflichtete Mitnenschen Vorsorge trafen, dass eben jener Kommentar nicht der Wochenkommentar werden soll.

Jedenfalls offenbart der Kommentar ein intimes Verhältnis des Kommentierenden zu Dir. Woher sollte denn nämlich ein Außenstehender wissen, wie groß die Füße und welches das bevorzugte Kartenspiel des Angesprochenen sind (denn worin sonst könnte der Inhalt eben jenes Kommentars auch bestehen?)? Ist diese Nähe allerdings nur vorgegaukelt, würde ich mich gezwungen sehen, zur Eins oder gar zur Null zu greifen.


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Konsenz? (keine/0) (#125)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 5.9.2005 um 16:35:03

Herausnehmen: „warum man Dich schlecht oder gut bewertet
Einfügen: „warum man Deinen Kommentar schlecht oder gut bewertet

Erklärung der „1”: „1” bezeichnet „belanglos”.

Und „Dissens” ist auch ein schönes Wort.

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gemeint war natürlich... (3.75/4) (#127)
von Joscha Bach
verfasst am 5.9.2005 um 17:16:53

…mein Wunsch nach einem baldigen Ende des Dissens.

Dirk, es ist erschütternd. Du hast natürlich völlig recht: ich schreibe mittlerweile nicht nur so redundant, daß sich der einstmals nicht so auf die lauen Zwischentöne des Bewertens abgestellte Linzwurm auf die Ausschöpfung der Zwischentöne im Bewertungsspektrum verlegt, und andererseits bringe ich in einem Kurzkommentar zwei inhaltliche und einen orthographischen Fehler unter. Ich schreibe erst wieder, wenn ich ausgeschlafen und -geglichen bin.

[ Bezug ]



Sichere Erklärung (keine/0) (#128)
von Boris Lavicka
verfasst am 5.9.2005 um 17:41:43

Abgesehen davon, dass die Verwendung der fast erotischen Bezeichnung „Linzwurm” ein Nahverhältnis vorgaukelt, dass aufgrund einer blödsinnig strukturierten Geographie niemals festen Grund fand, und dass die Kritik an dem kritischen Gebrauch von Kritikbehelfen einen Grad an Uninteressantheit erreicht, der nur marginal von jenem für labile Getreidebehältnisse im Fernen Osten abweicht, sehe ich mich gezwungen, selbst bei größtmöglicher Pardonierung der angeführten Verursachungsgründe, diesen Kommentar abgerundet - weil es keine „3,4” gibt - mit einer 3 zu bewerten.

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Darf ich helfen? (keine/1) (#129)
von Ralf Poschmann
verfasst am 5.9.2005 um 17:54:01

Ich gebe mal eine 4, dann haben wir schon eine 3,5. Jetzt brauchen wir noch 2 Dreier und einen Vierer … Wenn ich die Bleschs um ihren Einsatz bitten dürfte, weit können sie ja hier nicht sein.

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Frau Meta Ot meint: (keine/1) (#130)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 5.9.2005 um 18:16:14

Den Vierer habe ich spendiert, jetzt müssen aber die Blechs ran!

[ Bezug ]


Jetzt (keine/0) (#165)
von Kirsten Schneeweiss
verfasst am 7.9.2005 um 20:54:42

habe ich wohl die Statistik durcheinander gebracht. Das war keine Absicht, aber zu einer 3 in der Bewertung konnte ich mich beim besten Willen nicht durchringen.
Ihr werdet das schon wieder hinbekommen.
Mit oder ohne Blech.


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Bezogen (keine/0) (#126)
von Willi Wamser
verfasst am 5.9.2005 um 16:49:00

auf die Ereignisebene Sturmflut und auf der Argumentationsebene gilt:

„Zwangsevakuierung”  ist insofern wichtig, als man in den USA bei der Bewertung behörlichen Aktionen  darüber diskutiert, ob eine „Zwangsevakuierung” dringend angeraten war und ob sie durchführbar war.

Ob jemand, der den Spiegelarikel („Zwangsevakuierung”) zitiert und die Bedeutung von „mandatary evacuation” untersucht, zu Recht als argumentativer Wirrkopf bezeichnet wird.

[ Bezug ]



Auch ich... (keine/1) (#96)
von Lothar Struck
verfasst am 5.9.2005 um 08:08:37

bitte Dich um ein Überdenken Deines Entschlusses, und zwar auch gerade deswegen, weil wir auch oft nicht miteinander übereinstimmen und doch fair miteinander umgehen.

[ Bezug ]


Schlaf nochmal d'rüber (keine/1) (#102)
von Rainer Müllan
verfasst am 5.9.2005 um 11:42:25

Ein buntes Mosaik ist schöner als ein graues.

[ Bezug ]


Stimmt... (keine/0) (#106)
von Soenke Greimann
verfasst am 5.9.2005 um 13:23:26

…ich lüge selten bis nie, irre mich allerdings durchaus bisweilen.

Es war ein „Spiegel-Reporter”, von dem Du schriebst.

Nochmal: Eine Zwangsevakuierung ist ein Vorgang, den kann man auch anordnen, es gibt ihn indes immer noch erst dann, wenn mit Zwang evakuiert wird. Vorher nicht. Der Gazastreifen war ein Beispiel dafür, was der Begriff Zwangsevakuierung wirklich bedeutet, daß Du das für einen Vergleich der Situationen gehalten hast, solltest Du mit Deinem Gehirn ausmachen, da habe ich recht wenig mit zu tun und möchte Dich doch herzlich bitten, das blödsinnige Innuendo künftig zu unterlassen…

Da mittlerweile ausreichend belegt ist, daß in New Orleans eine „Zwangsevakuierung” im eigentlichen Wortsinn noch nicht einmal angeordnet wurde, verstehe ich diesen, Deinen Amoklauf auf dem Weg zur Tür überhaupt nicht.

Irrst Du Dich nie? Glaubst Du alles, was Du im Internet liest? Denkst Du eigentlich auch mal für Dich selbst?

Wenn die Antworten auf diese Fragen „Nein”, „Nein” und „Ja” lauten sollten, verstehe ich nicht, weshalb Du jetzt zo herumzeterst…

[ Bezug ]



Vorschlag (5.00/3) (#108)
von Ralf Poschmann
verfasst am 5.9.2005 um 14:04:32

Wenn wie hier ein solcher sinnloser Streit nur noch zwei Leute interessiert, dann könnte man den doch auch per Mail weiterführen? … Oder sich in der Buddelkiste die Förmchen um die Ohren hauen und sich mit Sand bewerfen.

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Nee, nee... (keine/1) (#113)
von Soenke Greimann
verfasst am 5.9.2005 um 15:08:40

…es ist mir schon wichtig, daß ich - wenn ich mich denn mal geirrt habe, was häufig genug vorkommt - dies auch genauso öffentlich zugebe.

Ansonsten ist das Thema für mich beendet und hätte niemals solche Auswüchse erreichen müssen, wären nicht Kritik an holpriger SpOn-Journaille und blindem Vertrauen darauf mit Kritik an der eigenen Person mißverstanden worden. Zugegeben, nachdem die Verteidigung tollwütiger wurde, zweifelte ich in der Tat an der mentalen Verfassung meines Gegenübers und brachte das auch zum Ausdruck…

[ Bezug ]



Beschwichtigungsdialog für Soenke (keine/0) (#110)
von Willi Wamser
verfasst am 5.9.2005 um 14:26:00

The lost discussion (Der verlorene Diskurs)

Buddy S.:

Was, Du hast dich mit Soenke angelegt?
Hast geglaubt, Du kannst zumindest einen Etappensieg erringen?
Mann, Du kommst mir vor wie jemand,
der vom Empire State Building herunterspringt
und erwartet, dass er nur ein Stockwerk runterfällt.

Buddy T (silent)

[ Bezug ]



Fragen (keine/0) (#97)
von Ralf Poschmann
verfasst am 5.9.2005 um 08:56:21

Ist es für die betroffenen Menschen in New Orleans wesentlich, ob es sich um eine Zwangsevakuierung oder nicht gehandelt hat? Ist es für uns wesentlich, darüber zu streiten? Ehrlich gesagt, habe ich diesen Teil der Diskussion eher nebenbei verfolgt, weil dieser Punkt der mit dem geringsten Interesse für mich ist.

Ich ärgere mich jetzt, dass ich meinen Kommentar geschrieben habe, der mit den Vorgängen in den USA ja gar nichts zu tun hatte. Ich wollte eigentlich nur ausdrücken, dass in der heutigen Zeit so viele Informationen anfallen, dass bereits die Auswahl der Nachrichten durch die Agenturen eine bewusste oder unbewusste Beeinflussung der Öffentlichkeit darstellt.

Ich habe den Spiegel seit kurz nach der Wende abonniert. Sie pflegen dort einen ganz eigenen Stil, der einem nach so langer Zeit fast gar nicht mehr auffällt. Aber wenn man ihn anhand konkreter Vorgänge, die man sehr genau kennt, analysiert, dann fällt auf, dass die Artikel keine reinen Informationen übermitteln, sondern immer zu einer Story aufblasen, die Meinungen transportiert. Man erkennt das sehr schön auch an den Leserbriefen im Anschluss an die Artikel ein oder zwei Wochen später.

Was die Bewertung der Katastrophe selbst betrifft, so habe ich versucht, Vergleichszahlen zu finden. Die Flut von 1999 hat in Bayern einen geschätzten Schaden von 350 Millionen hinterlassen. Die Flut von 2002 war teuer, aber sicher noch unter einer Milliarde. Wenn die Schätzung aus den USA von 100 Milliarden stimmt, dann ist das eine Größenordnung, die die uns bekannten Maßstäbe weit übersteigt.

Insofern verwundert es mich nicht, wie chaotisch die Hilfe anläuft. Das wäre bei uns sicher nicht anders. Aber Ausschreitungen in diesen Größenordnungen würde es bei uns (wahrscheinlich, hoffentlich) nicht geben, weil die Sozialstaaten in Westeuropa anders aufgebaut sind, die von Staats wegen zugelassenen sozialen Unterschiede geringer sind. Für mich ist deshalb die jetzige Katastrophe auch ein Lehrbeispiel dafür, dass wir in Europa nicht so sehr viel von den USA lernen können, es sei denn, wie man seine Gesellschaft nicht aufbauen sollte.

[ Bezug ]



Keine Antworten (keine/2) (#98)
von Lothar Struck
verfasst am 5.9.2005 um 09:20:02

Ich hatte Zwangsevakuierungen deshalb angesprochen, weil meine Sicht der Katastrophe dahingehend war (und auch immer noch ist), dass sich ein Grossteil der Bevölkerung rechtzeitig abgesetzt hat - ein anderer Teil (ich lese immer von 100.000 Menschen) aus den verschiedendsten Gründen dageblieben waren.

Ein Teil davon wollte sicherlich in keinem Fall die Stadt verlassen, weil man vielleicht Plünderungen befürchtete, oder - was näher liegt - weil man niemanden hatte, wo man hinkonnte und auch gar keine Möglichkeiten besass, sich aus dem Krisengebiet zu entfernen. Es handelt sich also - grob vereinfacht - um sozial Schwächere (und das ist nicht denunzierend gemeint!). Meine These: Wer Geld genug hat kann es sich leisten, zu verschwinden - wer nicht, muss bleiben.

Ob es logistisch möglich ist, 100.000 Menschen zwangsweise aus ihren Häusern zu bringen, weiss ich nicht. Ich weiss aber sehr vieles auch nicht, nämlich warum jetzt plötzlich Luftbrücken möglich sind, warum man jetzt Ausweichquartiere gefunden hat und warum jetzt das Militär dort ist.

Kernpunkt für mich ist, dass die Deiche (oder der Deich), der die Innenstadt vor Überflutungen schützen sollte explizit nur für Hurrikans der Kategorie 3 ausgewiesen war. Katrina war - das war mehrere Tage im voraus bekannt - Kategorie 5. Man hat, das ist mein Eindruck, sehenden Auges mit den Menschen „gespielt” und einfach nur gehofft, der Deich halte wohl trotzdem. So etwas ist unendschuldbar, zumal man ja durchaus Erfahrungen mit Hurricans hat und ein irgendwie gearteter Notfallplan bereitliegen müsste.

Wenn man mit älteren Leuten spricht, ziehen sie, was den „entfesselten Mob” angeht, Parallelen zu ihren Erlebnissen im Krieg (insbesondere bei Leuten, die vertrieben wurden). Ich wäre mir (leider) nicht so sicher, ob eine Katastrophe wie in New Orleans im Hamburg „gesitteter” ablaufen würde (dabei nehme ich mich natürlich nicht aus - niemand weiss, wie man in solchen Extremsituationen reagiert).  

   

[ Bezug ]



Seriosität von SpOn (4.66/3) (#73)
von Joscha Bach
verfasst am 4.9.2005 um 01:16:05

Sascha, die Politredaktion von SpOn ist schon eine ganze Weile nicht mehr sonderlich seriös, es gibt inzwischen zahlreiche politische Beiträge, die Information und Meinung vermischen und gleichzeitig eine Agenda transportieren. Es wird sehr selektiv und gelegentlich grob fehlerhaft berichtet. Dazu gehört auch die Berichterstattung über Trittins Aussagen über die amerikanische Flutkatastrophe. Schau mal hier.

[ Bezug ]


Pscht... (keine/0) (#75)
von Soenke Greimann
verfasst am 4.9.2005 um 02:03:37

…Du hast es doch gelesen: Das Wort eines Spiegel-Online-Journalisten…

[ Bezug ]


Du scheinst... (3.14/7) (#43)
von Soenke Greimann
verfasst am 3.9.2005 um 11:20:12

…eine sehr idealistische Vorstellung zu haben, davon, welchen Standard „der Spiegel” als Nachrichtenmagazin hat, und noch mehr davon, welchen Standard seine Online-Dependance wohl besitzen mag… Ich bin da sehr skeptisch, vor allem, weil ich dort schon mehrfach hanebüchenste Widersprüche und journalistische Schrammen beobachten durfte. Selbst tagesschau.de ist davor nicht gefeit. Wenn aber jemand einerseits von einer „Empfehlung” schreibt, das Flutgebiet zu verlassen, andererseits daraus ein paar Sätze später eine „Zwangsevakuierung” strickt, der wirkt auf mich zumindestens sprachlich nicht gerade sorgfältig und somit wenig seriös.

Definieren wir doch mal bitte das Wort „Zwangsevakuierung”: Es besteht aus den Worten „Zwang” und „Evakuierung”. Das eine ist unzweifelhaft die Verbringung der Zivilbevölkerung aus einer bestimmten (Gefahren-)zone. Das andere scheinst Du etwas anders zu definieren, als der denkende Rest der Menschheit. Ich jedenfalls verstehe unter „Zwang” die Durchsetzung einer Handlung oder eines Zustands gegen oder zumindestens ohne den Willen des jeweils Unterworfenen, des „Gezwungenen”, sozusagen. Wenn allerdings niemand gekommen ist, um irgendwelche Leute gegen ihren Willen fortzubringen, dann kann doch wohl von „Zwang” überhaupt keine Rede sein, auch wenn eine irgendwie geartete rechtliche Verpflichtung zum Evakuieren bestand.

Da kannst Du schlaubergern, wie Du willst, es war und ist keine Zwangsevakuierung, solange keiner Zwang ausübt, sondern nur eine Empfehlung ausgesprochen wird (Spiegel online hat das allerdings dann wohl auch noch falsch berichtet, gelle?), man möge sich doch zum eigenen Schutz vom Acker machen. Ist es nicht. Ehrlich. Und wenn man überhaupt nicht die Mittel hat, Leute zum Fortgehen zu zwingen, schon gar nicht. Am schlimmsten finde ich dabei allerdings noch Deinen blinden Glauben an die vermeintliche Nachrichtenautorität aus dem Internet, sogar im Angesicht schlüssiger Gegenargumente. Das grenzt schon fast an schubertsche Borniertheit, wenn Du Dich lieber Argumenten verschließt, statt Deinen offensichtlich unhaltbaren Standpunkt aufzugeben.

Die Originalquellen, die ich bislang gelesen habe, sprechen bislang von einer „mandatory evacuation”, also eine „Pflichtevakuierung” das mag stärker sein, als die vom Spiegel-Online-Schreiberling bemühte „Empfehlung”, aber es ist bei weitem keine „Zwangsevakuierung”… Irgendeiner hat da in der Übersetzung Mist gebaut und alle (auch Du) beten es unreflektiert nach. Bitte Gehirn nach 17 Uhr durch den Türschlitz schieben…

Und da wundert man sich noch, daß der Sprachgebrauch allerorten immer schludriger wird…

[ Bezug ]



Das ist doch jetzt schon fad... (keine/1) (#44)
von Boris Lavicka
verfasst am 3.9.2005 um 11:39:39

Laut der vorort weilenden Journalisten, die sich eingehend mit Mitgliedern der Exekutive unterhielten, gab es lediglich die Idee der Zwangsevakuierung, diese wurde rasch verworfen und zu einer „Empfehlung zum zügigen Verlassen der Region”, weil sie (die Zwangsevakuierung) nie und nimmer durchführbar gewesen wäre. Womit denn auch? Mit der Verteilung von einer halben Million Paar Rollschuhen vielleicht?

Quelle: Inzwischen überall

[ Bezug ]



Eben... (1.00/3) (#49)
von Soenke Greimann
verfasst am 3.9.2005 um 12:45:16

…was mir allerdings nicht in den Kopp will, ist, wie man obstinat auf seinem Unfug beharren kann, wenn man Buch, Vers und Kapitel vorgebetet bekommen hat, daß es halt Unfug gewesen ist.

Naja, vielleicht muß man auch einfach nur lange genug bei GIGA™ gewesen sein…

[ Bezug ]



Und wieder (keine/0) (#50)
von Sascha Rouven Simon
verfasst am 3.9.2005 um 12:55:54

sind dir 5er-Bewertungen von Dirk, Martin, Boris und Co sicher.


[ Bezug ]


...und davon... (keine/0) (#59)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 3.9.2005 um 14:18:42

…je drei Punkte für „korrekt analysiert” und „Mann, gibst Du Dir Mühe”.

Nur Sechser gibt's halt nicht.

[ Bezug ]



Spitzfindigkeiten (keine/1) (#48)
von Sascha Rouven Simon
verfasst am 3.9.2005 um 12:30:06

Wieder eine Quelle die du in der Luft zerreißen kannst:

Mandatory

Ich will aber noch aus dem Wörterbuch zitieren (Langenscheidt - ISBN 3-468-04123-3)

mandatory:

I adj. 1. jur. vorschreiben, Muss…: ~regulation Mussvorschrift f; to make s.th. ~ upon s.o. j-m et. vorschreiben; 2. obligatorisch, verbindlich, zwangsweise; […]

Aber da ihr schon den Duden zum Witz erklärt habt, wirst du mir auch erklären, dass der Langenscheidt Verlag nur Mist produziert, und ich das Wörterbuch getrost in die Tonnen kloppen darf.
Greimann der Nensch hat gesprochen.

Die anderen, die bereit sind den Spiegel, den Duden oder was auch immer getrennt von meiner Person zu betrachten, mögen ihr eigenes Urteil bilden, ob es legitim ist mandatory evacuation mit Zwangsevakuierung zu übersetzen.

Es wurde jedenfalls von der Bürgermeisterin am 28. August einen Evakuierung angeordnet, aber Anordnung konnte nie und nimmer in der Zeit mit den erforderlichen Mitteln erzwungen werden.
Es war aber keinesfalls optional die Stadt zu verlassen. Die Leute gingen nicht freiwillig, sondern leisteten einer Anordnung folge.

Anordnung: Eine behördliche Entscheidung zur Durchsetzung der öffentliche Sicherheit und Ordnung

Wikipedia:

In anticipation of destruction caused by Hurricane Katrina, New Orleans mayor Ray Nagin ordered a citywide evacuation on August 28; neighboring areas and parishes followed suit. In a live news conference, Nagin predicted that „the storm surge most likely will topple our levee system,” and warned that oil production in the Gulf of Mexico would be shut down. In support, President George W. Bush also urged residents to evacuate, warning, „We cannot stress enough the danger this hurricane poses to Gulf Coast communities.” [3] [4]

The mandatory evacuation was the first ever to occur in the city. In the interest of protecting residents who remained in town, several „refuges of last resort” were established, including the massive Superdome, which housed over 9,000 people along with 550 National Guard troops as Katrina came ashore.

Ob meine Einstellung zum Spiegel idealistisch ist? Nein, ich sehe ihn nur in gewissen Relationen.
Selbst wenn der Spiegel derart unzuverlässige wäre, was sagt dir denn, dass dies meine einzige Quelle ist? Weil ich ihn als Beleg geliefert habe?
Welche Zeitschrift ist dir den genehm Greimann? Welche findet in deinem Urteil Gande?
Die taz, die FAZ, die Zeit, die Welt, die Bildzeitung?
Der Stern wurde zuvor herangezogen, um mich zu widerlegen. Ich finde das ist so in Ordnung. Aber ist denn der Stern so viel besser als der Spiegel? C'mon!
Hier geht es mal wieder um etwas ganz anderes.

Das es eine „mandatory evacution” gab, das wird ja nicht einmal mehr von dir bestritten.

Aber von mir aus, du hast Recht.

[ Bezug ]



Bla blub... (2.66/6) (#51)
von Soenke Greimann
verfasst am 3.9.2005 um 12:57:23

…aha. Wenn Dir also die Argumente ausgehen, wirst Du also penetrant und ausfallend. Naja, die Angst, Unrecht zu bekommen, ist allerdings ein übel riechendes Wässerchen. Du solltest es nicht so oft auftragen.

Mag sein, daß „zwangsweise” auch dazugehört, aber es ist wohlweislich erst unter Punkt 2. gruppiert und auch dort erst als dritte Alternative. Also kennt auch Langenscheid Übersetzungsmöglichkeiten, die treffender sind, als die von Dir so beharrlich vertretene. Da wird die Luft aber dann auch wieder dünn, nicht wahr?

Wenn jemand schreibt: „die erste Zwangsevakuierung in der Geschichte von New Orleans”, dann insinuiert das beim alltäglichen Sprachgebrauch, daß da auch etwas stattgefunden hat, und zwar unter Zwang. Man kommt nicht primär darauf, daß etwas nur „angeordnet” wurde.

Es geht nicht darum, daß ich recht hätte, sondern darum, daß der Artikel, den Du zitiert hast, sich einerseits selbst widerspricht und somit ungeeignet gewesen ist, Deine von den Tatsachen abweichende Meinung zu untermauern. Das passiert Dir allerdings öfter und stellt meines Erachtens den Unterschied zwischen ernstzunehmender Diskussion und halbseidener Propaganda dar.

Aber da man sich offenbar schon dafür entschuldigen muß, ein weitergehendes Vokabular zu gebrauchen (siehe Joschas Kommentare zu jenem Thema), ist es nur ein kleiner Schritt, sich dafür zu entschuldigen, daß man weder schlampig liest, schreibt, noch argumentiert und somit für Leute, die das tun, für „spitzfindig” gehalten wird. Dafür Dir gegenüber meine aufrichtige Entschuldigung.

[ Bezug ]



Du hast doch schon (keine/0) (#52)
von Sascha Rouven Simon
verfasst am 3.9.2005 um 13:02:14

Recht bekommen. Was willst du noch?

[ Bezug ]


Mir reichte schon... (1.50/4) (#54)
von Soenke Greimann
verfasst am 3.9.2005 um 13:13:36

…eine künftige Verhaltensverbesserung Deinerseits. Amüsant, daß Du immer noch glaubst, es gehe darum, recht zu bekommen.

[ Bezug ]


Verhaltensverbesserung (5.00/4) (#56)
von Sascha Rouven Simon
verfasst am 3.9.2005 um 13:34:29

Das andere scheinst Du etwas anders zu definieren, als der denkende Rest der Menschheit.

Da kannst Du schlaubergern, wie Du willst

Deinen blinden Glauben

[…]grenzt schon fast an schubertsche Borniertheit

Bitte Gehirn nach 17 Uhr durch den Türschlitz schieben…

Naja, vielleicht muß man auch einfach nur lange genug bei GIGATM gewesen sein…

Vielen Dank!

[ Bezug ]



Nunja... (keine/0) (#68)
von Soenke Greimann
verfasst am 3.9.2005 um 17:14:52

…es hätte ja an Dir gelegen, den Anschein zu entkräften. Hast Du aber nicht. Wundert es Dich dann, daß man sich über Dich amüsiert wie über einen Auftritt der drei Stooges?

Warum ziehst Du Dir den Schuh denn an, wenn er doch angeblich gar nicht paßt?

[ Bezug ]



Einer, der dabei war und schreiben und lesen kann (keine/2) (#69)
von Hartwig Kinder
verfasst am 3.9.2005 um 17:37:35

drückt das so aus.

[ Bezug ]


Jetzt endlich - Zwangsevakuierung in New Orleans (keine/0) (#161)
von Hartwig Kinder
verfasst am 7.9.2005 um 13:42:06

Nun endlich wissen wir, wann jemand in USAzwangsevakuiert. Mr. Nagin hat gesprochen.

[ Bezug ]


Möglichkeit zur gütlichen ... (4.33/3) (#53)
von Willi Wamser
verfasst am 3.9.2005 um 13:12:14

Evakuierung

(1) Deutscher Sprachgebrauch

  • Wir haben Vorbereitungen für die Evakuierung der Familien getroffen", sagt er, „für die Frauen und Kinder.” (Quelle: DIE WELT 2001)
  • Die Regierung in Maputo hat versagt: keine Vorwarnung an die Bauern entlang des Flusses, kein sanftes Wasserablassen aus dem Staudamm ab Dezember, keine effiziente Evakuierung der Menschen im Schwemmgebiet. (Quelle: DIE WELT 2001)
  • Vier Hubschrauber aus Südafrika sollen am Nachmittag die mosambikanische Regierung bei der Evakuierung der Region unterstützen. (Quelle: DIE WELT 2001)
  • Beira Nach dem erneuten Ansteigen der Flutwelle im Norden von Mosambik sollen Hubschrauber der südafrikanischen Armee bei der Evakuierung helfen. (Quelle: DIE WELT 2001)
  • Ebenso wurde sein Engagement bei der Evakuierung von Juden aus feindlichen Ländern durch den Mossad angesprochen. (Quelle: DIE WELT 2001)
  • Insgesamt 24000 Flüchtlinge warteten auf ihre Evakuierung. (Quelle: DIE WELT 2001)
  • Die Marine bereitete Schiffe für die Evakuierung von 10 000 Menschen vor. (Quelle: DIE WELT 2001)
  • „Sie sahen aus wie Zombies”, sagte Audrey Baschet, die eine Villa mit Meerblick bewohnt und die Evakuierung beobachtet hat. (Quelle: DIE WELT 2001)
  • Shabtai Shavit rühmte in einem Brief an Präsident Clinton die Verdienste - Richs „bei der Rettung und Evakuierung von Juden aus Feindländern: Israel und das jüdische Volk sind dankbar für diese selbstlosen Taten.” (Quelle: DIE WELT 2001)
  • Bei ihrem Treffen mit der Mutter eines der Opfer des Angriffs auf das serbische Staatsfernsehen betonte Del Ponte, Milosevic sei von der Nato über die bevorstehende Bombardierung des Gebäudes informiert worden, um eine Evakuierung zu ermöglichen. rid/AFP (Quelle: DIE WELT 2001)

(2) Englischer Sprachgebrauch

Mandatory evacuation

This is a warning to persons within the designated area that an imminent threat to life and property exists and individuals MUST evacuate in accordance with the instructions of local officials (FEMA definition). Synonym: directed evacuation. See also evacuation.

Evacuation

Organized, phased, and supervised dispersal of people from dangerous or potentially dangerous areas (FEMA definition).

Evacuees
All persons removed or moving from areas threatened or struck by a disaster.

Link

(3) Zwischenfazit

Der deutsche Begriff „Evakuierung” ist enger. Er enthält obligatorisch die Komponenten,

  • „zwangsweise Aktion” +
  • „die anordnende Instanz stellt Hilfsmittel für den Transport zur Verfügung”

Der englische Begriff („must evacuate”) deckt auch dasjenige Verlassen eines Areas ab, das weitgehend durch „eigenanteilige Aktionen und Resourcen” erfolgt.

Der Stellenwert dieser semantischen Differenzierung, also der Stellenwert  im Diskurs der Kontrahenten wäre zu überprüfen.  




Versus Kadavergehorsam (2.77/9) (#11)
von Eric Schumacher
verfasst am 2.9.2005 um 22:28:56

Ach ja ist das so? Der Mob ist los! Der Leviathan! Ja und? Möge er wachsen und wachsen und wachsen! Möge er sinnlos, zerstörerisch wüten ohne Ende! Ich begrüße ihn - diese Kreaturen des Neoliberalismus, diese kadaverselige Zombiefraktion! He wacht mal auf! Diese Weltordnung ist krank, pervers! Wenn ihr nichts habt, dann müßt ihr es euch holen! Ist ja genug da. Das ist das Gesetz des Kapitalismus, des Dschungels. Ach scheiß drauf, ich hab keine Lust mehr ausgewoben zu argumentieren, ich hab keine Lust mehr zu diskutieren, ich hab keine Lust mehr mir Lügen anzuhören, ich hab keine Lust auf diese in Watte verpackte Menschenverachtung. Da ist nur noch Wut, Wut, Wut! Das amerikanische Establishment verhöhnt die Ideale des american way of life und die Menschheitsideale schlechthin. Diese Gesellschaftsordnung ist durch nichts gerechtfertigt. Selbst die Bildzeitung titelt schon rührselig-heuchlerisch: Helft den armen Kindern von New Orleans. Nur zur Erinnerung: wir reden über die reichste Nation der Welt. Wäre ich in New Orleans, ich würde auch plündern. Ich würde plündern, plündern, plündern. Ich würde alles tun, um was zu fressen zu kriegen. Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Und ich scheiß auf kleinbürgerliche Empfindsamkeit, ich scheiß auf eure billige Attitüden, auf eure korrupte Moral. Hier werden elementare Menschenrechte mit Füssen getreten, hier wird Menschen ins Gesicht gespuckt, hier wird Menschen ihr Existenzrecht verweigert.



mehr pathos (3.53/13) (#14)
von Ioan Radulescu
verfasst am 2.9.2005 um 22:44:01

soso, plündern würdest du. dann würdest du auch vergewaltigen, denn wer ahörnchen sagt, muss auch behörnchen sagen?

weißt du, es gibt da einen kleinen unterschied zwischen sich was zu fressen holen und leute gegen ihren willen ficken, oder andere ins jenseits zu befördern.

das ist eine lustige kasperlpose, mit der du da laborierst. würde mich interessieren, ob du sie im ernstfall auch noch auslebst, wenn du was faselst von wegen geknechteter menschheit und dir einer mit einer hacke einmal kurz und achtlos alle vorderzähne ausschlägt.

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noch mehr pathos (1.75/8) (#15)
von Eric Schumacher
verfasst am 2.9.2005 um 22:51:53

du hast überhaupt nicht verstanden, was ich sagen wollte… ist mir im übrigen auch egal … wer so billig und primitiv argumentiert wie du - ach scheiß drauf … plündern, vergewaltigen, ficken und überleben ist alles eins … ja klar!!! … vielen Dank, das du mich in diesen Kontext gesetzt hast …   du hast null Ahnung  

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die Frage ist doch (1.00/7) (#23)
von Eric Schumacher
verfasst am 2.9.2005 um 23:15:45

ob ich mich überhaupt mit dir abgeben soll…

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Hallo Eric, (4.50/8) (#32)
von Krischan Lehmann
verfasst am 2.9.2005 um 23:42:43

bitte mal tief durchatmen. Du ärgerst Dich sonst morgen. Habe mir erlaubt, Deine Latte an impulsiven Kommentarbewertungen rückgängig zu machen.

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danke ! (4.66/3) (#40)
von Eric Schumacher
verfasst am 3.9.2005 um 07:13:16

das war in der Tat etwas zu impulsiv - dafür entschuldige ich mich - nicht für den Ursprungskommentar - und nicht für die erste Replik auf eine noch meinem Dafürhalten unappetitliche Replik - für die 4 darauffolgenden wiederrum ja.

Wo Du doch schon mal dabei bist, mache doch bitte auch mein Profil, meine Kommentare und Tagebucheinträge rückgängig…

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Wäre blöd (keine/0) (#45)
von Willi Wamser
verfasst am 3.9.2005 um 11:44:06

und schade und ein Verlust für alle möglichen growling wildcats, einschließlich eric-wildcat.

Der Thread hat in seinem explodierenden Teil ganze Latten von sich verselbständigenden Fehlzündungen und entsprechenden Raketen aufzuweisen.

Bei Henning kann man bei aller prinzipiellen Problematik solcher Eraser-Aktionen eine spezielle Disposition zu kumpeliger Empathie jenseits von Bevormundung oder Zensur ansetzen.

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Meditativer Blues (3.66/3) (#46)
von Willi Wamser
verfasst am 3.9.2005 um 12:12:10

„You don't know what you've got , until it's gone”)

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Edit (keine/0) (#47)
von Willi Wamser
verfasst am 3.9.2005 um 12:27:23

Bei Krischan kann man bei aller prinzipiellen Problematik solcher Eraser-Aktionen eine spezielle Disposition zu kumpeliger Empathie jenseits von Bevormundung oder Zensur voraussetzen.


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Vielen Dank, Bernhard! (keine/0) (#61)
von Hildegard K. Thies
verfasst am 3.9.2005 um 14:46:22

Gruß von Helene

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Gruß (keine/0) (#62)
von Willi Wamser
verfasst am 3.9.2005 um 14:47:54

an Hildegard-Helene
von Edith

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Edith?! (keine/0) (#63)
von Hildegard K. Thies
verfasst am 3.9.2005 um 14:52:07

Dieser thread verdient eine Metadiskussion, vielleicht kühlen die Mütchen dann weiter ab. Aber ich muss erst noch mal genau lesen, was genau hier passiert ist, bevor ich hier die Assoziationen ausbreite, die mir grade kommen! Pfuäti!

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Bevor Du (keine/0) (#64)
von Willi Wamser
verfasst am 3.9.2005 um 15:05:38

die Abgründe des
Leviathan-Threads ausleuchtest,
hier die Aufhellung der flachsten Stelle:

 Edit (keine/0) (#47)
von Willi Wamser
verfasst am 3.9.2005 um 12:27:23  

Bei Krischan (sicher auch bei Henning, aber der war jetzt gerade nicht gemeint; to edit: herausgeben, redigieren, korrigieren) kann man bei aller prinzipiellen Problematik solcher Eraser-Aktionen eine spezielle Disposition zu kumpeliger Empathie jenseits von Bevormundung oder Zensur voraussetzen.

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OK, genug gespammt. (keine/0) (#31)
von Martin von Arndt
verfasst am 2.9.2005 um 23:38:59



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kasperlpose (keine/2) (#18)
von Eric Schumacher
verfasst am 2.9.2005 um 23:10:06

de Frage ist doch, wer hier die Kasperlhose an hat…

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Unpassend (keine/2) (#37)
von Joscha Bach
verfasst am 3.9.2005 um 00:53:14

In einer Stadt, die wohl zumindestens teilweise abzuschreiben sein wird, feuchte Jeans und Stereoanlagen abzugreifen mag ja zweifelhaft sein, aber was bringt es, dergleichen mit Vergewaltigung gleichzusetzen?
Was bringt Dich so auf an Erics emotionalem Ausbruch?  Wird es differenzierter, wenn Du ihm so etwas reinwürgst?

[ Bezug ]


Extremsituationen (keine/0) (#1)
von Rainer Müllan
verfasst am 2.9.2005 um 19:05:32

wie Naturkatastrophen, sollten doch - möchte man meinen - solidaritätsfördernd sein: „Alle” sitzen im selben Boot, folglich wäre das Verhalten, das ich erwarten würde gegenseitige Hilfe, die aus der Notsituation erwächst. Es scheint aber viele zu geben, die genau das nicht tun; eine Situation, die ich in diesem Ausmaß überhaupt nicht erwartet habe.

Wer hat Erklärungen?



Erklärung? (keine/0) (#83)
von Mirja Brink
verfasst am 4.9.2005 um 12:38:37

Die bloße Angst, der pure Selbsterhaltungstrieb, der nackte Überlebenskampf?

[ Bezug ]


Die effektivste Bürokratie der Welt (keine/2) (#9)
von Martin von Arndt
verfasst am 2.9.2005 um 22:19:05

Gerade in der ARD das Gerücht (!) gehört, daß es sich bei den Verspätungen der Bundestruppen um ein administrativ-bürokratisches Problem handle und erst noch geprüft werden müsse, ob der Bürgermeister von New Orleans als Behörde überhaupt solche Truppen anfordern dürfe oder nicht. Immerhin wurde Eilverfahren zugesagt.

So zynisch können Kabarettisten gar nicht sein, daß sie dergleichen als Szenario zeichnen.

Zumindest sucht man jetzt intensiver als zuvor nach den verlorengegangenen Ölplattformen, was auch für uns Deutsche nun maßgeblich und von Bedeutung sein dürfte.

PS: Meine Überschrift ist natürlich Käse. Die effektivste Bürokratie der Welt war niemals in den USA zu finden und wird niemals dort zu finden sein, weil Kakanien und Frankreich diesbezüglich unüberwindbare Meßlatten gesetzt haben. Turkmenistan nicht zu vergessen.



in turkmenistan (3.66/3) (#10)
von Ioan Radulescu
verfasst am 2.9.2005 um 22:21:46

würden sie auch effektiver gegen eine solche katastrophe vorgehen.

[ Bezug ]


wohl kaum - überflüssiger kommentar (1.20/5) (#25)
von Eric Schumacher
verfasst am 2.9.2005 um 23:23:25



[ Bezug ]


Ups! (keine/0) (#29)
von Daniela Hägele
verfasst am 2.9.2005 um 23:29:16

Ich hätte dazuschreiben sollen, dass der Vergleich mit Turkmenistan Satire ist! Nicht ernst! Das glaub ich also nicht wirklich!

[ Bezug ]


Ach, Turkmenistan! (keine/1) (#16)
von Daniela Hägele
verfasst am 2.9.2005 um 22:53:32

Ein Chef wie Turkmendingsda hängt wahrscheinlich nicht so sehr an seinem Volk, dass er um eine untergehende Stadt viel Aufhebens machen würde, außer sein Lieblingspalast steht dort oder dort lebt die Tante seines Lieblingsrennpferds. Aber dort wärs uns ja auch egal. Wie in unzähligen anderen Ländern. Ob bei Naturkatastrophen irgendwo in einem Land ganz ganz weit weg geplündert wird oder nicht geht uns doch meist am Arsch vorbei und selbst wenn mal ein kleiner Bericht dazu irgendwo kommt,wird er doch sofort wieder vergessen. Aber Amerika ist nah. Täglich. Wichtig. Jeder war mal dort. Kennt jemanden. Und wenn`s aus dem Fernsehen ist. Da ist die Gefahr plötzlich ganz nah und real: könnte das in Mitteleuropa auch passieren? Würden wir in solchen Situationen genauso reagieren? Ein Gedanke, der einem bei Plünderungen in turkmenischen Supermärkten so bestimmt nicht kommt. Aber vielleicht hast du recht, Ioan, vielleicht hätten die Turkmenen die Situation besser im Griff…

[ Bezug ]


Sebstreflexion "american ideals" (keine/1) (#67)
von Willi Wamser
verfasst am 3.9.2005 um 16:49:19

United States of Shame

By Maureen Dowd - New York Times

Why does this self-styled „can do” president always lapse into such lame „who could have known?” excuses.

Who on earth could have known that Osama bin Laden wanted to attack us by flying planes into buildings? Any official who bothered to read the trellis of pre-9/11 intelligence briefs.

Who on earth could have known that an American invasion of Iraq would spawn a brutal insurgency, terrorist recruiting boom and possible civil war? Any official who bothered to read the C.I.A.'s prewar reports.

Who on earth could have known that New Orleans's sinking levees were at risk from a strong hurricane? Anybody who bothered to read the endless warnings over the years about the Big Easy's uneasy fishbowl.
(…)
When the president and vice president rashly shook off our allies and our respect for international law to pursue a war built on lies, when they sanctioned torture, they shook the faith of the world in American ideals.

When they were deaf for so long to the horrific misery and cries for help of the victims in New Orleans - most of them poor and black, like those stuck at the back of the evacuation line yesterday while 700 guests and employees of the Hyatt Hotel were bused out first - they shook the faith of all Americans in American ideals. And made us ashamed.

Who are we if we can't take care of our own?



Hey Genevieve, (keine/1) (#92)
von Gert Klimanschewski
verfasst am 5.9.2005 um 00:56:00

ich muss anfangs mal von mir geben, (kanns mir nicht verkneifen), wie typisch suuuper die Diskussion hier teilweise läuft und Metadiskussionen auf nensch eh unnötig sind, denn hier haben ja alle Stil und brauchen keine Emotikons, aber viel Text, um sich zu rechtfertigen …lächel.... Schade eigentlich, dass dann auch der Thread drunter leidet… ich wollte es nur mal bemerken und anmerken, das Meinungsverschiedenheiten nicht mit einem olympischen Wettkampf gleichzusetzen sind.

So, zum Thema, was sicherlich einige objektive Wahrheiten hat, aber auch unterschiedliche Ansichten hervorruft, über die man nicht mal streiten brauch, wir wollen sie ja nur diskutieren.

Die USA hat schon in den 70zigern mit Umweltschutz angefangen, da sie einfach dem Dreck nicht mehr Herr wurden. Allerdings war dies alles Halbseiden, doch vor den Europäern, die auch genug Dreck machen.
Ich denke sicher, dass die schlechte Versorgung in New Orleans auch mit Rassismus zutun hat. Gar nicht mal mehr bewusst, dass ist schon verinnerlicht. Die denken, die Leute wurden aufgefordert die Stadt zu verlassen und alles ist ok, und jene, die es sich leisten konnten, taten dies, andere hatten gar keine Alternative und wurden vergessen, komischer Weise waren die meisten Afroamerikaner.

Aber bei der gesamten Diskussion hier, die sich doch meistens um die Aufarbeitung der Katastrophe dreht, wird mit keinem WORT erwähnt, dass wir doch alle einen Schuss vor den Bug bekommen haben. Es ist doch lächerlich, hier noch die Politik für verantwortlich machen zu wollen, wo wir doch alle morgen früh wieder in unser Auto steigen und auch sonst kaum anders mit dem Alltag und unserem Verbrauch von Ressourcen umgehen werden.

Man kann bei der Katastrophe keine Freude empfinden, man kann höchstens peinlich entsetzt Lachen, so als hätte man sich gerade heftigst die Pfoten verbrannt, weil man naiver Weise die Hand für jemanden ins Feuer gehalten hat, der meinte: „Das ist nicht heiß.”
Und so ist es doch, obwohl wir es alle besser wissen, schauen wir auf zu den Politikern und erwarten uns von denen, dass sie eine Lösung parat haben, die uns aber keinesfalls versagt, morgen mit dem Auto zu fahren. Wir lassen uns das zu Munde reden und lenken uns damit ab, über die schrecklichen Ereignisse zu plauschen, dabei ist das Schrecklichste, dass es morgen gleich wieder passieren kann.

Das Chaos wird doch immer das Gleiche sein, egal ob in Asien, Europa, oder den USA, es gibt immer Menschen, die schon völlig verroht sind und auch am Leid des Anderen noch verdienen wollen. Nebenbei gesagt, so macht es die Wirtschaft auch. Warum soll man den „Bauern” etwas geben, wenn man die Ernte auch fast umsonst bekommen kann.  Plünderungen hätte man schon von Anfang an entgegen wirken können, in dem man den Schrott in den Regalen, den niemals noch jemand verkaufen würde, einfach frei gegeben hätte.
Aber nein, wir halten fest an Besitzständen, selbst wenn vor unseren Augen die Leute verrecken. Die Menschen wären ruhiger gewesen und scheiß auf die paar Staubsauger und DVD Player, die mitabgeschleppt wurden. Die Versicherungen zahlen bestimmt gerade denen alles.
Diese Ignoranz ist viel verwerflicher, als die Plünderungen.

Tatsache ist doch hier aber, dass sich die Prozesse immer mehr verselbständigen und wenn wir mal annehmen wollen, dass nach Katrina, sofort noch ein zweiter und dritter Hurrikan angekommen wäre, was ja nicht ausgeschlossen ist, dann wäre unsere Ohnmacht noch größer. Nur das Lamentieren bringt uns nicht weiter, wenn nicht morgen schon allen endlich klar wird, dass wir einem Wirtschaftsystem unterstehen, dass uns jeder Lebensgrundlage berauben wird. Wieder drängt es sich auf, zu sagen, dass wir heutigen Generationen, bei weitem nicht das Recht haben, den zukünftigen Generationen, solch eine Müllhalde zu hinterlassen.
Ich denke, es ist so drastisch.

Ich finde, du hast es gut erkannt, dass da eines zum anderen kommt. Waffen sind im Umlauf, die Menschen sind eh gepeinigt von Armut und Kriminalität und somit verroht, dazu kommt noch die Arroganz der Administration, der man die Leichen aus dem Weg räumt, bevor sie das „Krisengebiet” besichtigt. In New Orleans versagt nicht die USA, sondern die gesamte westliche Welt, und dies tut sie auch in Afrika, Nahost und anderswo, wo es einzig allein darum geht, dass wir uns Ressourcen sichern. Egal ob Kaffee, Öl, Bananen, wir wollen alles, aber nichts dafür zahlen. Wir wollen nehmen, aber nichts dafür zurück investieren. Jetzt kommt die Rechnung auf Umwegen und wir werden richtig nachzahlen, denn wie gesagt, morgen läuft alles schön weiter, …und es läuft und läuft auch bald immer mehr Wasser durch andere Städte, über die Küsten und Mensch und Tier.

Sicherlich wird noch viel über das Versagen der Rettung geredet werden, alles verpuffte Energie meiner Meinung nach, denn ein höherer Deich und eine bessere Rettung wird uns nichts bringen. Der Schwachsinn ist die Katastrophe schlechthin, deren eintreten uns schon vor Jahrzehnten vorausgesagt wurde, wenn wir unsere Wirtschaftskapazitäten weiter solchen Raubbau treiben lassen, an dem wir aber alle beteiligt sind.

Menschen müssen einfach mehr Eigenverantwortung für ihr Leben übernehmen und sicherlich nicht im Namen der Wirtschaft und mit HartzIV im Nacken.

Ein besonderes Beispiel menschlicher Problembewältigungsstrategien war letztens im Fernsehen.
Ein militärischer Wissenschaftler stellte eine chemische Substanz vor, mit der in der USA mächtig versucht wird. Es ist ein Pulver, dass Wasser bindet, es geliert. Und es heißt nun, „dies sei die Lösung”, man würde dieses Pulver in ausreichenden Mengen in die Hurrikans streuen und damit alle Wolken auflösen.
Dazu meinte der Typ, so ungefähr jedenfalls: „Wenn wir andere Länder bekriegen, dann schmeißen wir auch Bomben und setzen alle unsere militärische Kraft ein. Und dies hier ist nichts anderes als Krieg. Und wir haben die Waffen, die den Feind besiegen können.”

Das halte ich für mehr als krank. Was könnte dies alles für weitere Folgen haben. Dann wird sozusagen die zweite Runde im Wettrüsten gegen die Natur aufgenommen und dabei bin ich mir sicher, dass nur einer gewinnen wird, nämlich die Natur.  



Mitnichten (keine/2) (#99)
von Michael Oltmanns
verfasst am 5.9.2005 um 11:27:55

Ich denke sicher, dass die schlechte Versorgung in New Orleans auch mit Rassismus zutun hat. Gar nicht mal mehr bewusst, dass ist schon verinnerlicht. Die denken, die Leute wurden aufgefordert die Stadt zu verlassen und alles ist ok, und jene, die es sich leisten konnten, taten dies, andere hatten gar keine Alternative und wurden vergessen, komischer Weise waren die meisten Afroamerikaner.

Was bitte ist daran Rassismus? Rassismus unterstellt, dass jemand bewusst etwas unternimmt oder unterläßt, es aber mindestens billigend in Kauf nimmt, um einer anderen Rasse zu schaden.

Wenn das Wasser bis auf 160cm steigt und keine Hilfsmittel vorhanden sind, dann sterben zunächst diejenigen, die nicht schwimmen können. Ganz zum Schluß sterben diejenigen, die eine körperliche Größe erreichen, die sie in die Lage versetzt auch stehend atmen zu können. Nach deinem Vergleich könnte man nun davon sprechen, das die Kleinwüchsigen benachteiligt worden sind.

Nachlässig war man in New Orleans gegenüber denjenigen, die zu lethargisch oder aufgrund ihrer materiellen Ausstattung unfähig waren, der Aufforderung zur Evakuierung aus eigener Kraft Folge zu leisten. Natürlich leiden darunter mehr Schwarze als Weiße, aber du verwechselst Ursache und Wirkung.

Fahrlässig sind alle Beteiligten gewesen, die seit Jahrzehnten wissen, daß New Orleans aufgrund seiner einmaligen Lage in einer Senke, besonders gefährdet ist, wenn es zu Dammbrüchen aufgrund jederzeit möglicher Flutwellen kommt.

Fahrlässig handeln alle, die in der Nähe von Atomkraftwerken leben.
Fahrlässig handeln alle, die in besonders gefährdeten Erdbebengebieten leben.
Fahrlässig handeln alle, die New Orleans an der gleichen Stelle wieder errichten wollen und offensichtlich nichts gelernt haben.

Was immer für Katastrophen eintreten, es ist immer so, daß die Unterpriviligierten besonders darunter zu leiden haben, ganz gleich welche Hautfarbe sie haben.

[ Bezug ]



Neee, ich bleibe dabei.... (keine/0) (#132)
von Gert Klimanschewski
verfasst am 6.9.2005 um 09:57:57

…da schwingt auch Rassismus mit, zumal einige Schwarze berichteten, dass man die Weißen zuerst evakuiert habe. Und Rassismus ist es auch, wenn man die Bevölkerung auffordert die Stadt zu verlassen, aber auch weiß, dass die schwarze Bevölkerung es gar nicht kann und das wars denn  -- Lethargie, scheint mir hier falsch zu sein … Du redest auch von fahrlässig und Ursache und Wirkung -- Und warum leben Menschen zum Beispiel am Fuße eines Vulkans? Weil es unter Umständen der einzig gute Boden ist, auf dem man anbauen kann.
Überdenke mal was du geschrieben hast und wo die Kette wirklich beginnt…

Vorsätzlich handeln die, die auch morgen noch weiter Sprit verbrauchen, etc, mit dem Wissen, dass es zu weiteren Katstrophen führen kann.
Fahrlässig ist nicht das Wohnen in der Nähe eines Atomkraftwerkes, dann schon eher die Erstellung.

Ich meine, ich verstehe schon was du sagen willst, aber halte es für unkritisch. Man darf ja nun nicht außer acht lassen, dass nicht jeder die freie Wahl hat, dsort zu leben, wo es ihm gefällt.

Ich bin jedenfalls der Meinung, dass wir alle, die in Saus und Braus leben einen guten Verdrängungsmechanismus entwickelt haben und mehr Verantwortung für unser tägliches Handeln an den Tag legen sollten. Wir leben im globalen Dorf.  

[ Bezug ]



Paradigmen. (keine/2) (#133)
von Michael Oltmanns
verfasst am 6.9.2005 um 10:43:32

Ich verstehe den Ansatz, immer darauf zu achten, ob nicht irgendjemand noch Hilfe brauchen könnte. Dabei verwechsle ich aber nicht den natürlichen Instinkt, zuerst seiner Familie, seiner peergroup, hilfreich zur Seite zu stehen, mit einer bewussten Benachteiligung einer bestimmten Rasse oder Gruppe.

Du willst jemanden anderen für etwas verantwortlich machen, was eingetreten ist und erhoffst dir davon bessere Bedingungen für die Zukunft. Ich will zunächst jedes Individuum in die Lage versetzen, unabhängig von der Schuldfrage, sein Schicksal selbst zu gestalten, ohne auf systematische Verbesserungen für alle zu verzichten.

Natürlich kann man der Meinung sein, dass die Politiker für die fehlenden Dämme verantwortlich sind. Nur was nutzt das demjenigen, der zu ertrinken droht für die nächste konkrete Situation, während der Politiker im Zweifel rechtzeitig in seinem Privatflugzeug sitzt? Wenn ich der Gefahr nicht ausgesetzt werden will, dann muss ICH handeln und mich nicht aufschiebend in der Diskussion über die Schuldfrage ergehen.

Anstatt die Politiker oder die Gesellschaft verantwortlich zu machen, muss ich persönliche Konsequenzen ziehen. Man wirft Bush jetzt vor, zuviel Geld für den Irakkrieg und zuwenig für den Küstenschutz ausgegeben zu haben. Wir leben in einer Demokratie. Wenn ich mich recht erinnnere, dann war eine deutliche Mehrheit der Amerikaner doch dafür, oder nicht? Jetzt komm nicht und sage, dass ausgerechnet diejenigen, die jetzt ertrunken sind, anderer Meinung waren. Vielleicht sind sie verführt worden, aber verantwortlich sind sie mindestens auch selbst.

Und damit wir uns einig sind. Natürlich gibt es zuviel Rassismus im Süden der USA. Aber dieser ist nicht ursächlich dafür verantwortlich, dass mehr Schwarze als Weisse ertrunken oder verhungert sind.


[ Bezug ]



Rassismus (5.00/5) (#134)
von Ralf Poschmann
verfasst am 6.9.2005 um 12:12:32

Natürlich gibt es zuviel Rassismus im Süden der USA. Aber dieser ist nicht ursächlich dafür verantwortlich, dass mehr Schwarze als Weisse ertrunken oder verhungert sind.
Welche Ursachen gibt es denn, wenn in dieser Katastrophe mehr Schwarze als Weiße ertrunken sind, auch relativ zu der Bevölkerungsverteilung in dieser Gegend? Ein paar Antwortmöglichkeiten:
  • Weil Schwarze schlechter schwimmen können.
  • Weil Schwarze sich häufiger in Katastrophengebieten aufhalten.
  • Weil Schwarze nicht gern Auto fahren.
  • Weil Schwarze keine Nachrichtensendungen sehen, in denen zur Flucht aus den gefährdeten Gebieten geraten wird.

Wenn man deine Argumentationslinien (Egoismus, jeder helfe sich selbst) an dem Beispiel dieser Katastrophe konsequent zu Ende denkt, dann nimmt sie fast faschistoide Züge an. Wer ist denn sonst verantwortlich für die schlechtere Bildung, die höhere Arbeitslosigkeit und größere Armut der Schwarzen in den USA wenn nicht Rassismus? Und warum sollte es nicht Aufgabe der gesamten Gesellschaft sein, nicht nur der Betroffenen, das zu ändern? Gerade die Opfer haben die geringsten Chancen, ihre Lage selbst zu ändern. Wenn die Weißen in der Mehrheit Besserverdienende sind im Vergleich zu ihren schwarzen Mitbürgern, dann sind gerade sie in der Pflicht, an den Nachkommen der Sklaven das wiedergutzumachen, was ihre Vorfahren angerichtet haben und worauf ihr Wohlstand beruht.

[ Bezug ]


Just heute morgen... (keine/2) (#135)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 6.9.2005 um 12:22:32

habe ich Augenzeugenberichte gehört, die ein paar Antworten geben.

Hautfarbe: Es gibt überproportional viele Schwarze unter den „working poor”, die schlicht kein Auto (und kein Geld für Hotelunterkunft) haben, so dass sie aus NO weder rauskamen noch heraus wollten.

Einkommensunterschied: Von zwei direkt gegenüberliegenden Krankenhäusern wird berichtet, dass aus dem einen (A) das Personal per von der Krankenhausleitung angemietetem Hubschrauber gerettet wurde, während im anderen Haus B noch die Patienten lagen. Beatmungspflichtige Patienten. Von Hand beatmet auf dem Hubschrauberlandeplatz. Wo sie verstarben. Unnötig zu sagen, dass Haus A eine Privatklinik ist und B ein öffentliches Krankenhaus.


[ Bezug ]



Zum Nachhören (keine/2) (#136)
von Klaus Betke
verfasst am 6.9.2005 um 14:10:17

Könnte mir denken, dass du diesen Beitrag meinst (MP3, 1.8 MB).

[ Bezug ]


Klasse und nicht Rasse (keine/0) (#138)
von Michael Oltmanns
verfasst am 6.9.2005 um 14:37:41

ist nach diesem Beitrag der relevante Faktor für das Ausmaß der Katastrophe.


[ Bezug ]


Danke... (keine/0) (#175)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 8.9.2005 um 19:02:48

der war es. Und er straft auch Herrn O. Lügen. Zitat aus dem Beitrag:

„In der Diskussion um den Einfluss von Rasse und Klasse setzt sich derweil die Ansicht durch, dass Armut das zentrale Problem sei. Und in New Orleans hat die unübersehbar ein schwarzes Gesicht.”

"Nichts giebt mir von der Hirnschwäche meiner Mitmenschen einen so deutlichen Begriff, als deren Versuch, unsere teutschen Dichter dazu zu verwenden, Ihre begriffstutzige Sturheit in Charakterstärke umzulügen."
Gottlieb Fürchtegott von Noethen, Quartalsphilosoph und Leihbaron von Preussisch-Ungenau, 1701-1757


[ Bezug ]



Originell. (keine/0) (#176)
von Michael Oltmanns
verfasst am 9.9.2005 um 12:34:09

Aber nur weil nicht sein kann was nicht sein darf hat deine Interpretation des Sachverhaltes eine höhere Wahrscheinlichkeit als meine?
"In der Diskussion um den Einfluss von Rasse und Klasse setzt sich derweil die Ansicht durch, dass Armut das zentrale Problem sei. Und in New Orleans hat die unübersehbar ein schwarzes Gesicht."

Armut ist das zentrale Problem. Würde es also in New Orleans so viele arme Asiaten geben wie in Chinatown, dann  hätte es unübersehbar ein gelbes Gesicht.

Man hat nicht die Schwarzen ertrinken lassen, sondern die Armen. Weil in dieser Bevölkerungsgruppe mehr Schwarze zu finden sind, deutest du jetzt, dass man explizit Schwarze hat absichtlich sterben lassen. Da es aber auch viele arme Weiße getroffen ist deine Schlußfolgerung nicht logisch.

Ich erlaube mir weiterhin, unbeeinflußt von deiner witzigen Polemik, eine eigene Meinung.


[ Bezug ]



Fragen (keine/0) (#177)
von Ralf Poschmann
verfasst am 9.9.2005 um 13:33:44

Ist die Ursache einer Ursache eines Geschehens nicht ursächlich für das Geschehen? Also wenn Menschen ertrinken, weil sie arm sind, und Schwarze überproportional arm sind, ist dann nicht die Hautfarbe Ursache des Ertrinkens?

Dein Chinatownbeispiel führt ins Leere, weil niemand behauptet hat, dass das Ertrinken von armen Chinesen in einem solchen Fall nicht rassistisch verursacht sein könnte. Für New Orleans ist dieses Beispiel aber sinnlos, weil New Orleans zu den Südstaaten der USA gehört und dort die Gleichberechtigung zwischen ehemaligen schwarzen Sklaven (nicht gelben) und Weißen erst seit einem halben Jahrhundert gesetzlich verbrieft ist und bis jetzt noch nicht zu einem gleichen mittleren Lebensstandard geführt hat.

Selbstverständlich darfst du dir eine eigene Meinung erlauben. Sich selbst eine eigene Meinung nicht zu erlauben, ist auch reichlich sinnlos. Nur wenn diese, dir sicherlich auch von anderen erlaubte, Meinung bei einem beliebigen Diskussionsgegenstand immer anders als die der meisten Mitdiskutanten ist, sollte dir das ab und zu auch zu denken geben. Manchmal gewinnt man den Eindruck, dir kommt es nicht auf eine eigene, sondern auf eine andere Meinung an.

[ Bezug ]



Tendenz. (keine/0) (#181)
von Michael Oltmanns
verfasst am 9.9.2005 um 15:00:26

Auf deine Frage: Nein! Denn es sterben eben auch arme Weiße in Proportion zu ihrer absoluten Zahl. Rassismus setzt doch voraus, dass eine Rasse gegenüber einen anderen Rasse mit gleichen Bedingungen benachteiligt wird.

Du hast sicher Recht mit deiner Analyse, dass ich im Zweifel, mangelnde Fakten, lieber zu einer anderen Meinung tendiere, als zur Mehrheitsmeinung. Allerdings, als Argument gegen meinen Hinweis auf fehlende Logik und Differenzierung, taugt diese Feststellung wenig.

Ich wollte mit meinem Beispiel fragen, ob nach deiner Meinung ein Rassismus gegen Chinesen vorliegen würde, wenn das Unglück eben in einer Gegend passiert wäre, in der Prozentual mehr Chinesen arm sind, als Schwarze oder Weiße?

In China gibt es offensichtlich immer häufiger Überschwemmungen mit tödlichem Ausgang für viele Menschen. Ich behaupte, dass auch hier überdurchschnittlich viele Menschen mit niedrigem Lebensstandart versterben. Ist es hier jetzt Rassismus gegenüber den Chinesen in China, oder handelt es sich nicht vielleicht doch um eine Benachteiligung nach Klasse und eben nicht nach Rasse?


[ Bezug ]



Denkfehler... (keine/1) (#187)
von Soenke Greimann
verfasst am 10.9.2005 um 00:24:02

…im Hinblick auf ertrinkende Menschen. Das Wasser ist nicht rassistisch und benachteiligt natürlich auch keine Schwarzen. Rassistisch ist aber die Gesellschaft, die arme Menschen produziert, die überproportional schwarz sind, bzw. die schwarzen armen Menschen kaum Möglichkeiten bietet, zu Geld zu kommen, ohne kriminell oder Rapper oder beides zu werden. Punktum.

Manchmal kannst Du echt obstinat sein.

[ Bezug ]



Obstinatesse: (3.16/6) (#188)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 10.9.2005 um 07:42:18

Siehst Du doch. Da gibt es einen Radiobeitrag mit der Aussage „In der Diskussion um den Einfluss von Rasse und Klasse setzt sich derweil die Ansicht durch, dass Armut das zentrale Problem sei. Und in New Orleans hat die unübersehbar ein schwarzes Gesicht.

Was immer man von dieser Aussage halten mag, selbst wenn sie grundfalsch sein sollte, die Aussage von Herrn O. „Klasse und nicht Rasse ist nach diesem Beitrag der relevante Faktor für das Ausmaß der Katastrophe.” ist  nun wirklich falsch. Weil er sich den Beitrag nicht vollständig angehört hat (=Nachlässigkeit), weil er ihn nicht verstanden hat (=Dummheit) oder in bewusster Täuschungsabsicht (=Bosheit).

Jede der Varianten reicht für sich alleine schon aus, aber ist ist ja auch eine Kombination denkbar.

[ Bezug ]



Naja... (keine/0) (#190)
von Soenke Greimann
verfasst am 10.9.2005 um 12:27:42

…er muß ja erstmal den einen Schritt vor dem anderen machen…

[ Bezug ]


Nun ja. (keine/0) (#192)
von Michael Oltmanns
verfasst am 10.9.2005 um 14:24:55

Ich habe den Beitrag vollständig angehört, interpretiere gewisse Aussagen aber anders als viele hier. Außerdem beruht meine Sicht der Dinge auch auf vielen anderen Medienbeiträgen, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Das ich deswegen als nachlässig, dumm und boshaft interpretiert werde, läßt mich erkennen, warum Rassismus überhaupt existiert.

Offensichtlich fällt es manchem Teilnehmer dieser Diskussionen schwer, die Message von der Person zu trennen.

Deine emotional gefärbte Sichtweise ist dein gutes Recht, aber deswegen nehme ich dein Urteil in Bezug auf meine Sichtweise nicht für mehr als es ist: nachlässige Polemik.


[ Bezug ]



Offenbar liest Du nicht richtig.. (keine/0) (#196)
von Soenke Greimann
verfasst am 10.9.2005 um 17:39:37

…Dirk schrieb:
»Weil er sich den Beitrag nicht vollständig angehört hat (=Nachlässigkeit), weil er ihn nicht verstanden hat (=Dummheit) oder in bewusster Täuschungsabsicht (=Bosheit).«
Du machst allerdings daraus:
»…nachlässig, dumm und boshaft interpretiert werde«
Das hat Dirk allerdings so nicht gesagt, obgleich er die Möglichkeit einer Kumulation nicht ausschloß.

Magst Du uns erklären, wieso solche Sinnveränderungen hinsichtlich fremder Texte und Aussagen bei Dir zustande kommen?

[ Bezug ]



Kern von Polemik. (keine/1) (#199)
von Michael Oltmanns
verfasst am 10.9.2005 um 18:51:02

Eben weil er explizit die Möglichkeit einer Kumulation nicht ausschließt, hat er sie eingeschlossen - oder gibt es noch eine weitere Möglichkeit?

Was immer er für möglich hält, darauf darf ich doch wohl meine Antwort basieren, oder?

Außerdem weißt du ganz genau in welcher Absicht er die drei Begriffe in einem Satz erwähnt. Die Dynamik dieser Polemik hast du doch selbst gerade in einem Duell bezüglich der mandatory evacuation erlebt.

Von mir zu erwarten, daß ich die Aussage unkommentiert stehen lasse, ist doch ein wenig naiv.


[ Bezug ]



Nun (keine/0) (#201)
von Willi Wamser
verfasst am 10.9.2005 um 19:11:58

es ist ein Unterschied, ob jemand sagt,

  • es liegt wohl beim Texter eines der drei Merkmale vor,
  • vielleicht aber auch eine Kombination aller drei Merkmale,
  • es liege also mindestens eines der drei Merkmale vor.

  • oder ob er sagt, der Texter sei  dumm + nachlässig + hinterhältig.

Nebenbei gesagt,

  • es lohnt sich, die Logik (Überschneidungen, Komplementaritäten, ausschließliche bis zentrale Geltung) der Merkmale „arm” und „schwarz” zu durchdenken.

  • Aber wem sage ich das?


[ Bezug ]


Du darfst einiges... (keine/0) (#206)
von Soenke Greimann
verfasst am 11.9.2005 um 02:54:23

…sogar das dumm, nachlässig und boshaft sein, sei Dir gern vergönnt, sofern es denn Dein Wille sei…

Behauptet hat Dirk allerdings etwas anderes. Nochmal lesen hilft vielleicht…

[ Bezug ]



Mumpitz. (keine/0) (#221)
von Michael Oltmanns
verfasst am 11.9.2005 um 17:28:32

Warum sonst nutzt jemand wohl diffamierende und unsachliche Attribute, außer zum Zwecke der Polemik gegenüber Personen mit anderer Auffassung? Bisher war ich der Meinung, dies sei genau die Definition von Polemik.

Ich habe nichts dagegen, sich in dieser Art zu duellieren. Auch nicht, wenn ich dabei gegen Gegner anzutreten habe, die das Florett geschickter zu führen wissen, als ich selbst - man kann viel lernen.

Wohl aber finde ich es billig und armselig, wenn sich derjenige, der zuerst austeilt hinterher über die mangelnde Logik in einer per Definition unsachlichen und emotional motivierten Attacke beschwert.

Und noch weniger prickelnd, empfinde ich die Art von Sekundanz, die du hier betreibst.

[ Bezug ]



Zerlegung (keine/0) (#224)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 11.9.2005 um 17:41:44

Warum sonst nutzt jemand wohl diffamierende und unsachliche Attribute, außer zum Zwecke der Polemik gegenüber Personen mit anderer Auffassung?
  • Attribute wie „dumm”, „nachlässig” sind nicht „unsachlich”. Können sie gar nicht sein. Sie beschreiben Sachverhalte.
  • Falls Du die Antwort auf die Frage willst: Ich benutze das Attribut „dumm” dann, wenn ich einen Sachverhalt als in dieser Weise geartet beschreiben will. Punkt. Alles andere ist Deine Interpretation. Sie sei Dir zugestanden, aber Du kannst sie nicht anderen vorwerfen.

Bisher war ich der Meinung, dies sei genau die Definition von Polemik
Tjä, auch das ist Dein Problem. Dass Du Dich mit den Definitionen der Begriffe, mit denen Du um Dich wirfst, vorher vertraut machst, kann ich Dir nur empfehlen.

Wohl aber finde ich es billig und armselig, wenn sich derjenige, der zuerst austeilt hinterher über die mangelnde Logik in einer per Definition unsachlichen und emotional motivierten Attacke beschwert.
Was soll das heißen? Dass Du nicht unbedingt logisch argumentieren möchtest? Dann solltest Du Dir die Definition von „Argumentieren” mal zu Gemüte führen. Falls Du aber doch logisch argumentieren möchtest, dann musst Du den Vorwurf der Unlogik entweder widerlegen oder aber ihm Recht geben. Sorryx, so ist das nun mal.

Und noch weniger prickelnd, empfinde ich die Art von Sekundanz, die du hier betreibst.
Ach Gott, das ist jetzt vermutlich eines der sachlichen Argumente a la Oltmanns? Was soll das. Darf Sönke nicht seine Meinung sagen, nur weil sie mit meiner übereinstimmt? Tststs…

[ Bezug ]



EOT (keine/0) (#228)
von Michael Oltmanns
verfasst am 11.9.2005 um 17:59:11

Wenn wir uns wieder beruhigt haben, dann können wir vielleicht mal in Ruhe und sachlich telefonieren, um zukünftig auf emotional zuträglicherem Niveau zu bleiben.

Ansonsten verordne ich uns beiden, bewusst diktatorisch und einseitig, zumindest eine kleine Pause, damit diese Diskussion nicht weiterhin die anderen Teilnehmer belästigt und/oder langweilt und in Ping-Pong Manier Ausmaße erreicht, die ins peinliche abgleiten.

[ Bezug ]



Och, schade! (keine/2) (#230)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 11.9.2005 um 18:01:27

Aber ist schon richtig: Wenn man nackt dasteht, sollte man sich verziehen.

[ Bezug ]


Bitte. (keine/0) (#241)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 13:04:06

Du kannst gern so verfahren. Ich würde entweder zu meiner Nacktheit stehen, oder mir schleunigst neue Kleider besorgen.

Aber darin, letztlich beide Seiten nackt stehen zu sehen, darin sehe ich keinen Vorteil.

[ Bezug ]



Ansichten eines Clowns (keine/1) (#243)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 13:58:48

Aber darin, letztlich beide Seiten nackt stehen zu sehen, darin sehe ich keinen Vorteil.

Ich sehe immer einen Vorteil darin, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Wenn Du die Dinge immer lieber so siehst, wie es vorteilhaft für Dich ist, dann ist das sicher eine viel bessere Herangehensweise. Egoschonend zumal.

[ Bezug ]



Ansichten eines Buchhalters. (keine/0) (#247)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 14:29:23

Wie etwas ist, das liegt im Auge des Betrachters. Was du verlangst ist, daß ich mir deine Sicht zu eigen machen soll, damit du widerspruchslos die Dinge so sehen kannst, wie du es momentan möchtest. Meine Gedankenwelt operiert meist unter der gleichen Annahme.

Wenn sich eine Strategie oder eine Ansichtsweise als für mich vorteilhaft herauskristallisiert hat, genau dann, und nur dann, verändere ich meine Sichtweise und damit auch den Ist-Zustand, der mir zugängig ist.

Selbstverständlich änderst du deine Sichtweise schon, wenn eine Mehrheit oder die Obrigkeit eine andere These vertritt?

Meine Bemerkung war auf dich und mich gemünzt. Beschreib mir doch bitte einmal den Vorteil, hätten wir beide gestern unseren Disput weiter geführt.

Du hattest die These, ich würde mich nackt fühlen und würde einzig deshalb die Diskussion abbrechen. Meine Intention war, weil ich anhand der raschen Abfolge unserer gegenseitigen Erwiderungen zu erkennen glaubte, daß es Zeit für eine Abkühlung wäre, uns beiden die Gelegenheit zu geben, sich über den Wert der Ereiferung in dieser Art und Weise klar zu werden.

Du mußt das nicht glauben oder akzeptieren, aber so war es gedacht.

[ Bezug ]



Buchhalterische Antworten (keine/0) (#249)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 14:43:11

Wie etwas ist, das liegt im Auge des Betrachters.
Nun, dann liegt es also an Deinen Augen, wenn etwas anders ist, als es Dir gefällt? Was soll dann die ganze Herumjammerei?

Beschreib mir doch bitte einmal den Vorteil, hätten wir beide gestern unseren Disput weiter geführt.
Ich hege ja noch die stille Hoffnung, dass ich Dich dazu bekomme, eine ganz simple Frage, z.B. so eine Frage wie "Ist die Aussage „Wenn jemand etwas nicht ausschließt, dann hat er es eingeschlossen” wahr oder falsch?", zu beantworten. Einfach nur mit „Ja” oder „Nein”. Ohne Unterstellung, Du hättest das behauptet. Wenn mir das gelingt, dann hat dieser Dialog einen Vorteil gebracht. Denn dann sind, je nach Antwort, die weiteren Schritte klar.
Solltest Du Dich allerdings nach wie vor um eine Antwort drücken, mit Aussagen wie „Habe ich doch nie gesagt” und „keine Polemik bitte” etc. dann wäre das allerdings frustran gewesen.

Vielleicht kann Dich das ja motivieren. Sag' doch einfach mal etwas zu der Frage. Z.B. „Ja”. Oder auch „Nein”.


[ Bezug ]



So nicht. (keine/0) (#252)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 15:03:17

„Nun, dann liegt es also an Deinen Augen, wenn etwas anders ist, als es Dir gefällt? Was soll dann die ganze Herumjammerei?”

Ich betrachte diese Beschäftigung so lange als interessant, wie ich etwas zu lernen oder zu erreichen hoffe. Geht es nur noch um den Kampf an sich, wie gestern, dann mache ich nur weiter, wenn es mich wirklich vorwärts bringen soll. Im Zweifel würde ich dann aber zu erfolgversprechenderen Mitteln greifen.

Du hast beschrieben, warum du heute die Diskussion weiterführst, nicht aber, warum wir sie gestern hätten weiterführen sollen, denn an Wortwahl und Frequenz der Antworten war für mich abzulesen, daß eine ein vernehmliche Akzeptanz der Position des jeweils anderen nicht möglich war.

Ich beantworte Fragen nur, wenn mir der Kontext klar ist und ich ihn akzeptieren kann.

Du willst eine Frage beantwortet haben, um davon ein späteres Vorgehen abhängig zu machen? Vielleicht bemühst du dich einmal um ein Verkaufsgespräch anstelle einer Zuweisungserörterung?

[ Bezug ]



Je nun... (keine/0) (#254)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 15:11:11

Du hast beschrieben, warum du heute die Diskussion weiterführst, nicht aber, warum wir sie gestern hätten weiterführen sollen,

Ne, habe ich nicht. Möchte ich auch nicht. Ich möchte nämlich nicht 17 Fässer aufmachen. Es stehen noch zwei interessante Fragen im Raum. Vielleicht kümmern wir uns erst einmal um die?

Ich beantworte Fragen nur, wenn mir der Kontext klar ist und ich ihn akzeptieren kann.
Nun, das hast Du doch schon bewundernswert getan:

M.O.: „Also besteht auch in seiner Gedankenwelt die Möglichkeit, es legitim für eingeschlossen betrachten zu können.”
DHK: Sehr gut. Es besteht die Möglichkeit. Jetzt nur noch: Besteht neben der Möglichkeit auch der Zwang? In anderen Worten: Muss jemand, der einen Sachverhalt nicht ausschließt, diesen als gegeben annehmen?

Wenn Du meinst, dass hier der Kontext für die Frage „Muss jemand, der einen Sachverhalt nicht ausschließt, diesen als gegeben annehmen?” wichtig ist, dann kannst Du ja mal ein Beispiel für einen Kontext beibringen, in dem diese Frage mit einem „Ja” zu beantworten ist. Wenn Dir kein derartiger Kontext einfällt, wäre „Nein” eine plausible Antwort.

[ Bezug ]



Hab ich schon. (keine/0) (#258)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 15:18:22

Allerdings wird die Diskussion langsam unübersichtlich und wenn wir sie weiterführen, sollten wir uns auf Frage und Antwort in einem Thread beschränken. Damit nicht Fässer empfunden werden, die der andere weder bewegt noch auszutrinken die Absicht hat.


[ Bezug ]


Hast Du nicht... (keine/0) (#260)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 15:35:04

siehe hier.

Bitte dort antworten.

[ Bezug ]



Der Punkt ist, Michael,... (keine/0) (#261)
von Soenke Greimann
verfasst am 12.9.2005 um 15:40:48

…daß Dirk Dir ein paar sehr simple Fragen gestellt hat und z.T. noch immer stellt, um die Du schon seit einigen Tagen wirr herumlavierst und mittlerweile behauptest, sie beantwortet zu haben… Das ist aber keineswegs so klar, wie Du es darstellst.

Rieche ich Rauch(bomben)? Brennst Du eigentlich manchmal? Was ist so schlimm daran, eine Frage hinsichtlich einer Behauptung mit „Ja” oder „Nein” zu beantworten. Es ist immerhin kein unfairer Double-bind vom Charakter eines "Haben Sie schon aufgehört, Ihre Frau zu schlagen?" im Spiel, oder?

[ Bezug ]



Doch,.. (keine/0) (#268)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 18:52:46

Aber Recht hast du, es ist an der Zeit den Streit um des Kaisers Bart zu beenden.

[ Bezug ]


Bevor das jetzt... (keine/0) (#270)
von Soenke Greimann
verfasst am 12.9.2005 um 19:41:08

…noch weiter in das altbekannte "Nö-Doch-Nö-Doch"-Spiel abdriftet, möchte ich Dir lediglich zur geflissentlichen Kenntnis beigeben, daß die Zwickmühle, in der Du vielleicht stecktest, nach allen anlegbaren Kriterien eine selbstgestrickte war.

In anderen Worten. Der Kaiser hätte gar keinen Bart haben müssen, wenn Du Dich nicht so fürchterlich gewunden hättest…

[ Bezug ]



Schön. (keine/0) (#271)
von Michael Oltmanns
verfasst am 13.9.2005 um 09:54:51

Das wenigstens du ganz genau weißt wer Schuld hat.
Hoffentlich wissen das auch die Wähler am kommenden Sonntag so genau.

Deine Schlußfolgerung ist emotional verständlich, aber entbehrt jeglicher Sinnhaftigkeit, denn natürlich ist die jeweils andere Seite in der Regel der Meinung, nicht schuldig zu sein.

Altbekannt? „Neubekannt” dürfte in deinem Fall zutreffender sein, denn du hattest doch gerade ein Scharmützel bezüglich der mandatory evacuation mit „Nö-Doch-Nö-Doch”, oder darf ich dich daran nicht erinnern, weil ich schuldig bin?

Ich weiß, das eine Schuldfrage nicht abschließend und im beiderseitigem Einvernehmen zu klären sein wird, deshalb interessiere ich mich nicht mehr dafür. Stattdessen möchte ich gern eine nachhaltige Beilegung der Diskussion, um in neuen Konflikten, unbeschadet der bisherigen Verwerfungen, beiden Seiten rationale Lernmöglichkeiten zu ermöglichen.


[ Bezug ]



Ich weiß nicht,... (keine/0) (#273)
von Soenke Greimann
verfasst am 13.9.2005 um 11:37:40

…ob Du tatsächlich überzeugt von dem Quargel bist, den Du schreibst, aber Du wirst doch zugeben müssen, daß die Frage von Dirk bereits vor einigen Tagen einer einfachen und wenig brimborisierten Antwort hätte zugeführt werden können. Das hätte in Deiner Macht gestanden. Indes hast Du es vorgezogen, ausweichend, anklagend und Nebenkriegsschauplätze eröffnend zu antworten.

Das mußte nicht sein. Nicht mal aus Deiner Sicht.

[ Bezug ]



Einseitig. (keine/0) (#274)
von Michael Oltmanns
verfasst am 13.9.2005 um 11:59:28

Ich kann fast alles akzeptieren was jemand für sich an Schlüssen und Bewertungen aus Erlebnissen zieht, die nur er selbst haben kann, nur nicht, daß jemand die Kriterien für sich nicht angewendet sehen will, die für andere Geltung haben sollen.

Hätte Dirk nicht auch einfach zugeben können, daß seine Bemerkung polemisch war und keinen kleinkarierten Streit über die Logik in der Polemik hätte führen müssen?

Du verlangst von mir etwas, was du selbst im Zusammenhang mit der mandatory evacuation Diskussion nicht geleistet hast…


[ Bezug ]



Momang... (keine/0) (#278)
von Soenke Greimann
verfasst am 13.9.2005 um 19:11:41

…die Diskussion dort ist doch mit dieser Überhaupt nicht zu vergleichen. Einmal ging es um die Auslegung von Worten an und für sich, hier hantierst Du ständig mit irgendwelchen wabernden Kontextbehauptungen, die das bringen sollen, was das eigentlich gesagte nicht hergibt.

Mal ein Tip für die künftige Führung derartiger Dispute: Auslegung beginnt und endet beim Wortlaut.

[ Bezug ]



Sicher, (keine/0) (#279)
von Michael Oltmanns
verfasst am 13.9.2005 um 19:32:41

wenn jemand mit der Wortklauberei seinen Lebensunterhalt verdient oder verdienen will… Du gehörst doch zum Gewerbe der Rechtsverdreher, oder nicht?


[ Bezug ]


Und was soll Dir das jetzt bringen? (keine/0) (#280)
von Soenke Greimann
verfasst am 14.9.2005 um 01:34:15

…Argumente wider den Berufsstand? Was haben die denn mit dem Thema zu tun? Komm, mach Dich nicht noch lächerlicher, als ohnehin schon… zu Deinem eigenen Besten.

[ Bezug ]


Viel. (keine/0) (#281)
von Michael Oltmanns
verfasst am 14.9.2005 um 11:42:08

Auslegung beginnt und endet beim Wortlaut.
Daran wage ich Kritik zu üben, denn genau das ist eines der Probleme unserer Tage. Es geht nicht mehr um die ursprüngliche Intention (Polemik von Dirk), die zum Wortlaut geführt hat, sondern um die möglichst geschickte Auslegung der Worte zum eigenen Vorteil (Logik in der Bewertung der Polemik).

Komm, mach Dich nicht noch lächerlicher
Deine Polemik verhilft dir bei mir nicht zur Ablenkung vom Thema. Ich mach mich in deinen Augen gern lächerlich, wenn ich in der Sache standhaft bleiben kann.

Und natürlich kritisiere ich auch deinen Berufsstand, der kaum kreatives oder konstruktives zur Verbesserung beiträgt, sondern sein Brot in der Hauptsache damit verdient, die Konflikte seiner Mandanten zum eigenen Vorteil regelmäßig zu befeuern. Es bräuchte weniger Rechtsverdreher und mehr Mediatoren. Aber das ist wahrlich ein andere Thema.

[ Bezug ]



Dir ist bewußt, daß... (keine/0) (#283)
von Soenke Greimann
verfasst am 14.9.2005 um 14:18:39

…"Rechtsverdreher" eine Beleidigung ist, oder? Im Augenblick versuche ich Dich ja vor Schlimmerem zu bewahren, aber genau wie der bekloppte Schrebergärtner, dem Nachbars Kirschbaum 2cm zu nah seiner Krüppelkonifere ist, preschst Du ja ohn' Sinn und Verstand weiter vor. Glaubst Du, ausgerechnet die Anwälte sind schuld, daß in Deutschland so enorm viel geklagt wird? Du gibst doch sonst vor, soviel von Angebot und Nachfrage zu verstehen, oder? Wieso denn hier plötzlich nicht mehr?

Unter Anwälten bezeichnet man solche Leute wie Dich auch gerne mal hinter vorgehaltener Hand als „hochgradig beratungsresistent”.

[ Bezug ]



T'schuldige. (keine/0) (#284)
von Michael Oltmanns
verfasst am 14.9.2005 um 15:07:34

Ich habe noch nie in meinem Leben einen Anwalt gebraucht, deswegen ist mir die Wichtigkeit dieser Berufsgruppe nicht so geläufig. Auffällig ist nur, dass viele Vertreter dieser Spezies überdurchschnittlich intelligent sind, obwohl die Steuerberater im Schnitt noch ein bisschen im Vorteil sein sollen.

Volkswirtschaftlich wären diese Ressourcen sicher an anderer Stelle besser einsetzbar. Beispielsweise bei der Schaffung von Gesetzen, die allgemein verständlich und leichter umsetzbar sind, als bei der Interpretation des Dickichtes, aus dem sich ihre Existenzberechtigung erst begründen läßt (Übertreibung macht anschaulich).

Übrigens habe ich anfänglich nur gemeint, dass du aus meiner Sicht zuviel Wert auf die Interpretation des Wortlauts legst und dabei die Intention hinter den Worten aus den Augen verloren hättest.

Das in Kalifornien gerade ein Huhn von einem Anwalt gegen den Staat vertreten und dessen Unschuld bezüglich der Inanspruchnahme öffentlicher Straßen als Haustier festgestellt wurde, möchte ich als kleinen Seitenhieb zusätzlich erwähnen. Ich hätte das Huhn einfach geschlachtet und dem Besitzer den Schaden ersetzt. Es wäre ein arbeitsloser Anwalt geblieben und der Staat hätte viel Geld gespart.

Trotzdem danke ich dir für deine Hilfe, mich vor Schlimmerem bewahren zu wollen.
Auch wenn der letzte Satz ironisch aufgefasst werden kann, ich meine es ernst und nicht polemisch.

[ Bezug ]



Je nun... (keine/0) (#285)
von Soenke Greimann
verfasst am 14.9.2005 um 16:37:10

…das Problem ist leider, daß Anwälte Gesetze meistens nicht machen, sondern eher bei ihrer Anwendung assistieren.

Die Geschichte mit dem Wortlaut ist so zu verstehen, daß jede mögliche Interpretation zumindestens vom möglichen Wortsinn gedeckt werden muß. Und das ist im Verhältnis „oder” zu „und” nicht zu bringen. „Und” ist nicht Teil des möglichen Inhalts des Wortes „oder”. Du schriebst aber, Dirk habe dennoch „und” gemeint, was aber sein geschriebener Wortlaut „oder” allerdings nicht hergab. Dabei hast Du hauptsächlich darauf abgehoben, daß er die Möglichkeit einer Kumulation für „denkbar” erachtete und daraus irgendwie fabuliert, man habe sein „oder” gar nicht anders verstehen können, als ein „und”. Das jedoch, war unumwunden… Käse.

Das Huhn finde ich übrigens auch zum Gackern. Naja, man muß nur Ally McBeal schauen, um einige der Kuriositäten zu bestaunen, zu denen das amerikanische Rechtssystem fähig ist. Da die amerikanische Gesellschaft allerdings ohnehin als auf dem Weg in ein neues finsteres Mittelalter befindlich beschrieben werden könnte (Kreationismus/Intelligentes Design, Kreuzfahrermentalität, Kapitalfeudalismus, etc.), macht auch das Sinn. In früheren wurden ja auch Tieren, die Menschen verletzten, der Prozeß gemacht.... Solche Stilblüten verhindert hierzulande eine gut durchdachte Prozeßordnung. Die ist zwar in weiten Teilen auch hunderte von Jahren alt, aber: why change a running system?

[ Bezug ]



Gut dem Dinge. (keine/0) (#286)
von Michael Oltmanns
verfasst am 15.9.2005 um 09:00:36

Wir haben jetzt also die Kurve bekommen, denn ich sehe, dass du eine weitere vorurteilsfreie Kommunikation, im Gegensatz zu Dirk, an anderer Stelle, trotz deiner Einschätzung meiner Unfähigkeit zu logischen Schlüssen, führen magst. Danke.

Ich glaube, dass viele Rechtsstreitigkeiten überflüssig wären, wenn im Gesetz zusätzlich oder gar ausschließlich stehen würde, was wir eigentlich regeln wollten. D.h. Grundsätze festgelegt sind und ein Richter nach diesen mit Einzelfallbezug urteilen kann, anstatt Besitzstände aus Rechtsauslegungen wahren zu müssen.

Du kannst auch nicht bestreiten, dass viele, wenn nicht die Mehrheit der Menschen, einen großen Unterschied zwischen Recht haben und Recht bekommen sehen - von Gerechtigkeit mag ich gar nicht sprechen.

Mir sind jedenfalls vereinzelte Fehlurteile aufgrund von falscher Einschätzung einzelner Richter lieber, als eine Perversion des Rechts, welche Straftaten aufgrund von Formfehlern nicht ahnden kann und Prozesse, aufgrund von Überlastung, erst mit jahrelanger Verspätung beginnt.

why change a running system?

Weil ich mir ein deutlich besseres System vorstellen kann. Wo steht geschrieben, unser derzeitiges Rechtssystem sei der Weisheit letzter Schluss? Du magst das anders sehen, nicht zuletzt weil du direkter Teilnehmer bist.


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Logiker (keine/0) (#208)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 11.9.2005 um 06:58:28

Eben weil er explizit die Möglichkeit einer Kumulation nicht ausschließt, hat er sie eingeschlossen - oder gibt es noch eine weitere Möglichkeit?

Und das nennst Du Logik, ja?

Wenn ich jemanden nicht auslade, habe ich ihn eingeladen, richtig?

Und gestern da habe ich darauf geachtet - explizit - dass ich meine Katze nicht ausschließe. Daraus kann man dann schließen, dass ich sie eingeschlossen habe, ja?

Au weia. Das müssen interessante Welten sein, in denen Du lebst.

Ich mache jetzt mal den Filter wieder an. Viel Spaß, min jong!

[ Bezug ]



Don't worry, be happy. (keine/0) (#219)
von Michael Oltmanns
verfasst am 11.9.2005 um 17:15:39

Ich habe eine Frage gestellt und keine Behauptung aufgestellt. Bisher war ich der Meinung, daß ein Fragezeichen am Satzende den Charakter einer Frage eindeutig klassifiziert. Das ich wagte, eine Möglichkeit, die du explizit nicht ausgeschlossen hast (Die Möglichkeit nämlich, alle drei negativen Merkmale wären für mich als Person passend), als deine wahre Meinung zu interpretieren, daß wirst du mir doch sicher noch erlauben.

Wenn du mir jetzt aber erzählen willst, daß deine ursprüngliche Behauptung sachlich fundiert und nicht polemisch motiviert war, dann glauben dir sicher viele - ich aber nicht.

Ich kann nichts dafür, daß dich meine Antworten auf deine Polemik immer zu erhöhtem Blutdruck veranlassen. Weil ich aber weiß, dass du als Marathon-Mann sicher über gute Werte verfügst, werde ich mich auch weiterhin erdreisten, deine frechen Unterstellungen nicht kommentarlos zu akzeptieren.

Es freut mich aber, wenn ich zum wiederholten Mal feststellen konnte, daß du auch andere Beiträge meinerseits in deine jeweils neuen Kommentare einbeziehst. Vielen herzlichen Dank für deine geschätzte Aufmerksamkeit.


[ Bezug ]



Peinlich: (keine/0) (#220)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 11.9.2005 um 17:25:50

Pech für Dich: An diesem Rechner habe ich den Filter nicht an.

Du hast NICHT nur eine Frage gestellt. Du hast geschrieben „Das ich deswegen als nachlässig, dumm und boshaft interpretiert werde

Das heißt, Deine nachfolgenden Fragen waren nur rhetorische, denn Du hast den Schluss (nach dessen Berechtigung Du fragst), bereits vorher gezogen.

Aber jetzt mal zum Thema „Ehrlichkeit”. Erkennst Du denn an, dass Dein Schluß ungültig war?

Wenn ja: Wie gehst Du damit um, dass Dein Vorwurf, ich hätte Dich als „nachlässig, dumm und boshaft”, offenkundig unberechtigt war? Na, Mister Oltmanns?

Falls Du nicht anerkennst, dass Dein Schluss ungültig war, was soll dann das Herumgerede um Fragezeichen? Ach ne: Falls Du das nicht anerkennst, dann hast Du Dich ohnehin verabschiedet. Dann wäre ein Lehrbuch Logik indiziert.

[ Bezug ]



Quadratur (keine/0) (#226)
von Michael Oltmanns
verfasst am 11.9.2005 um 17:52:53

Pech ist für mich, daß du dich weiterhin meiner unerträglichen Ergüsse ausgesetzt siehst, weil an anderer Stelle weilend? Die Logik verstehe ich nun wirklich nicht, denn du wolltest doch einen Filter aktivieren…

Mein Schluss ist so gültig wie dein Versuch, den Kern der Intention hinter deiner Polemik zu leugnen.

Immerhin schreibst du jetzt nicht mehr von Herrn O. sondern schon von Mister Oltmanns.


[ Bezug ]



Verständnishilfe: (keine/0) (#229)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 11.9.2005 um 18:00:21

denn du wolltest doch einen Filter aktivieren…
Genau. Das tut man in einer Software. Auf einem Rechner. Wenn man das in Software A auf Rechner 1 tut, hat man das nicht in Software B auf Rechner 2. Jetzt klar?

Mein Schluss ist so gültig wie dein Versuch

Nur noch mal zur Sicherheit, damit es alle lesen können.
Damit behauptest Du, dass Dein Schluss „Wenn jemand etwas nicht ausschließt, dann hat er es eingeschlossen” ein gültiger, logischer Schluss ist, ja? Behauptest Du das?

[ Bezug ]



nix da. (keine/0) (#237)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 12:53:43

Du sagtest, es würde für mich peinlich, weil es dir aufgrund eines anderen Rechners nicht gelang, einen geheimnisvollen Filter aktiviert zu halten. Da gibt es weiter nichts zu entziffern. Du hast dein Ziel, die Kommunikation zu beenden, nicht erreicht und versuchst die Verantwortung von deiner emotionalen Beteiligung hin zu einem technischen Sachzwang zu verlagern.

Zu deiner Frage: ja, wenn du die schriftliche Nachricht im Zusammenhang mit der versteckten Intention betrachtest, die natürlich hinter jeder polemischen Äußerung steht.

[ Bezug ]



Du scheinst keine zwei Sätze (keine/0) (#242)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 13:48:36

schreiben zu können, ohne nachweislich falsche Behauptungen aufzustellen. Hat das mit ADS zu tun?

Im aktuellen Kommentar: „Du sagtest, es würde für mich peinlich,

Nein, das sagte ich genau NICHT. Falls Du der gegenteiligen Überzeugung bist, bitte ich um Angabe des Ortes, wo ich sagte, es wäre peinlich für Dich. Na, kommt nix? Eben.

Zu deiner Frage: ja, wenn du
Beantworte doch bitte, ganz einfach, ganz ohne Emotionen, ganz ohne hidden agenda, schlicht meine Frage. „Ja” oder „Nein” wären gute Alternativen. Oder Du begründest, warum die Frage nicht mit „Ja” oder „Nein” beantwortbar ist. Also noch einmal:

Damit behauptest Du, dass Dein Schluss „Wenn jemand etwas nicht ausschließt, dann hat er es eingeschlossen” ein gültiger, logischer Schluss ist, ja? Behauptest Du das?

Antwort: _ Ja   _Nein


[ Bezug ]



OK! (keine/0) (#251)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 14:50:56

Der Titel des Beitrags #220, lautet „Peinlich”. Im Text sprachst du von Pech und nicht von peinlich. Der Titel aber unterstellt, etwas hätte mir nach deiner Ansicht peinlich sein müssen.

Peinlichkeit konntest du aber nur feststellen, weil ein Filter auf einem deiner Rechner nicht gesetzt gewesen sei.

[ Bezug ]



Was der Titel... (keine/0) (#253)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 15:05:16

…unterstellt, scheint - O-Ton M.O. - im Auge des Betrachters zu liegen. DU interpretierst ihn so. Aber das ist - wieder mal - Dein Problem.

[ Bezug ]


Genau. (keine/0) (#256)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 15:14:38

Und deines, würdest du dich sonst ereifern?

[ Bezug ]


Nö. (keine/0) (#259)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 15:20:44

Schlicht „Nö”. Denn dass Du die Welt und die Aussagen und die Logik so hinbiegen magst, wie es Dir gefällt, dass wissen wir ja schon länger. Darüber muss ich mich nicht „ereifern”.


[ Bezug ]


Oh Gott!... (keine/0) (#233)
von Soenke Greimann
verfasst am 11.9.2005 um 22:54:17

…wie dumpf soll's noch werden? „Wenn Du unrecht hast, habe ich recht, oder wenigstens hast Du auch unrecht, wenn ich schon unrecht haben muß…”

Oder watt? Nee, geh' Dich lieber mal beruhigen, bevor Du Dich noch weiter blamierst. Daß Du Dirks Argumenten innerlich folgen kannst, unterstelle ich mal zu Deinen Gunsten. Allerdings scheint für Dich hier zuviel auf dem Spiel zu stehen, um öffentlich nachzugeben.

Noch einen schönen Tag…

[ Bezug ]



Oh Buddha! (keine/0) (#239)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 13:01:03

Ich habe kein Problem eine neue Erkenntnis anzuerkennen. Aber zwischen Erkenntnis und sozialem Zwang sehe ich einen riesigen Unterschied.

Stehe ich vor der Wahl, ob ich ein Gefecht mit wenig Aussicht auf beiderseitigen Erkenntnisgewinn fortführe, oder mich auf die Gefahr als Flüchtling zu gelten, mit anderen Dingen zu beschäftigen, dann akzeptiere ich das Risiko und nutze meine Lebenszeit sinnvoller. Du magst das beurteilen wie du willst, es hat für mich wenig Relevanz, weil ich mir von deiner Position wenig nachhaltigen Vorteil verspreche.

Wenn du meinst, jemand blamiere sich, weil er eine andere Sicht der Dinge hat und dazu steht, dann ist auch das dein gutes Recht. Ich werde mir diese Einstellung nicht zu eigen machen.

[ Bezug ]



Also (keine/0) (#209)
von Willi Wamser
verfasst am 11.9.2005 um 08:13:29

dann halt nochmal.

Wenn jemand die Möglichkeit einer Kumulation von drei miesen Attributen nicht ausschließt,
behauptet er nicht, die drei Attribute lägen beim Texter vor. In Dirks Fall heißt die Behauptung, mindestens eines der drei Attribute liegt vor.

Und wenn jemand eine Korrelation von schwarz und arm behauptet, dann behauptet er nicht die zwingende Folge. Die gibt es in Argumentationen nur sehr selten.

Mit anderen Worten, logische Untersuchungen zu gesellschaftlichen Prozesssen kann man nicht mit dem Hinweis aushebeln, es liege keine zwingende Folgerung vor. Die gibt es nur in mathematischer Logik bei deduktiven Prämissen.

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alte chinesische Weisheit (keine/0) (#210)
von Eric Schumacher
verfasst am 11.9.2005 um 11:20:59

„Um ein Huhn zu töten, braucht es da ein Ochsenmesser?”

[ Bezug ]


Brauchen (keine/0) (#211)
von Willi Wamser
verfasst am 11.9.2005 um 12:10:15

gewiss nicht,

  • ein Ochsenmesser schon gar nicht,
  • und ein Seziermesser der filigranen Art ist bei den Argumenten gut anzusetzen,
  • allerdings nicht „ad homninem”.

Und:

  • Die Art des O-Denkens, die man da untersucht, hat in ihren Strukturen was Faszinierendes.
  • Als doof und Bullshit  kann man sie, denke ich, nicht ganz schnell abtun.

Die interessanten Überlegungen mal verkürzt:

  • Schwarzsein in den USA ist keine zwingende Prämisse/Bedingung für Armut.

  • Wenn man zwei Attribute wie „schwarz” und „Unterschichtzugehörigkeit/Armut” als Bedingung für miese Behandlung angibt, dann ist es schon klar, dass sich die zwei Attribute nicht ausschließen, aber man macht man sich  einer falschen Erklärung schuldig: Denn „Unterschichtzugehörigkeit” allein ist in diesem Kontext ausreichend (so ne Art occam-rasor-argumentation)für die schlechte, verspätete Hilfe der „höheren Instanzen”.

Was andere und ich schon mal versucht haben:

  • Es geht um Korrelationen und damit dann um  Wahrscheinlichkeitsschlüsse.
  • Die analoge KZ-Argumentationführt das Gedankenmuster bis zu einem gewissen Grad ad absurdum.
  • Eine Erklärung der NO-Vorgänge kann nicht allein mit dem aktuellen Befund arbeiten (Arme Schwarze, Arme Farbige, Arme Weiße)und dabei dann das Erklärungsmodell „Rassismus” ausschließen. Die historische Situation des Südens ist mitzubedenken. Ob man sich dabei in einen Zirkelschluss begibt, wäre zu überprüfen.
  • Die Ausweitung des Rassismusbegriffes auf alles Verhalten, das O.s Argumentation abweist - ein starkes Lehrstück in fahrlässiger Rhetorik. Nun ja, entwederRabulistik oder ein Beleg dafür, dass nicht gerade ein Feingeist und Blitzmerker am ball ist.

P.S.

  • Griebe liestet  in seiner Erzählkonstruktion, also im ironisch gebrochenen Schildern eines größenwahnsinnigen Pubertätsjünglings und der geschilderten Mentalität der Sex-Revol-68erGesellschaft mit ihrer Eskimo-Kultur (Nymphen-Frau anbieten)erstaunlich viel,
  • auch in der erotisch-moralischen Zuwendung zu der Elfe dann, wo es sehr ernst wird. Hast Du mal reingeguckt?


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kleine Zwecke, große Mittel (keine/0) (#212)
von Eric Schumacher
verfasst am 11.9.2005 um 12:23:29

du hast mich missverstanden: ich meinte weniger die Ansichten von Herrn O., die ich im übrigen als so kritikwürdig nicht empfinde (von seiner Wir-sind- alle-Rassisten-Parole mal abgesehen), sondern den von mir so empfundenen Eindruck, dass hier eine Sache endlos totgeritten wird… dass man über eine Nebensache die Hauptsache vernachlässigt… naja, vergiß es …    

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Na (OT) (keine/0) (#213)
von Willi Wamser
verfasst am 11.9.2005 um 12:53:17

gut,

sach maa, was macht „Shiva-Cafe”?

Und Du machst auf grünen Shrek in Avatar?
If yes: why?
Anywhy?

Und Karlas gestylte Version von deinen „Morgenbefunden” spricht schon für´s Stylen?

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Stone-washed-Styling (keine/0) (#215)
von Eric Schumacher
verfasst am 11.9.2005 um 13:24:50

oh, der fabulöse Herr Wamser, immer einen kleinen Giftpfeil im Köcher (grins).

Mein Avatar scheint dir zu gefallen. Es passierte folgendermassen: zu nächtlicher Stund, viel Wirrwarr im Kopf, las ich ihm Mahayanashraddhotpada-Shastra. Und also ich das Buch zur Seite legte und aufschaute, saß mir mein Bodhisattva gegenüber und lächelte mich an. Er sprach: „Und? Wieder nichts genutzt?” "Ich fürchte nein." „Ok, dann Plan B: der Weg des Edlen führe über den Morast des Grotesken, also werde wie Shrek, der tollkühne Held.”

Shiva-Cafe: nächster Liefertermin heute in 1 - 2 Wochen

Ich fürchte, bei besagten Morgenbefunden gibt es nichts zu stylen, aber man tut was man kann.

PS: Griebe gelesen; hab mir noch kein klares Urteil gebildet.  

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I thought love was only true in fairytales (keine/0) (#216)
von Willi Wamser
verfasst am 11.9.2005 um 13:34:09

         
          I thought love was only true in fairytales  
          Then I saw her face
          Now I'm a believer
          Not a trace
          Of doubt in my mind.
          I'm in love (uuuuu)
          I'm a believer,
          I couldn't leave her
          if I tried
          I thought love was only true in fairytales

Kann man auf eine Shrek-Shiva-Variante mit Liebes-Happy-End hoffen?

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Happy End mit Shrek (keine/0) (#217)
von Eric Schumacher
verfasst am 11.9.2005 um 13:54:40

ich dachte an folgenden Schluss:

„Lisa, mein geliebtes Herz. Alles, alles ist jetzt geklärt. Wir heiraten so bald wie möglich. Shrek sei dank.”
Ach, der gute Shrek, dachte Lisa und seufzte.
„Wo ist eigentlich Shrek”, fragte Jesko und schaute sich um.  
Sie brachte kein Wort heraus, fühlte einen leichten Schwindel…
Doch Jesko zog sie in den Wohnraum, nahm sie in die Arme und küßte ihre Augen, ihre Lippen. Sie sanken auf die Couch, seine Liebkosungen schienen kein Ende zu nehmen.
Endlich war der ersehnte Augenblick gekommen.

 

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Hat (keine/0) (#218)
von Willi Wamser
verfasst am 11.9.2005 um 13:56:45

schwer gewonnen, die Geschichte, Jesko!

Nä, die Sache mit der erlebten Rede ist - eh klar - schon gut.

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Methodischer Reiz (keine/0) (#214)
von Willi Wamser
verfasst am 11.9.2005 um 13:04:43

Will an anderem Dings (Evolution, Intelligent Design, Teleologie) präzisieren, warum mich die methodische Frage bei M.O. so reizt:

  • Dawkins spricht von dem „blinden Uhrmacher” Evolution - eine Art Taschenspielerei vielleicht.

  • Selbstverständlich sind physikalische Prozesse wie Selektion blind und „bewusstlos” in sich selbst. Aber das besagt gar nichts über die Frage, ob eine Intelligenz hinter ihnen steht oder nicht. Dawkins' Anspruch, dass die Natürliche Zuchtwahl die Erklärung auf allen Ebenen ist, ist eine reine Behauptung ohne jegliche Begründung, wobei, wie erstaunlicherweise von ihm zugegeben wird, die vorhandenen Indizien seiner Behauptung widersprechen, weil „die Gestalt allen Lebens scheinbar zweckmässig ist”.

  • Mit anderen Worten, Dawkins' methodologischer Reduktionismus ist, in einer fragwürdigen Grenzüberschreitung, zum ontologischem Reduktionismus oder zum „eliminativen Naturalismus” übergegangen. Kovariante Erklärungen werden wegrasiert. Da ist eine gewisse Ähnlichkeit zu Os Argumentationsmustern.

  • Er klammert  die „metaphysische Frage” aus, ob eine  Intelligenz  hinter diesem Prozess stehen könnte. Es klingt etwa, als ob man sagen würde, dass „ein Raster und Zufallsbewegungen meiner Arme die Erklärung darstellen für die Existenz und scheinbar zweckmässige Gestalt einer (sich selbst aufziehenden) Armbanduhr. Das Sperr-Rad und das Uhrwerk haben keine Augen…”.

Aber jetzt soll es gut sein.


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McFly (keine/0) (#222)
von Michael Oltmanns
verfasst am 11.9.2005 um 17:33:16

Es ging nicht um Eigenschaften von Software, sondern um Attribute, die einem Menschen zugeordnet werden sollten.

Du willst doch nicht ernsthaft bestreiten, daß die Aussage diffamierend gemeint war?

Außerdem habe ich nicht gesagt, er hätte irgendetwas definitiv behauptet, sondern mich nur für eine Interpretationsmöglichkeit entschieden, die er nicht ausgeschlossen und damit eingeschlossen hat. Wäre dies nicht sein Absicht, so hätte er sie mit Sicherheit nicht extra erwähnt, oder?

Spielkram. Mir wirft man Haarspalterei und Klein-klein bezüglich der Auslegung von Rassismus vor und jetzt wird dieses Prinzip schon auf emotionale Ausbrüche und deren Erwiderung angewandt.


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Nochmal (keine/0) (#227)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 11.9.2005 um 17:56:18

Außerdem habe ich nicht gesagt, er hätte irgendetwas definitiv behauptet, sondern mich nur für eine Interpretationsmöglichkeit entschieden, die er nicht ausgeschlossen und damit eingeschlossen hat.

Nein. Falsch. Immer noch nicht verstanden? Dann mal langsam, extra für Dich. Kannst Du ausschließen, dass mein linkes Bein gerade in Gips ist? Wohl kaum, wie auch? Aber diese Deine Aussage „Ich schließe nicht aus, dass DHKs linkes Bein in Gips ist”, bedeutet eben überhaupt nichts (deutlich: NICHTS) in Hinblick darauf, ob Du glaubst, dass es so ist oder eben nicht. Du hast dazu (mit gutem Grund) überhaupt keine Meinung. Du hast es auch nicht „eingeschlossen”. Du kannst Dir auch nicht vorwerfen lassen, Du hättest es nicht ausgeschlossen und damit eingeschlossen. Hast Du nämlich nicht. Du hast es nur „nicht ausgeschlossen”. Das ist alles. Gar nicht schwer.

Wenn das alles „Klein-Klein” wirkt: Sorry, aber wenn so elementare Dinge nicht auf Anhieb verstanden werden, muss man halt kleinschrittiger vorgehen. Hat ja vielleicht jetzt geholfen?

[ Bezug ]



Zusammenhang. (keine/0) (#235)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 12:42:39

Es macht sehr wohl einen Unterschied, in welchem Kontext du welche Möglichkeit in den Raum stellst.


[ Bezug ]


Falsch. (keine/0) (#244)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 14:01:29

Auf die Validität der Aussage „Wenn jemand etwas nicht ausschließ, dann hat er es ausgeschlossen”, hat der Kontesxt keinerlei Einfluss.

Da gibt es nichts zu deuteln.

[ Bezug ]



Flasche leer. (keine/0) (#245)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 14:10:22

Natürlich nicht, wenn man sich wie du standhaft weigert, über den Tellerrand hinaus schauen zu wollen.

Du willst mir ständig eine Aussage unterschieben, die ich so nicht getätigt habe - egal wie häufig du sie noch wiederholst. Meine Aussage bezog sich auf den Kontext, die Bewertung anhand von Logik möchtest du lediglich für den Satz allein.

Wenn du, von polemischem Eifer nicht gehindert, einmal meine Antworten vollständig lesen würdest, dann hättest du längst erkannt, dass wir bezüglich der einzelnen Teile keine Differenz haben.

[ Bezug ]



Nun.... (keine/0) (#246)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 14:22:12

ich behaupte ja gar nicht, dass Du diese Aussage getätigt hast. Habe ich nirgendwo behauptet. Mich interessiert, ob Du diese Aussage für wahr oder für falsch hältst. Sag' doch mal ganz emotionsfrei etwas dazu. Ist die Aussage „Wenn jemand etwas nicht ausschließt, dann hat er es eingeschlossen” wahr oder falsch?

Antwort: _ Wahr _Falsch

[ Bezug ]



Nun... (keine/0) (#248)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 14:40:14

4+4=8. Diese Aussage ist wahr, geht man vom Dezimalsystem bei der Beurteilung aus. Sie ist aber als Aussage ungültig/falsch, weil im Dualsystem die Ziffern 4 und 8 nicht vorkommen. Es kommt sehr auf das Bezugssystem an. Für sich allein genommen ist alles wahr und/oder falsch. Erst durch die Bezug kann man eine reproduzierbare Aussage treffen.

Wenn jemand etwas bewusst nicht ausschließt, dann tut er es doch, weil er sich nicht sicher ist. Also besteht auch in seiner Gedankenwelt die Möglichkeit, es legitim für eingeschlossen betrachten zu können. Anderenfalls wäre er gar nicht auf den Gedanken gekommen, diese Formulierung zu wählen.

[ Bezug ]



Mühsame Eichhörnchenernährung (keine/0) (#250)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 14:48:27

M.O.: „Wenn jemand etwas bewusst nicht ausschließt, dann tut er es doch, weil er sich nicht sicher ist.”
Kann sein, muss aber nicht sein. Ist auch irrelevant für die Frage. Also stimme ich mal zu.

M.O.: „Also besteht auch in seiner Gedankenwelt die Möglichkeit, es legitim für eingeschlossen betrachten zu können.”
Sehr gut. Es besteht die Möglichkeit. Jetzt nur noch: Besteht neben der Möglichkeit auch der Zwang? In anderen Worten: Muss jemand, der einen Sachverhalt nicht ausschließt, diesen als gegeben annehmen?


[ Bezug ]



unterSCHÜLER (keine/0) (#255)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 15:13:21

„Muss jemand, der einen Sachverhalt nicht ausschließt, diesen als gegeben annehmen?”

Zumindest hält er ihn für so wahrscheinlich, daß er ihn für erwähnenswert hält. Die Polemik besteht genau in dieser feinen Differenz zwischen angreifbarer Behauptung und kontextbezogener Bewertung.

Man lehnt sich nicht aus dem Fenster, weiß aber, daß alle verstehen was gemeint ist.

Was habe ich durch meine Überschrift zu diesem Kommentar ausdrücken wollen, aber nicht geschrieben?

[ Bezug ]



Vielleicht... (keine/0) (#257)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 15:16:17

noch einmal:

Muss jemand, der einen Sachverhalt nicht ausschließt, diesen als gegeben annehmen?

Vielleicht eine Antwort in der Form „Ja” oder „Nein”? Oder die Angabe eines Kontextes, in dem die Antwort „Ja” lauten muss?

[ Bezug ]



Experimentelle Behauptung (keine/0) (#262)
von Kirsten Schneeweiss
verfasst am 12.9.2005 um 15:53:31

Michael wird nicht mit „Ja” oder „Nein” antworten.
Und hier schon gar überhaupt nicht!

[ Bezug ]


Nein! (keine/0) (#263)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 15:56:07

Zufrieden? Ich muss nämlich gleich meinen Sohn abholen und möchte mich nicht erneut dem Vorwurf erwehren müssen, ich würde meine Nacktheit nicht ertragen können.

Kontext für „Ja”? Die Polemik, die du in deinem Beitrag mit den drei Attributen gegen mich gesetzt hast.

Und jetzt?


[ Bezug ]



q.e.d. (keine/1) (#264)
von Kirsten Schneeweiss
verfasst am 12.9.2005 um 16:01:44



[ Bezug ]


Vielleicht (keine/0) (#266)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 18:24:40

kannst du uns auch das Wahlergebnis vom kommenden Sonntag vorhersagen? Oder sind dir die Wahrscheinlichkeiten nicht hoch genug? Aber wahrscheinlich gibt es auf dem Felde nichts zu beweisen…


[ Bezug ]


Tjä, und jetzt? (keine/0) (#265)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 16:30:27

Du hast geantwortet. Und zwar erstens mit „Nein!” und zweitens hast Du einen Kontext für „Ja” angegeben. Das entwertet natürlich die "Nein"-Antwort. Und wirft ein Zwielicht auf Deine Fähigkeit oder Deinen Willen, eindeutige und nicht selbst-widersprüchliche Antworten zu geben. Die einzige Option ist, dass ich Deine "Ja"-Antwort nehme. D.h. in diesem Kontext, warst Du (=wäre man) gezwungen gewesen anzunehmen, dass ich Dir sowohl Dummheit als auch Bosheit und Nachlässigkeit unterstelle, richtig? Das möchtest Du sagen, OK? Weil ich geschrieben habe „aber es ist ja auch eine Kombination denkbar.” habe ich fest behauptet, dass nicht nur eine Kombination, nein: sogar eine Kombination aller drei Varianten vorläge.

Dann fahren wir doch mal fort. Was unterscheidet denn diesen Kontext von solchen, in denen man nicht dazu gezwungen ist? Im Lichte welchen Umstandes musstest Du Deine Annahme treffen? Ist es nicht vielmehr so, dass z.B. die eine Annahme („Dass Du den Bericht nicht vollständig gehört hast”) der anderen Annahme („Dass Du die Schlussformulierung nicht verstanden hast”) völlig den Boden der Sinnhaftigkeit entzieht? Wieso sollte ich vermuten, dass Du etwas nicht verstanden hast, wenn ich ohnehin davon ausgehen muss, dass Du es nur lückenhaft zur Kenntnis genommen hast?

[ Bezug ]



Pest oder Cholera. (keine/0) (#267)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 18:45:51

Was ich auch mache, es scheint dein Missfallen zu erregen.

Nicht dazu gezwungen ist man in einem Kontext, der keine Vorgeschichte hat, wie die Kommunikation zwischen uns, nachdem du dich von mir ungerecht behandelt gefühlt hast. Mehrfach ließe sich belegen, daß du nicht sachlich auf meine Kommentare reagiert hast, wie du es wortreich bei vielen Differenzen mit anderen Teilnehmern machst. Ich durfte also annehmen, daß es sich um eine Geringschätzung meiner Person, nicht aber meines jeweiligen Standpunkts handelte.

Natürlich vermute ich nur, daß du den Eindruck erwecken wolltest, alle drei Varianten würden bei einer Person wie mir wahrscheinlich sogar gleichzeitig zutreffen. Ich verstehe aber nicht, was meine Vermutung von deiner unterscheiden soll. Valid sind sie beide, über die Wahrscheinlichkeiten kann man trefflich streiten.

Jedes einzelne deiner Attribute habe ich mindestens in der von dir beabsichtigten Pauschalierung (Vorsicht Vermutung) bereits mehrfach widerlegt (aus meiner Sicht). Was bleibt mir also, außer dir Verletztheit zu unterstellen?

Wie können wir einen Konsens erreichen, der die Diskussion in eine Win-Win Situation überführt?

Offensichtlich ist ja keiner von uns beiden bereit, die Sache kommentarlos auf sich beruhen zu lassen…

Selbst Michael Moore spricht in seinem letzten Mailing von Armut und nicht von Rassismus im Zusammenhang mit New Orleans.


[ Bezug ]



Böll, die zweite (keine/0) (#269)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 12.9.2005 um 19:25:13

Was ich auch mache, es scheint dein Missfallen zu erregen.

Nun ja, in einer Antwort (auf eine zuvor mehrfach ausweichend beantwortete Frage) gleichzeitig „Nein!” zu schreiben und „mal so, mal so” zu meinen, ist halt nicht unbedingt Diskussionsstil, der automatisch Freude erregt, gell?

Natürlich vermute ich nur, daß du den Eindruck erwecken wolltest, alle drei Varianten würden bei einer Person wie mir wahrscheinlich sogar gleichzeitig zutreffen.
Moment: Du vermutest nur? Ich dachte, Du wärest dazu gezwungen? Also warst Du nun gezwungen oder nicht? Ist es denn wirklich so schwer, auf diese Frage zu antworten? Oder warst Du etwa zu der Vermutung gezwungen? Meinst Du das?

Ich verstehe aber nicht, was meine Vermutung von deiner unterscheiden soll.
Nun, das ist einfach zu erklären. Ich weiß, was ich meinte, als ich das hingeschrieben habe. Das ist Gewissheit. Du hingegen hattest (nach letzter Aussage) lediglich eine Vermutung, ich hätte die Kombination aller drei Attribute gemeint. Also: Der Unterschied ist der Unterschied zwischen Gewissheit und Vermutung.

Was bleibt mir also, außer dir Verletztheit zu unterstellen?
Nun, Du könntest mir Nachlässigkeit unterstellen oder Dummheit. Oder sonst irgendetwas. Ist mir aber völlig egal. Ich möchte lediglich zwei Fragen klären. Schon bei der ersten sieht es wie eine Herkulesaufgabe aus, von Dir eine eindeutige Antwort zu bekommen.

Bisher gab es außer Drumherumgerede („Du willst mir ständig eine Aussage unterschieben, die ich so nicht getätigt habe”, „Du willst eine Frage beantwortet haben, um davon ein späteres Vorgehen abhängig zu machen?”, „Ich habe eine Frage gestellt und keine Behauptung aufgestellt.”) auf die Frage folgende Antworten:

DHK: „Muss jemand, der einen Sachverhalt nicht ausschließt, diesen als gegeben annehmen?”
M.O.: „Also besteht auch in seiner Gedankenwelt die Möglichkeit, es legitim für eingeschlossen betrachten zu können.(das hieße NEIN)
M.O.: „Mein Schluss ist so gültig wie dein Versuch, den Kern der Intention hinter deiner Polemik zu leugnen.(das hieße JA)
M.O.: „Zumindest hält er ihn für so wahrscheinlich, daß er ihn für erwähnenswert hält.(das hieße NEIN)
M.O.: „Nein!”. (das hieße NEIN)
M.O.: „Kontext für 'Ja':…(das hieße MANCHMAL)
M.O.: „Auch in diesem Kontext ist es nur eine Vermutung…(das hieße NEIN)

ALso noch einmal: Warst Du im besagten Kontext logisch gezwungen zu folgern, ich hätte das Vorhandensein einer Kombination aller drei Attribute festgestellt? Oder hattest Du nur die Vermutung? ODer warst Du zu der Vermutung gezwungen?

Einfache, eindeutige Antwort möglich?

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Nein, mein lieber Dirk. (keine/0) (#272)
von Michael Oltmanns
verfasst am 13.9.2005 um 10:36:07

Du kannst dich bemühen solange du magst, ich bin in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu dir, das mich zwingen würde, mich deinem Diskussionsdiktat zu unterwerfen. Selbst wenn ich reale Nachteile dadurch zu erwarten hätte, würde ich im Zweifel immer die Freiheit wählen und mit nichts abkaufen oder aufschwatzen lassen. Gern lasse ich mich überzeugen, aber dafür solltest du schon die Argumente finden, die ich akzeptieren kann und nicht ausschließlich die, die du willst, daß ich sie akzeptieren solle.

Ich habe deine Frage mehrfach beantwortet, aber du willst oder kannst die Antwort nicht verstehen oder akzeptieren, weil es dir aus meiner Sicht nicht gelingt, dich in die Lage des Gegenüber zu versetzen und mit seinem Maßstab zu messen. Du argumentierst ständig mit Metern und wunderst dich, daß die Resultate nicht übereinstimmen. Dabei kann ich sehr wohl reproduzierbar korrekt rechnen, aber ich präferiere eben Zoll und nicht Meter. Das Beispiel ist nicht exakt, ich bitte vorauseilend um Verzeihung.

Die Arroganz, die daraus spricht, nur du wüsstest, wie alles zu passieren hat und zu bewerten ist, die ist schon bemerkenswert. Gern werde ich deine eloquenten Äußerungen lesen, mit der du wahrscheinlich mein Verhalten ebenso als arrogant klassifizieren wirst.

Moment: Du vermutest nur? Ich dachte, Du wärest dazu gezwungen? Also warst Du nun gezwungen oder nicht? Ist es denn wirklich so schwer, auf diese Frage zu antworten? Oder warst Du etwa zu der Vermutung gezwungen? Meinst Du das?

Ich bin zu nichts gezwungen, sondern aufgrund der Bewertung von Wahrscheinlichkeiten (Vorgeschichte, Ton, Wortwahl, Reaktion von Kommentatoren) drängt sich die Vermutung in den Vordergrund, daß du keinesfalls eine sachliche Aussage tätigen wolltest, sondern polemisch den Überbringer einer Meinung zu diskreditieren suchtest und deshalb Eigenschaften kombiniert hast, von denen du im Kopf deines Lesers möglichst viele engrammieren wolltest.

ALso noch einmal: Warst Du im besagten Kontext logisch gezwungen zu folgern, ich hätte das Vorhandensein einer Kombination aller drei Attribute festgestellt? Oder hattest Du nur die Vermutung? ODer warst Du zu der Vermutung gezwungen?

Wie soll ich auf drei Fragen EINE eindeutige Antwort geben? Ist es dir recht, wenn ich drei Antworten gebe?

  1. Nein! Ich war nicht logisch gezwungen, sondern die Wahrscheinlichkeit war und ist am höchsten.

  2. Ja! Alle Schlüsse beruhen auf Vermutungen, weil wir eben nie alle Tatsachen gleichzeitig kennen können bzw. ausreichend mentale Kapazität haben, die bekannten Tatsachen gleichzeitig und gerecht bewerten zu können.

  3. Nein! Ich habe mich für diese Vermutung entschieden, anstatt eine andere zu wählen. Ob ich aufgrund der Verbindungen in meinem Frontalhirn auch eine andere Vermutung hätte präferieren können, das wollen wir hier doch nicht diskutieren, oder?

Gern konzidiere ich dir aber, daß meine Wortwahl manchmal etwas nachlässig ist und du, aufgrund deiner exakten Art zu denken, zu Widerspruch gereizt wirst.


[ Bezug ]


famous last words... (keine/0) (#275)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 13.9.2005 um 13:53:50

mich deinem Diskussionsdiktat zu unterwerfen.
Gut. Wenn Du auf Argumente, Fragen, Nachfragen etc. nicht eingehen willst und das „Diskussionsdiktat” nennen magst: Just das meinte ich mit „nackt vom Platze flüchten”

Ich habe deine Frage mehrfach beantwortet” Genau. Die Antworten habe ich ja oben aufgeführt. Du hast die Frage mehrfach beantwortet. Und zwar mit „Ja”: Und mit „Nein”. Und mit „Mal-So, mal-so”. Traurig, das. Und wirft ein deutliches Licht auf Deine argumentative Kompetenz.

Du argumentierst ständig mit Metern und wunderst dich, daß die Resultate nicht übereinstimmen.” Stimmt ja gar nicht, ich argumentiere nicht, ich habe eine Frage gestellt. Mehrfach. Du konntest oder wolltest sie nicht schlüssig beantworten.

Wie soll ich auf drei Fragen EINE eindeutige Antwort geben?” Es ist eine Frage. Mehrfach wiederholt. Ich spare mir die Aufzählung der Kommentarnummern. Neu ist hier nur, dass ich Dir Antwortalternativen vorgebe.

Aber nehmen wir mal die Antworten, die Du - dankenswerterweise - jetzt gegeben hast:
Nein! Ich war nicht logisch gezwungen, sondern die Wahrscheinlichkeit war und ist am höchsten.
Zustimmung meinerseits, zumindest zum ersten Teil.

Ja! Alle Schlüsse beruhen auf Vermutungen.
Das ist natürlich Quatsch. Und exemplifiziert das spezifisch Oltmannsche Verständnis von Logik. Der Schluss (klassisches Beispiel) „Aus Alle Menschen sind sterblich und DHK ist ein Mensch folgt DHK ist sterblich” ist ein logisch gültiger Schluss. Immer. Das sagt natürlich nichts über die Gültigkeit der Prämissen aus, logisch.

Ich habe mich für diese Vermutung entschieden, anstatt eine andere zu wählen.
Ok, da haben wir es ja. Du hast Dich für diese Vermutung entschieden. D.h. nachdem ich gesagt habe „eine Kombination ist denkbar”, hast Du Dich entschieden, das als „die Kombination aller drei Attribute ist gegeben” zu lesen. Sorry, aber das ist dann eben Deine (Fehl-) Entscheidung - genau so eine Fehlentscheidung wie Deine Interpretation des „peinlich” - und Du kannst mir den Inhalt dieser Interpretation nicht zum Vorwurf machen. Das hast Du aber getan. Punkt. Oder, wie Kirsten sagt, „q.e.d.”.

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Künstler. (keine/0) (#276)
von Michael Oltmanns
verfasst am 13.9.2005 um 14:32:13

"Das ist natürlich Quatsch."
Ich sprach in meiner Behauptung „Alle Schlüsse beruhen auf Vermutungen.” von den Prämissen. Deren Gültigkeit bestreite ich, nicht die logischen Schlüsse, die du ziehst, lässt du die Prämissen beiseite. Ich denke, daß du dich fortwährend vor der Verantwortung für deine Polemik drückst und versuchst, dich mit Spitzfindigkeiten herauszureden. In all unseren Argumentationen scheinst du nicht ein einziges Mal auf meine Vorhaltungen diesbezüglich eingegangen zu sein, während ich mich der Diskussion gestellt habe, ohne dir einwandlos Zugeständnisse zu machen die du gern hättest.

"Stimmt ja gar nicht, ich argumentiere nicht, ich habe eine Frage gestellt.
Zwei Absätze vorher sprichst du noch von Argumenten, Fragen und Nachfragen in Bezug auf deine Aktivitäten. Was denn nun?

"eine Kombination ist denkbar", hast Du Dich entschieden, das als "die Kombination aller drei Attribute ist gegeben"
Du hast meine Interpretation ausdrücklich nicht ausgeschlossen, sondern fühltest dich im Gegenteil sogar berufen alle drei Urteile in einen Kontext zu stellen. Jetzt aber willst mir aber das Recht verweigern, deinen Kommentar so zu interpretieren, wie ich ihn als Gesamtwerk sehe? Es steht dir frei, zu kommentieren was und wie du möchtest. Mir steht es aber auch frei, zu interpretieren was und wie ich möchte.

"q.e.d."
Deine Verteidigung deines Kommentars kommt mir vor wie der Versuch von Kritikern, die ein Bild eines Künstlers untersuchen und interpretieren, was der Künstler wohl ausdrücken wollte. Letztlich, um das Bild entweder möglichst teuer verkaufen zu können oder um ihren Expertenstatus vorauseilend zu verteidigen, weil das Bild in Wirklichkeit von einem Affen gemacht worden ist und genau NICHTS aussagen sollte, außer zu beweisen, dass man ohne Kenntnis aller Fakten gar keine fundierte Aussage treffen kann.

[ Bezug ]



Pardon, Herr Künstler... (keine/0) (#277)
von Soenke Greimann
verfasst am 13.9.2005 um 19:08:07

…aber soweit ich weiß, geht es hier nicht um ein Kunstwerk. Wenn es allerdings doch um ein Kunstwerk gehen sollte - was nicht der Fall ist -, wäre Dirk H.-K., nicht M. Oltmanns der Künstler und M. Oltmanns, nicht Dirk H.-K. der Interpretator… Und selbst dann, lieber Michael, wäre eine Interpretation, die der Intention des Werkes konträr läuft oder dem Werk eine Intention unterstellt, die es nicht hat, zumindestens zweifelhaft.
Kritiker: »Enorm, diese Pinselführung und farbliche Komposition. Eindeutig handelt es sich bei diesem Werk um einen Aufschrei des Protestes gegen den wiederaufkeimenden Nationalismus in Deutschland…«
Künstler: »Hä?!?«


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Hallo, ist jemand da? (keine/0) (#231)
von Willi Wamser
verfasst am 11.9.2005 um 20:02:56

Hallo, McFly (Zurück in die Zukunft I-III)!

also ww hat - soweit ich das jetzt sehe - gegenüber O. keine Polemik probiert, ein Verzicht, der mir sicher nicht als Schwäche auszulegen ist.

Mich hat von Anfang an die Logik von Aussagenverknüpfungen und damit die Techn ik von Argumentation in diesem Fall interessiert. Einmal der logische Stellenwert von Kovariablen wie „schwarz” und „arm” und ihre Beziehung zu der eher nachlässigen Hilfeleistung.

Dann die logische, auch soziohistorisch eingebettete Beziehung von „schwarz” zu „arm”.

Wenn ich es richtig sehe, sind diese Überlegungen nicht so recht angekommen. Kann man erst mal nix machen.

[ Bezug ]



da hält aber einer wacker die Stellung (keine/0) (#232)
von Eric Schumacher
verfasst am 11.9.2005 um 20:39:07

Übrigens, interessant worauf man im Internet alles stößt… da recherchiere ich für eine Freundin über das westafrikanische Land Togo und worauf stoße ich:

  1. eine Site, auf der Briefmarken der Deutschen Reichspost in Togo abgebildet sind (offensichtlich hieß Togo mal Klein-Popo - wie süß). Interessant ist, dass die Franzosen nach der Besetzung von Togo 1914 nicht neue Briefmarken herausgebracht haben, sondern einfach die reichsdeutschen Briefmarken mit einem Stempel versehen haben: Togo - Occupation - franco - anglaise (soviel Pragmatismus traut man den gar nicht zu)

  2. ein ziemlich langatmiger Artikel über die Naturreligion bei Goethe und den Afrikanern

Na, da werde ich morgen aber Eindruck schinden (bestens präpariert mit Zitaten über Goethes Pantheismus, Farbenlehre und seine Gedanken über die Metamorphose und was dass alles mit dem afrikanischen Animismus zu tun hat - das hau ich ihr alles um die Ohren)

Ach ja, „die ewige Systole und Diastole, das ewige Synkrisis und Diakrisis, das ewige Ein- und Ausatmen der Welt, in der wir leben”.  

Und was hat das alles mit dem Thread zu tun - nichts. Aber das macht ja mittlerweile keinen Unterschied aus.

[ Bezug ]



Tatsächlich, (keine/0) (#234)
von Willi Wamser
verfasst am 12.9.2005 um 08:46:16

Togo und Goethe

Klein-Popo am Anfang, dann seriöser bis hin zur Occupation.

Und Mufti Goethe.

Bildung

Noch ein bisschen gemeinsames Klugescheißere - ne, „Bildung” und nur Material dazu:

              Zwar nicht immer das gleiche; denn mannigfaltig erzeugt sich,    
                 ausgebildet, du siehst's, immer das folgende Blatt,    
              ausgedehnter, gekerbter, getrennter in Spitzen und Teile,    
                 die verwachsen vorher ruhten im untern Organ.    
              Und so erreicht es zuerst die höchst bestimmte Vollendung,    
                 die bei manchem Geschlecht dich zum Erstaunen bewegt.    
              Viel gerippt und gezackt, auf mastig strotzender Fläche,    
                 scheinet die Fülle des Triebs frei und unendlich zu sein.    

Mach ein Organ aus dir und erwarte, was für eine Stelle dir die Menschheit im allgemeinen Leben wohlmeinend zugestehen werde.
Goethe, Wanderjahre

            Aber entzifferst du hier der Göttin heilige Lettern,    
                 überall siehst du sie dann, auch in verändertem Zug:    
           Kriechend zaudre die Raupe, der Schmetterling eile geschäftig,    
                 bildsam ändre der Mensch selbst die bestimmte Gestalt.

Diese letzten vier Zeilen sind schon genial, und dass man mit solchen Sätzen die Damen rumkriegt, wissen wir vom ewig jungen Olympier G.    

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Sorry. (keine/0) (#236)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 12:46:58

Wenn meine McFly - Überschrift den Eindruck erweckte, ich wollte bewusst dir gegenüber polemisieren.

Eben weil ich diesen Weg nicht gehen wollte habe ich mich aus der Diskussion verabschiedet. Auch dieser Weg ist mir als Schwäche attestiert worden.


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Ok, (keine/0) (#238)
von Willi Wamser
verfasst am 12.9.2005 um 12:54:39

ich habe erst jetzt voll kapiert, dass O. auch die Diskussion mit ww stillgelegt sehen will. Schade.

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Mitnichten. (keine/0) (#240)
von Michael Oltmanns
verfasst am 12.9.2005 um 13:02:25

Wollte bloß anmerken, warum ich die Diskussion gestern abgebrochen habe.


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Wobei (keine/0) (#197)
von Willi Wamser
verfasst am 10.9.2005 um 18:07:45

sich Täuschungsabsicht mit Dummheit und Nachlässigkeit bis zu einem gewissen Grad ausschließen.

Bis zu einem gewissen Grad, denn: Es kann dumm sein, zu glauben, man könne Dirk bei der Textexegese täuschen. Es kann dumm sein, im Umgang mit Texten und dem Diskurs mit Dirk nachlässig zu sein. Da sollte man sich also nicht täuschen.

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Genau (keine/0) (#198)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 10.9.2005 um 18:23:55

Wer zu einem Beitrag, der Armut und schwarze Hautfarbe so eng korreliert, sagt, just dieser Beitrag würde Hautfarbe nicht als relevant erachten, der muss dies in Täuschungsabsicht tun. So dumm kann man gar nicht sein.

Die Dummheit manifestiert sich dann aber doch darin, dass er immer auf seine ach so charaktervolle Partikularmeinung abhebt, um die es mir freilich gar nicht geht, sondern eben um die Frage, was der Radiobeitrag gesagt hat. Kapiert er nicht.

Nur Nachlässigkeit kann er in diesem Punkt nicht für sich reklamieren. Reicht ja auch.

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DHK = Universal Autorität (keine/0) (#200)
von Michael Oltmanns
verfasst am 10.9.2005 um 19:04:30

Du solltest den Vorschlag für eine Funktion machen, alle meine Beiträge automatisch mit belanglos bewerten zu können. Das würde einen nicht unerheblichen Teil deiner Frustration in ergiebigere Bahnen lenken.

In diesem Kontext erscheint es mir, du würdest ignorieren, daß es unterschiedliche Perspektiven geben kann. Es geht hier nicht um Probleme der Arithmetik in der ersten Klasse der Grundschule, sondern um Interpretationen von komplexen Sachverhalten in einer nicht immer logisch erklärbaren, realen Welt.

Mir macht es einfach mehr Spaß, Unterschiede in der Perspektive zu erörtern, als sich im lauwarmen Bade der gegenseitigen Gesinnungsbestätigung zu entspannen.

Wenn es dir nutzt, mir fortwährend böse Gesinnung und/oder Unfähigkeit zu unterstellen, dann fahre gern damit fort - noch kann ich es ertragen.

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Lesen (keine/0) (#203)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 10.9.2005 um 19:16:44

um die es mir freilich gar nicht geht, sondern eben um die Frage, was der Radiobeitrag gesagt hat. Kapiert er nicht.

So besser:

um die es mir freilich gar nicht geht, sondern eben um die Frage, was der Radiobeitrag gesagt hat.

Oder vielleicht so: UM DIE ES MIR FREILICH GAR NICHT GEHT, SONDERN EBEN UM DIE FRAGE WAS DER RADIOBEITRAG GESAGT HAT.

Verstehst Du? „WAS DER RADIOBEITRAG GESAGT HAT”

Er hat gesagt, dass ARMUT UND HAUTFARBE in NEW ORLEANS korreliert sind, während Du sagst, der Beitrag habe nur Klasse als relevant erachtet. Das ist falsch. Falsch. Oder auch so: FALSCH. Wer fortwärend Falsches behauptet, der…?

Genau. Ist dumm oder lügt absichtlich.

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Nebenkriegsschauplatz. (keine/0) (#223)
von Michael Oltmanns
verfasst am 11.9.2005 um 17:40:59

Dirk, darum geht es dir doch im Kern nicht.

Du bist verbittert über eine Reaktion, die du von mir erwartet aber nicht bekommen hast. Auch die Tatsache, daß diese Episode sich schon vor mehreren Monaten ereignete, scheint nicht zur Reduzierung deiner Erregungsstauung beigetragen zu haben.

Nun haben wir sicher unterschiedliche Meinungen, aber deswegen müssen wir doch nicht vollends den Kontakt zur Realität verlieren, oder?


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Wie jetzt? (keine/0) (#225)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 11.9.2005 um 17:43:49

Dirk, darum geht es dir doch im Kern nicht.

Woher weißt Du, worum es mir im Kern geht? Kann es sein, dass DU vom Thema ablenkst? Dass Du eine Argumentation auf ganz etwas anderes zurückführen willst? Nene, so geht das nicht. Hic Rhodos, hic salta!

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Nun ja, (keine/0) (#202)
von Willi Wamser
verfasst am 10.9.2005 um 19:16:42

O. leitet seine Texteinschätzung wohl aus dem Terminus „zentrales Problem” ab.

Siehst Du doch. Da gibt es einen Radiobeitrag mit der Aussage "In der Diskussion um den Einfluss von Rasse und Klasse setzt sich derweil die Ansicht durch, dass Armut das zentrale Problem sei. Und in New Orleans hat die unübersehbar ein schwarzes Gesicht."

Er kann nicht akzeptieren, dass mit  „schwarzes” Gesicht die Kategorie der Benachteiligung von Schwarzen zumindest mitgedacht wird. Aber das wissen wir jetzt ad nauseam.

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Auch hier: (keine/0) (#204)
von Dirk Hüske-Kraus
verfasst am 10.9.2005 um 19:21:11

Ich diskutiere ja gar nicht, und mit Herrn O. erst recht nicht, die Frage, ob das stimmt, was der Beitrag behauptet. Mich regt nur auf, dass Herr O. behauptet, der Beitrag habe nicht auf die Hautfarbe abgehoben. Denn das ist nachweislich falsch.

Dergleichen ist dann schon von einer Obstinatheit, die schlechterdings nicht goutierbar ist. Ich würde fast von Schubertesse sprechen wollen…

[ Bezug ]



O-Exegese (keine/0) (#205)
von Willi Wamser
verfasst am 10.9.2005 um 19:33:26

Radiobeitrag „In der Diskussion um den Einfluss von Rasse und Klasse setzt sich derweil die Ansicht durch, dass Armut das zentrale Problem sei....”

O liest das wohl so:

  • Es wird diskutiert, was mehr Einfluss hat, Rasse oder Klasse.

  • „Klasse” meint die Schicht der Armen und Armutsgebeutelten.

  •  Also meint der Text, der relevante Faktor sei nicht die Rasse, sondern die Armuts-Klasse.

  • „Schwarzes Gesicht der Armut” heißt dann, das Attribut Schwarz sei die Nebensache der Hauptsache Armut.

Da kann man fast nix mehr machen.

[ Bezug ]


Nix machen. (keine/0) (